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Erfolgreiche Musikblockade bei Rheinmetall - Betrieb der Waffenfabrik gestört

Großes Abschlusskonzert in der Nähe des Haupteingangs

Am Montag, 17.08.2020, wurden ab 5:40 Uhr die Zufahrten der Rheinmetall Landsysteme GmbH von 98 Musiker*innen des Aktionsnetzwerks Lebenslaute blockiert. Kein Fahrzeug konnte das Gelände verlassen oder auf das Gelände fahren. Während der Blockade erklang auf allen Zufahrten klassische und populäre Chor- und Instrumentalmusik. Gegen 7:00 Uhr wurden die Arbeitenden über einen Feldweg durch den Wald zu einem der vielen Nebentore geschleust. Wiederholte, spontane Musikblockaden der Feldwegzufahrt wurden von Polizeikräften geräumt.

Um 10:30 Uhr fanden sich alle Musiker*innen in der Nähe des Haupteingangs ein, wo Lebenslaute ab 11:00 Uhr seine diesjährige Protestaktion mit einem zweistündigen Aktionskonzert beendete. Aufgeführt wurde u.a. das anklagende Lied Bob Dylans "Masters of War" und der tief berührende "Darthulas Grabgesang" von Johannes Brahms, das die Musizierenden den während der Nazizeit inhaftierten 900 jüdischen Frauen im Außenlager Tannenberg des KZ Bergen-Belsen widmeten. "Die Zwangsarbeiterinnen bei Rheinmetall wurden misshandelt und getötet. Wir unterstützen Initiativen, die eine ungeschminkte Erinnerungskultur erschaffen wollen", so Markus Beyer von Lebenslaute. Zum Abschluss des Konzerts vor einem der Tore von Rheinmetall spielte Lebenslaute auch Versöhnliches, Georg Friedrich Händels Friedensode sowie einen Walzer von Aram Chatschaturjan, der in einem Theater in Moskau uraufgeführt wurde, welches von den Nazis später zerbombt wurde.

In sorgfältig auf die Musik abgestimmten Redebeiträgen erfuhren die rund 100 Zuhörer*innen, was die Musikaktivist*innen dazu bewogen hatte, sich gegen Rheinmetall in Unterlüß zu wenden: "In Unterlüß liegt die Hauptproduktionsstätte der Militärsparte Rheinmetall Defence. Hier produziert der Rüstungsriese Waffen und Munition sowie Komponenten für Panzer. Hier betreibt er Europas größtes privates Waffentestgelände und macht Milliardengeschäfte mit dem Tod", erklärte Cornelia Weigel von der Pressegruppe Lebenslaute.

Bereits am Samstag, 15.08., hatte Lebenslaute eine Variante seines diesjährigen Programms als Vorkonzert im Unterlüßer Bürgerpark gespielt. Dort erfuhren die 80 Zuhörer*innen, dass ein in der Heide aufgehängtes Veranstaltungsplakat der Musikaktivist*innen mit folgendem Spruch überklebt worden war: "Es kann der Bravste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Deshalb: Willst du in Frieden leben, sei bestmöglich auf einen Krieg vorbereitet. Und dafür brauchen wir Rheinmetall." Lebenslaute hofft, sein diesjähriges Publikum vom Gegenteil überzeugt zu haben. Rheinmetall diene nicht unserer Verteidigung.

Lebenslaute ist ein bundesweites Netzwerk von Musikaktivist*innen, Laien und Profis, die klassische Musik an Orten aufführen, von denen Bedrohung ausgeht. Seit 1986 finden Besetzungen und Blockaden u.a. von Militärstützpunkten, Atomanlagen, Abschiebeflughäfen oder Kohlegruben statt.

Quelle:  Lebenslaute - Pressemitteilung vom 17.08.2020.

Veröffentlicht am

17. August 2020

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