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Nach Beschuss von ukrainischem AKW: Atomkraft ist keine Alternative zu russischem Gas

Atomkraftgegner kritisieren Scheindebatte um Laufzeitverlängerungen und fordern klares Bekenntnis zu Atomausstieg und Energiewende

Die bundesweite Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt warnt vor dem Hintergrund des eskalierenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eindringlich vor einem energiepolitischen Rollback. Zur Diskussion über mögliche Laufzeitverlängerungen für AKW erklärt Matthias Weyland, Vorstand von .ausgestrahlt: "Dass ausgerechnet diejenigen, welche die Energiewende in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv blockiert haben, nun nach Laufzeitverlängerungen für Kohle- und Atomkraftwerke rufen, ist bezeichnend. Versorgungssicherheit und Freiheit verlangen eine möglichst schnelle und umfassende Energiewende. Ein energiepolitischer Rollback zu Kohle und Atom würde die Abhängigkeiten von autoritären Regimes wie dem des russischen Präsidenten Putin nur vergrößern und verlängern.

Die Scheindebatte um Laufzeitverlängerungen entbehrt zudem jeder sachlichen Grundlage, denn Atomkraft ist in mehrfacher Hinsicht keine Alternative zu russischem Gas. Erstens werden nur 14 Prozent des  Erdgas in Deutschland zur Stromerzeugung verwendet, und dies überwiegend in Kraftwerken, die zugleich Fernwärme erzeugen oder flexible Regelenergie fürs Stromnetz bereitstellen. In beiden Fällen können AKW gar nicht einspringen. Die restlichen 86 Prozent des Gasabsatzes gehen ganz überwiegend in die Wärmeerzeugung für Gebäude und Industrie. Laufzeitverlängerungen von AKW würden hier, ungeachtet aller Sicherheitsprobleme, aktuell in keiner Weise helfen!

Zweitens stammen fast zwei Drittel des Urans weltweit aus den autoritär regierten Staaten Russland, Kasachstan, Usbekistan und China. Laufzeitverlängerungen würden der Versorgungssicherheit daher einen Bärendienst erweisen und die geopolitischen Abhängigkeiten sogar verstärken.

Drittens ist das Abschaltdatum der letzten drei laufenden AKW in Deutschland seit langem geplant, die Brennstoffvorräte entsprechend angepasst. Auf die Schnelle ließen sich gar keine neuen, auf die jeweiligen Anlagen angepassten Brennstäbe produzieren.

Und schließlich ist Atomkraft bereits in Friedenszeiten höchst riskant. In Kriegszeiten aber wird die Hochrisikotechnik zum Roulette-Spiel, wie sich mit dem heutigen Beschuss von Europas größtem AKW Saporischschja in der Ukraine erschreckend bewahrheitet. Wer dies ausblendet, scheint die dramatischen Bilder aus der Ukraine nicht verstanden zu haben."

Mehr Informationen:

Quelle: .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie - Pressemitteilung vom 04.03.2022.

Veröffentlicht am

05. März 2022

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