Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Aufruf von Kairos Palästina an den Deutschen Bundestag, seine Resolution vom 17. Mai 2019 zurückzunehmen

Kairos Palästina ruft den Deutschen Bundestag auf, seine Resolution vom 17. Mai 2019 "Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten - Antisemitismus bekämpfen" zurückzunehmen

Christen in Palästina sind traurig und verwirrt, von einer Stellungnahme des Deutschen Bundestages zu erfahren, die die internationale BDS-Bewegung verurteilt und sie dem Antisemitismus gleichstellt.

Die palästinensische BDS-Bewegung ist Ausdruck der Logik von friedlichen Mitteln des Widerstandes gegen die weiter gehende Okkupation und die israelischen Menschenrechtsverletzungen und diskriminierenden Maßnahmen gegen unser Volk. Sie bedeutet, Israel zu Wegen zum Frieden einzuladen, sogar durch die Ausübung eines gewissen Drucks, um der Regierung zu helfen, ihre Augen zu öffnen und die Ungerechtigkeit zu sehen, die sie dem anderen Volk, den Palästinensern, zufügt.

Während der Bundestag beabsichtigt, Israel durch das Anti-BDS-Gesetz zu schützen, wird es Israel nicht nützen, es außerhalb des Gesetzes anzusiedeln, im Gegenteil, durch diese Verordnung werden die ungerechten Maßnahmen gegen Palästina gerechtfertigt und legalisiert, und man trägt bei zur Aufrechterhaltung der Okkupation und dem Kriegszustand. Israel braucht Menschen und Staaten, die helfen können, es mit den Palästinensern auszusöhnen und den permanenten Kriegszustand zu beenden.

Darum fragen wir mit schweren Herzen: "Welchen anderen Weg würden unsere deutschen Geschwister uns zu nehmen helfen, um diese historischen Ungerechtigkeiten zu überwinden, das Ausreißen unserer Bäume, die Konfiskation unseres Landes, die gewaltsame Umsiedlung unseres Volkes, die Verweigerung unserer Menschenrechte, wahlloses Töten und die Verweigerung der Selbstbestimmung für Palästinenser und ihres Rechtes, in Freiheit und Würde zu leben, frei von fremder Kontrolle und Okkupation?"

Was die falsche Behauptung des Antisemitismus betrifft: Die BDS-Bewegung fußt auf der "Universal Declaration of Human Rights" (= Weltweite Deklaration der Menschenrechte). Diese widersetzt sich ohne Bedingungen allen Formen des Rassismus, einschließlich der Islamophobie und dem Antisemitismus.

Eine gerechte und friedliche Resolution zu unseren Gunsten ist nur mit internationaler Unterstützung möglich. Aber Israel ist fähig, seinen häufigen Menschenrechtsmissbrauch und die Verletzungen des Völkerrechts zu vollziehen, weil die Regierungen der Welt blind sind gegenüber der Not von Palästinensern und Israel nicht zur Verantwortung ziehen wollen. Deshalb riefen und rufen wir in erster Linie die Bürger der Welt auf, sich an BDS als einer Möglichkeit zu halten, Israel in die Verantwortung zu holen und es unter Druck zu setzen, sich in Richtung auf einen gerechten Frieden zu bewegen.

In Bezug auf die Resolution "Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten - Antisemitismus bekämpfen", die sich einzig und allein auf die Palästinenser bezieht, fragen wir Sie, wieso sie nicht erwähnen

  • Israels strangulierende Blockade des Gazastreifens seit 13 Jahren;
  • Israels erklärte Annexion von israelischen Siedlungen in der Westbank, gebaut auf gestohlenem palästinensischen Land;
  • die täglichen Demütigungen, denen unsere Kinder an militärischen Checkpoints ausgesetzt sind, wenn sie zur Schule gehen; und durch die Frauen gefangen genommen werden und daran gehindert, ihre Jobs und Dienstposten rechtzeitig zu erreichen;
  • das ungerechte System des Militärgerichts, des Netzwerkes von Straßen "nur für Siedler", wodurch Bewegung und Handel von Palästinensern eingeschränkt wird;
  • und eine Trennmauer, die vom Internationalen Gerichtshof 2004 als ‚Bruch des Völkerrechts’ bezeichnet wird;
  • die fast 700 palästinensischen Kinder, die jährlich festgenommen und durch das israelische Militärgerichts-System entgegen dem Völkerrecht abgeurteilt werden;
  • am wichtigsten die Verweigerung des Rückkehrrechts, des Rechtes auf Wiedergutmachung und des Rechtes auf Selbstbestimmung für Palästinenser, die ihre Würde und Freiheit von fremder Herrschaft und Okkupation garantieren.

Der Staat Israel, Institutionen und Unternehmen, die mit schuldig sind an der Verweigerung der Menschenrechte für Palästinenser, sind die Ziele der BDS-Bewegung. Jedermann hat das Recht, die ungerechten Aktionen eines Staates und eines Unternehmens zu kritisieren, die palästinensische BDS-Bewegung boykottiert keine Person oder Gruppe einfach, weil sie Israelis sind, oder macht Kampagnen gegen diese.

Zuletzt: Wir glauben - wie das im Schrei nach Gerechtigkeit von den palästinensischen Kirchen ausgerufen wurde (www.kairospalestine.ps) - dass jedes menschliche Wesen zum Bilde Gottes geschaffen wurde und dass die Liebe Gottes Gesicht in jedem Menschen sieht. Wir haben das "Kairos Palestine Document" geschrieben. Wir widerstehen nicht mit Tod, sondern viel eher durch Respekt vor dem Leben. Und wir bestätigen, dass jeder Bürger bereit sein muss, sein oder ihr Leben, seine oder ihre Freiheit und sein oder ihr Land zu verteidigen.

Daher rufen wir mit unseren jüdischen, muslimischen und christlic www.palaestina-portal.eu/ hen FreundInnen und Menschen guten Willens rund um die Welt den Bundestag auf, seine Resolution zurückzunehmen und zu realisieren, dass Israel Freunde braucht, die Druck ausüben und es anleiten können, die Straße zum wirklichen Frieden und zur Versöhnung zu gehen. "In der Abwesenheit jeglicher Hoffnung schreien wir unseren Schrei der Hoffnung hinaus. Wir glauben an Gott, dem Guten und Gerechten. Wir glauben, dass die Güte Gottes zuletzt triumphieren wird über das Böse des Hasses und des Todes, die noch in unserem Land ausharren. Wir wollen hier "ein neues Land" sehen und "einen neuen Menschen", fähig, sich in den Geist zu erheben, jeden und jede seiner Geschwister zu lieben. (Kairos Palestine 10).

Das Kairos Palestine Dokument ist das Wort der christlichen Palästinenser an die Welt über das, was in Palästina geschieht. Es wurde zu der Zeit geschrieben, als wir uns wünschten, die Glorie der Gnade Gottes in diesem Land und in den Leiden seines Volkes zu sehen. Aus diesem Geist fordert Kairos Palästina die internationale Gemeinschaft auf, dem palästinensischen Volk zur Seite zu stehen, das Unterdrückung, Vertreibung und Leiden während mehr als sieben Jahrzehnten durchgemacht hat. Unser Wort ist ein Schrei der Hoffnung, in Liebe, Gebet und Glauben an GOTT. Wir wenden uns zu allererst an uns selbst und dann an alle Kirchen und Christen in der Welt und fordern uns/sie auf, für Gerechtigkeit einzutreten und für einen gerechten Frieden in unserer Region zu arbeiten.

Quelle:  Palästina-Portal - 31.05.2019. Originalartikel: A Call for the German Bundestag to Reverse its May 17, 2019 Resolution . Übersetzung: Gerhilde Merz.

Weblinks:

Veröffentlicht am

01. Juni 2019

Artikel ausdrucken