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Hiroshima und Nagasaki: Opfer der fossil-atomaren Energiewirtschaft und Politik

Von Hans-Josef Fell

Hiroshima und viele Städte und Regionen in der Umgebung sind aktuell erneut Schauplatz einer Katastrophe, die durch die fossil-atomare Energiewirtschaft verursacht ist.

Die Atombomben mit Waffenmaterial aus den US-Atomenergielabors töteten 1945 sofort über 80.000 Menschen in Hiroshima und 70.000 in Nagasaki. Hunderttausende starben in den darauffolgenden Jahren an radioaktiver Verstrahlung.

Nun hat die Erderwärmung in der Region mit furchtbaren Starkregen zugeschlagen, mit einer Dimension, die bisher nicht bekannt war und noch nie in Japan gemessen wurde.

3,6 Millionen Menschen, alleine 1,8 Millionen in Hiroshima, sind auf der Flucht vor dem Starkregen, mussten ihre Häuser verlassen, die vielfach unbewohnbar wurden. Große Teile von Infrastruktur wie Verkehrswege und Krankenhäuser sind zerstört. Nun gibt es schon über 100 Tote . Millionenstädte sind unter Wasser, viele Dörfer sind von Schlamm völlig verschüttet.

Auch Kyoto ist stark betroffen, die Stadt wo die Weltgemeinschaft 1997 das vollkommen wirkungslose Kyotoprotokoll verabschiedet hat. Seitdem sind die globalen Klimagas-Emissionen und damit die Erderwärmung drastisch gestiegen.

Alle haben es gewusst oder zumindest wissen können: mit weiterer Erderwärmung werden die Wetterextreme immer katastrophaler. In unzähligen Klimakonferenzen nicht nur in Kyoto wurden Unternehmen, Regierungen und die Weltgemeinschaft gewarnt.

Das Festhalten am fossil-atomaren Energiesystem statt einer schnellen Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien weltweit und gerade auch in Japan bringt immer neue und immer schlimmere Katastrophen. Dennoch weigern sich die meisten Manager der fossilen und atomaren Wirtschaft, genauso wie die von ihnen vielfach lobbyierten und korrumpierten Staatschefs und Energieminister endlich einen klaren Weg zu 100% Erneuerbare Energien voranzugehen.

Und bisher hat sie keine Katastrophe zum Umdenken bewegen können, weder der Super-GAU in Fukushima, noch die immer schlimmer werdenden Wetterextreme mit ihren Katastrophen wie aktuell in Hiroshima.

Mit Ausnahme von ca. 50 Staaten in der Gruppe der Climate Vulnerable States und wenigen anderen wie Dänemark oder Schweden gibt es immer noch keine weltweite Dynamik politischer nationaler Beschlüsse, um die Energieversorgung auf 100% Erneuerbare Energien umzustellen.

Ganz im Gegenteil, es gibt große Weltregionen, wie Europa mitsamt Deutschland, wo die Investitionen in Erneuerbare Energien mit vielen Blockaden versehen sind und deshalb seit Jahren einbrechen . Gerade auch Japan gehört dazu.

So sind die jährlichen japanischen Investitionen in Erneuerbare Energien seit dem Rekordjahr 2014 in 2017 auf nur noch 23,4 Milliarden mehr als halbiert worden.

Insbesondere, weil die Regierung unter dem japanischen Ministerpräsident Abe trotz des Fukushima Super-GAUs an der Nutzung der Atomenergie festhält und zusätzlich die Wirtschaftsinteressen von Erdgas, Erdöl und Kohle stützt. Dabei hat Japan einen ungeheuerlichen Reichtum an Erneuerbaren Energien - Sonne, Wind, Bioenergie, Wasserkraft und das große bisher weitgehend ungenutzte Potential der Geothermie und Meeresenergien. Zudem hat Japan eine starke Industrie, die PV, Speicher, Smart Grids oder E-Fahrzeuge bauen kann.

Es wird Zeit, dass auch in Japan endlich die Menschenmassen aufstehen und die Verantwortlichen der atomaren und fossilen Wirtschaft und Politik zur Rechenschaft ziehen und einen Beschluss für ein 100% Erneuerbare Energien-Japan fassen.

Andernfalls werden die atomaren und fossilen Katastrophen noch weiteren Tribut fordern, nicht nur in Hiroshima, Fukushima, Nagasaki und Kyoto.

Quelle: Hans-Josef Fell - 10.07.2018.

Veröffentlicht am

12. Juli 2018

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