Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS
 

“Versöhnen muss man, leben nicht!” – Wie ein Bremer ‚Einzelkämpfer‘ mitten im Ural einen deutsch-russischen ‚Hotspot‘ errichtete

Von Leo Ensel

Einzelne Menschen sind nicht machtlos. Sie können unendlich viel auf die Beine stellen, wenn sie von einem Anliegen beseelt sind. Der Bremer Stefan Semken hat Unfassbares für die deutsch-russischen Beziehungen getan. – Vor drei Jahren, am 19. Juli 2020, starb er überraschend im Alter von 60 Jahren.

Mit Anfang 40 befindet sich ein Mann an einem Wendepunkt seines Lebens. Bei dem Bremer Druckvorlagenhersteller Stefan Semken wird der schon vor zwanzig Jahren diagnostizierte Morbus Bechterew virulent. Zeitgleich geht es auch noch mit seiner Branche bergab. Im Jahre 2001 schließt er seinen Laden – gerade noch rechtzeitig, wie er über ein Jahrzehnt später in einem Interview erzählen wird. Ein tiefer Einschnitt muss her.

Sibirien statt Jakobsweg

In einer Lebenssituation, in der andere vielleicht in Indien einen Ashram besuchen, in einem japanischen Zen-Kloster abtauchen oder Hunderte von Kilometern auf dem Jakobsweg pilgern würden, entschließt sich Semken im Jahre 2003 zu einem dreiwöchigen Extremurlaub in Russland. Also nicht Moskau oder St. Petersburg, sondern – was sonst? – Sibirien! Aber für Russland braucht man ein Visum und dafür eine Einladung. Kein Problem, Russen sind bekanntlich clever. Im Internet verkauft jemand Einladungen in sein Land. Auch eine Möglichkeit, ‚Business zu machen‘, sprich: in diesem krisengeschüttelten Land irgendwie zu überleben. Da die Internetseite nur auf Englisch und Französisch gehalten ist, bietet Semken dem Betreiber an, sie auch ins Deutsche zu übersetzen. Und als dieser erfährt, dass Semken nach Sibirien will, lädt der Russe ihn zu sich nach Jekaterinburg ein. Ist ja schließlich schon fast in Sibirien, dem – so heißt das nämlich wörtlich – ‚schlafenden Land‘.

Und dann kommt es, wie es kommen muss.

HIER WEITERLESEN

Quelle:  NachDenkSeiten - 19.07.2023.

Veröffentlicht am

19. Juli 2023

Artikel ausdrucken

Weitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von