4. Jahrestag Ukrainekrieg: Bundesregierung soll Friedensverhandlungen konstruktiv begleitenAnlässlich des 4. Jahrestages des Ukrainekrieges fordert die IPPNW von Bundesregierung und EU einen Strategiewechsel in ihrer Ukrainepolitik. Sie sollten die derzeit stattfindenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter der Leitung der USA durch eigene diplomatische Vorschläge konstruktiv begleiten. Die Friedensorganisation fordert die Bundesregierung auf, ihre Politik am Schutz von Leben und Gesundheit der Menschen auszurichten. Kriegstüchtigkeit und Hochrüstung schaffen keine Sicherheit. Dazu gehört, dass die Bundesregierung und die EU wieder eigene Gesprächskanäle und Dialogformate und diplomatische Kontakte mit Russland initiiert oder reaktiviert. Deutschland solle sich zudem innerhalb der NATO für ein gesichertes Ende der NATO-Osterweiterung einsetzen, eingebettet in das Prinzip der Gemeinsamen Sicherheit, das sowohl die Sicherheitsinteressen Russlands als auch jene der Ukraine berücksichtigt. Wenn die Verhandlungsbemühungen des US-Präsidenten scheitern sollten, droht die Ausweitung des Krieges und das Risiko einer nuklearen Eskalation steigt weiter. "Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine muss angesichts der katastrophalen humanitären Folgen für die Soldaten, die Zivilbevölkerung und die Umwelt schnellstmöglich beendet werden. Aufrüstung und Militarisierung schaffen keine Sicherheit, sondern instabile Systeme und nicht beherrschbare Risikosituationen - bis zur Gefahr eines Atomkrieges. Die Welt braucht Kooperation statt militärischer Konfrontation. Sie braucht Rüstungskontrolle und Abrüstung, nuklear wie konventionell, im Rahmen von gemeinsamer Sicherheit und planetarer Gerechtigkeit", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Es gibt keine eindeutigen Daten zu den Opferzahlen des Krieges, weder in Bezug auf die Zivilbevölkerung noch in Bezug auf die getöteten oder schwer verletzten Soldaten auf beiden Seiten. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 dokumentierte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCR) mehr als 41.000 Verletzte und mehr als 15.000 zivile Tote. Die tatsächlichen Zahlen liegen jedoch voraussichtlich wesentlich höher. Durch den Zusammenbruch von Versorgungsstrukturen infolge des russischen Bombardements sterben viele chronisch Kranke früher, das sind zum Beispiel Patient*innen mit Herzinfarkt, Diabetes und Krebskranke. Mit mehr als einer Million Menschen an der Front werde die Ukraine "das Land der Menschen mit Behinderungen" werden, so Olga Rudnieva, Gründerin der orthopädischen Fachklinik in Lwiw. Die Zahl der Amputationen soll zwischen 50.000 und 100.000 liegen. Auf Basis von Daten des britischen Verteidigungsministeriums und Gesprächen mit Regierungsvertretern der USA, der europäischen Staaten und der Ukraine kommen das russische Medienportal Mediazona und BBC Russia zu folgenden geschätzten Zahlen der verletzten und getöteten Soldaten: Russland habe seit Beginn des Krieges nahezu 1,2 Millionen Verluste (Tote, Verletzte und Vermisste) erlitten. Bis Dezember 2025 seien auf russischer Seite zwischen 275.000 und 325.000 Soldaten umgekommen. Die Ukraine habe 600.000 Soldat*innen verloren, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn knapp 6 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, 4,35 Millionen davon in die EU. In Deutschland haben offiziell 1,25 Millionen Ukrainer*innen Schutz gefunden. Die IPPNW fordert Schutz und Asyl für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine. Quelle: IPPNW - Pressemitteilung vom 23.02.2026. Veröffentlicht amArtikel ausdruckenWeitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von |
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