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Eugen Drewermann: “Russland - Wege zum Frieden”

Am 22. Juni 2021 veranstaltete pax christi Münster einen Vortrags- und Diskussionsabend mit Eugen Drewermann. Anlass war, dass sich am 22. Juni 2021 zum 80. Mal der Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion jährte, der allein in der Sowjetunion mehr als 27 Millionen Todesopfer forderte, vorwiegend in Russland, der Ukraine und Belarus. Drewermann berichtete vor ca. 100 Zuhörer*innen zuerst von sich selbst und von negativer veröffentlichter Meinung gegen ihn, hielt dann aber ein leidenschaftliches Plädoyer für eine friedliche und vertrauensvolle Annäherung an die anscheinend als gegenwärtige Feinde westlicher Kultur ausgemachten Russland und China.

Mit weit ausgreifenden geschichtlichen Exkursen und immer wieder Bibelzitaten machte Eugen Drewermann geltend, dass weder die eine noch die andere Großmacht in ihrer bisherigen Geschichte außerhalb ihres Staatsgebiets militärische Annektionen oder Pläne dazu habe erkennen lassen. China - abgesehen von Menschenrechtsproblemen - sei vor allem zum Ärger der westlichen Industriestaaten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Drewermann verglich zudem die Rüstungsausgaben Russlands und Chinas, die sich nicht annähernd mit denen der NATO vergleichen ließen. Er forderte dazu auf, sich aus der Bevormundung der USA zu befreien und eigenständige Schritte zur Entmilitarisierung und diplomatischen Annäherung an Russland und China zu gehen. Er erinnerte an ein Wort von Dostojewski: "Der Russe ist ein Mensch, der alles versteht."

Ein Rüstungswettlauf hätte schon immer irgendwann zur militärischen Auseinandersetzung geführt, und die angeblichen Friedenseinsätze der Bundeswehr täuschten über die eigentlich wirtschaftlichen Interessen der Maßnahmen. Jedenfalls seien weder die Modernisierung der Atomraketen in Büchel noch die gewaltige Aufstockung des Bundeswehretats um 2 % des Bruttosozialprodukts geeignete Schritte zu einem dauerhaften Frieden. Er erinnerte an ein Zitat von Erich Maria Remarque:
"wenn das möglich war: Gas, war alles umsonst, was wir bisher an Kultur hervorgebracht haben. Wir haben aufgehört, Menschen zu sein."

Quelle: pax christi Münster - 23.06.2021.

Veröffentlicht am

10. Juli 2021

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