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Gefährlich, unwirksam, rechtswidrig: Deutsche Umwelthilfe und .ausgestrahlt kritisieren Debatte über Weiterbetrieb deutscher Atomkraftwerke

Deutsche Umwelthilfe kündigt Klage an, sollte die Laufzeit der Atomkraftwerke über den 31. Dezember 2022 hinaus verlängert werden. .ausgestrahlt und Deutsche Umwelthilfe warnen vor unkalkulierbarem Sicherheitsrisiko, letzte Sicherheitsüberprüfung der Atommeiler liegt 13 Jahre zurück.

Ein Weiterbetrieb der drei verbleibenden deutschen Atomkraftwerke (AKW) Neckarwestheim II, Emsland und Isar 2 wäre ein unkalkulierbares und vollkommen unnötiges Sicherheitsrisiko, das keinen Beitrag zur Energiesicherheit leisten würde. Darauf weisen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt anlässlich der lauter werdenden Debatte hin.

Alle drei Atommeiler weisen erhebliche Sicherheitsmängel auf, die letzte Sicherheitsüberprüfung liegt 13 Jahre zurück. Ohne erneute Sicherheitsprüfung - die einige Zeit in Anspruch nehmen würde - wäre ein Weiterbetrieb aus Sicht von DUH und .ausgestrahlt ein Verstoß gegen den Grundrechteschutz. Außerdem sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, da mit einem hohen Risiko für Mensch und Umwelt zu rechnen ist. Zur Energiesicherheit würde ein Weiterbetrieb ohnehin keinen Beitrag leisten: Bei einem Gasmangel liegen die Herausforderungen in der Industrie und der Wärmebereitstellung, nicht im Stromsektor.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die Befürworter der Laufzeitverlängerung spielen russisches Roulette mit der Sicherheit der Menschen. Bei einer Hochrisikotechnologie darf es kein ‚Augen zu und durch’ geben. Die veralteten Anlagen sind ein täglich größer werdendes Sicherheitsrisiko und deren Weiterbetrieb bedroht das Grundrecht auf Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit. Dies darf nicht aus einer Laune heraus und ohne energiepolitische Not von CDU, CSU und FDP gefährdet werden. Sollte der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke über den 31. Dezember 2022 hinaus kommen, werden wir dies notfalls per Gericht stoppen."

Unter den Tisch fällt bei der parteipolitisch motivierten Debatte um einen längeren Betrieb von AKW zudem, dass in jeder dieser Anlagen schon heute täglich das Risiko eines schweren Unfalls besteht.

Armin Simon von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: "Keine Sicherheitsvorschrift der Welt kann einen Super-GAU verhindern, das lehrt die Geschichte. Dies gilt erst recht für die mehr als 30 Jahre alten AKW in Deutschland. In allen dreien besteht der Verdacht, dass sich unerkannte Risse an sicherheitsrelevanten Rohren gebildet haben - Alterungsschäden durch Korrosion, vor denen die Betreiber die Augen verschließen. So stellte RWE im AKW Lingen nach wiederholten Rissfunden 2019 und 2020 einfach alle Risskontrollen an den betroffenen Rohren ein. Im AKW Isar 2 verweigerte Preussenelektra von Anfang an eine gezielte Suche nach den Rissen, die 2018 im typgleichen AKW Neckarwestheim II entdeckt wurden. Und selbst dort, wo seit 2018 weit über 300 Risse nachgewiesen wurden, hat EnBW zuletzt die Kontrollen reduziert und nimmt einen Betrieb des Reaktors mit unerkannten Rissen billigend in Kauf. Derart altersgeschädigte Anlagen gehören nur noch eins: Sofort vom Netz."

Quelle: .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie und Deutsche Umwelthilfe (DUH) - Gemeinsame Pressemitteilung vom 19.07.2022.

Veröffentlicht am

21. Juli 2022

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