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2. Internationales Symposium: URAN 238 - Konsequenzen der Bombardierung von Jugoslawien mit abgereichertem Uran im Jahr 1999

Aufgrund der vor 20 Jahren von der Nato im Krieg gegen Jugoslawien eingesetzten Uranmunition nimmt inzwischen die stets steigende Krebsrate in Serbien und im Kosovo horrende Ausmaße an. Während die Nato und ihre Think Tanks noch immer versuchen, die Problematik unter den Tisch zu kehren, begann ein serbischer Rechtsanwalt aus dem Süden Serbiens, Srdjan Aleksic aus Niš, mit dem Aufbau einer Bewegung, deren Ziel darin besteht, finanzielle Entschädigung für die Opfer zu erhalten. Er vertritt erkrankte Kläger aus Vranje und Niš, oder deren Familien. Vom 17. bis 19. Juni 2019 organisierte er zum zweiten Mal ein internationales Symposium in der Universität Niš in Südserbien. Legale, politische, ökonomische und ökologische Aspekte, Gesundheit und Sicherheit waren die Themen der Experten. Von Barbara Hug. 

Von Barbara Hug

Der Krieg gegen Jugoslawien ist 20 Jahre vorbei. Inzwischen hat sich die NATO an den Grenzen Serbiens eingerichtet, siegesgewiss, und inzwischen steht die deutsche Regierung dem Aufbau einer zweiten UCK wieder beratend und finanziell zur Seite. Warum der Blick in die Vergangenheit? Weil inzwischen die stets steigende Krebsrate in Serbien und im Kosovo horrende Ausmaße annimmt und die Kriegslüsternheit der NATO Staaten sich nicht vermindert hat.

Die NATO öffnete 1999 ihr Waffenarsenal über Jugoslawien, um der Welt zu zeigen, wie "gut" ihre Kriegsmaschine läuft. Später durfte auch der Irak oder Afghanistan den "Segen" radioaktiver und chemisch-toxischer Uranmunition erfahren.

Nicht gerne wird zugegeben, welche den 1999-Krieg lange überdauernden Kriegsschäden die Kriegsallianz hinterlassen hat. Das Thema Uranmunition blieb tabu, die Bevölkerung Serbiens und des Kosovo schwieg lange, musste jedoch die massiv und schnell auftretenden Fälle von bösartigen Tumoren und Leukämien in den Familien realisieren. Sich heute darüber hinwegzutäuschen ist nicht mehr möglich. Während die Nato und ihre Think Tanks noch immer versuchen, die Problematik unter den Tisch zu kehren, begann ein serbischer Rechtsanwalt aus dem Süden Serbiens, Srdjan Aleksic aus Niš, mit dem Aufbau einer Bewegung, deren Ziel darin besteht, finanzielle Entschädigung für die Opfer zu erhalten. Er vertritt erkrankte Kläger aus Vranje und Niš, oder deren Familien. Wie schon 2018, organisierte er 2019 ein internationales Symposium in der Universität Niš. Legale, politische, ökonomische und ökologische Aspekte, Gesundheit und Sicherheit waren die Themen der Experten.

Mehr als 300 Teilnehmer - auswärtige Gäste und Vortragende - aus Griechenland, Norwegen, Italien, Deutschland, Schweiz, Russland, Bulgarien, Nordmazedonien, Bosnien mit Republik Srpska, und Malta bezeugten das hohe Interesse, das zumindest in der Zivilgesellschaft in diesen Ländern vorhanden ist. Serbien hat eine weltweit große Diaspora, deren Mitglieder ebenfalls betroffen sind.

Das Ziel dieser engagierten Tagung war es, mehr öffentliches Bewusstsein über den Zusammenhang zwischen den steigenden Krebsraten und den von der Nato angewendeten Waffen zu zeigen. Die WHO hat schon lange eindeutig Stellung bezogen: DU ist ein Alpha-Strahler, ein gen-toxischer Stoff. Wenn sich dieser innerhalb des Körpers befindet, z.B. durch inhalierten Staub, ist er krebserzeugend. DU ist klassifiziert als Gruppe 1 der krebserzeugenden Substanzen durch die International Agency for Research on Cancer der WHO. Der in Serbien und Kosovo auftretende Krebs ist äußerst aggressiv, und der Mensch erkrankt schon nach etwa 5 Jahren nach der Exposition. Wollte man diesen Krebs behandeln, bräuchte es exakte chemisch-radiologische und medizinische Analysen, um die angepasste Behandlung festzulegen. Die arme Bevölkerung auf dem Balkan kann das Geld für solche Behandlungen und Abklärungen nicht aufbringen. Wer ist also dafür zuständig? Falls überhaupt geholfen werden kann, muss zuerst einmal eine angemessene Entschädigung bezahlt werden. Weiter braucht es eine tiefe und umfassende Dekontaminierung der bombardierten Gebiete - so dass wenigstens die Bauern ihre Tiere wieder auf die Wiesen lassen können. Das Wasser muss kontinuierlich auf Uran und weitere schädliche Substanzen untersucht werden.

So wie es jetzt scheint, wird sich die westliche "Wertegemeinschaft" keine Sekunde um derlei Aufgaben kümmern. Bis jetzt schaut man z.B. in Deutschland mit voller Verachtung auf die Serben - als hätten sie kein Lebensrecht…. wiederholt sich die Geschichte?

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Veröffentlicht am

10. Juli 2019

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