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Helft mit, den Ukrainekrieg zu beenden!

Erklärung des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes

Auf der Vorstandssitzung des deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes im Oktober 2022 haben wir unsere Sorge angesichts der stetigen Eskalation des Ukrainekrieges miteinander geteilt:

Auf militärische Erfolge der mit westlichen Waffen versorgten Ukraine antwortete die russische Regierung mit einer Teilmobilmachung, der völkerrechtswidrigen Annexion östlicher Landesteile der Ukraine und der Drohung mit Atomwaffen. Die ukrainische Regierung erließ als Antwort das Verbot von Verhandlungen mit Russland.

Eine Beendigung des Krieges mit all seiner Unmenschlichkeit rückt damit in immer weitere Ferne.

Deeskalation ist angesichts der atomaren Bedrohung unabdingbar

Ein Ende des Krieges kann jedoch nur durch eine Verhandlungslösung erreicht werden. Deeskalation muss deshalb Ziel aller Aktivitäten sein.

Wir sehen die Probleme, die dem entgegenstehen: Die Dynamik der Konflikteskalation entfaltet Kräfte, die stark in Richtung weiterer Eskalation drängen - bis hin zur letzten Eskalationsstufe, dem unbedingten Vernichtungswillen. So wird aus der Tatsache, dass Russland den Krieg begonnen hat, die Forderung nach Strafe abgeleitet, aus der Erfahrung von Leid und Ohnmacht heraus wird die Forderung nach Lieferung stärkerer Waffen erhoben, auf jeden Eskalationsschritt wird mit eigenen Eskalationsschritten geantwortet. Das führt letztlich in den gemeinsamen atomaren Abgrund.

Unsere pazifistische Stimme ist angesichts der Konfliktdynamik nötig

In dieser Situation braucht es Menschen, die sich für einen anderen Weg einsetzen. Wir lehnen Kriegsführung generell ab, weil auch militärische Verteidigung zur Eskalation und zu einem unvorstellbaren Ausmaß an Zerstörung und Tod führt. Wir teilen die Haltung der Menschen in der ukrainischen, wie auch der russischen und belarussischen Friedensbewegung, die sich weigern zu töten. Unser Mitgefühl gilt allen Opfern dieses Krieges. Für diese menschliche Haltung wollen wir weiter eintreten.

  • Wir ermutigen uns gegenseitig, weiter für Deeskalation zu werben, auch angesichts von kritischen Anfragen selbst von uns nahestehenden Menschen. Deshalb lehnen wir weiterhin die Waffenlieferungen in die Ukraine ab. Stattdessen benötigen wir diplomatische Anstrengungen, um Waffenstillstand und Friedensverhandlungen zu ermöglichen.
  • Wir verzichten auf einseitige Schuldzuweisungen, die eskalierend wirken: Im Krieg lädt jede Partei Schuld auf sich - Ziel kann nur die umgehende Beendigung der Kriegshandlungen sein.
  • Wir wollen auf die für uns erreichbaren politisch Verantwortlichen einwirken, aus der Eskalationsspirale auszusteigen - in Anbetracht der Tatsache, dass wir in unserem demokratischen Land alle mehr oder weniger an politischer Verantwortung teilhaben.
  • Wir erinnern daran, dass gewaltfreie Methoden des Widerstandes in der Ukraine schon vielfältig und erfolgreich angewandt worden sind - wie auch in anderen Ländern: Krieg ist immer die schlechtere Alternative, sogar zum Erdulden von Unrecht und Gewalt.
  • Wir solidarisieren uns mit den Menschen in Russland, in der Ukraine und in Belarus, die gewaltfrei für Menschenrechte eintreten. Unsere Solidarität gilt in besonderer Weise allen Kriegsgegner*innen und Kriegsdienstverweiger*innen in den kriegsbeteiligten Ländern - ihnen sollte bedingungslos Asyl gewährt werden.
  • Wir wollen überall dafür werben, jede Kriegsunterstützung umgehend einzustellen, Russland konstruktive Angebote für den Fall des Waffenstillstandes und für jeden weiteren Deeskalationsschritt zu machen und auf die westlichen Verbündeten einzuwirken, von der Unterstützung des Krieges auf das Bemühen um Frieden umzuschwenken.

Krieg und Aufrüstung verschärfen die sozial-ökologische Krise.

Um die drängenden Probleme unserer Welt angehen zu können - die Umweltverwüstungen und klimaschädlichen Emissionen zu beenden, eine globale Katastrophe durch Anpassungen an die Erderwärmung zu verhindern, sowie Hunger und Unterdrückung weltweit zu überwinden - brauchen wir alle Kräfte und Ressourcen. Wir können es uns nicht leisten, sie im Ukrainekrieg zu verfeuern.

Minden, 24.10.2022

Quelle:  Internationaler Versöhnungsbund - deutscher Zweig - 24.10.2022.

Veröffentlicht am

28. Oktober 2022

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