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Enge Verbindungen zwischen Rüstungs- und Automobilindustrie

Eine neue Studie der Informationsstelle Militarisierung untersucht Zusammenhänge zwischen der Rüstungs- und Automobilindustrie. "Geschichtlich, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs, hat die Automobilbranche die industrielle Hauptbasis deutscher Aufrüstung gebildet", stellt die Informationsstelle Militarisierung in der Einleitung fest. Autorin Jule Steinert nahm dies zum Anlass, die aktuellen Verbindungen zwischen Rüstungs- und Automobilindustrie unter die Lupe zu nehmen. Sie geht dabei u.a. der Frage nach, "ob sich die politische Gewichtung und Unterstützung der Automobilindustrie in Deutschland möglicherweise auch als Investition in die Aufrechterhaltung einer ‚rüstungstechnologischen und -industriellen Basis’ (RTIB) deuten lässt".

"Gerade Daimler-Benz und Volkswagen, die großen ‘Erben’ der Rüstungsbasis des nationalsozialistischen Deutschlands, in denen die Mehrzahl der Militärfahrzeuge- und Motorenhersteller Deutschlands im Zweiten Weltkrieg zusammenlaufen, beteiligen sich auch heute noch am Rüstungsgeschäft", so lautet ein Ergebnis der Studie "Auto und Krieg". In den Blick genommen wurden jedoch nicht nur die bekannten Hersteller, sondern weitere Teile der Wertschöpfungskette:

"Hier zeigte sich, dass gerade unter den Zulieferern oft enge Verbindungen zwischen Automobil- und Rüstungsindustrie bestehen", erläutert Jürgen Wagner, geschäftsführender Vorstand der Informationsstelle Militarisierung. So nennt die Studie auch klassische Rüstungsunternehmen wie MTU, Rheinmetall oder Diehl, die quasi nebenher auch die zivile Automobilbranche beliefern. Andere Unternehmen beliefern demnach den zivilen und militärischen Markt unterschiedslos oder sind auf die Nachrüstung ziviler Fahrzeuge für andere Zwecke spezialisiert. "Unter den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. etwa, einem der wichtigsten Verbände der Rüstungslobby, ist fast ein Drittel auch in der Automobilindustrie tätig", resümiert Wagner.

Autorin Steinert kommt deshalb zu dem Schluss, dass "viele industrielle Zusammenhänge [zwischen Rüstungs- und Automobilindustrie] seit dem Zweiten Weltkrieg fortbestehen" und sich mit dem Aufkommen digitaler Technologien sogar verstärken könnten, wie sich dies aktuell am Beispiel Bosch, einem weltweit führenden Automobilzulieferer einerseits und Anbieter für KI-gestützte Systeme andererseits, andeute.

IMI-Studie 2020/06
Auto und Krieg
Historische und aktuelle Verbindungen zwischen Automobil- und Rüstungsindustrie
https://www.imi-online.de/2020/10/01/auto-und-krieg/
Jule Steinert (1. Oktober 2020)

Quelle: Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. - IMI-Mitteilung vom 06.10.2020.

Veröffentlicht am

09. Oktober 2020

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