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Erster Weltkrieg: “Gott mit uns”

Neuauflage der Pionierstudie von Heinz Missalla jetzt auch als gedrucktes Buch - Leseprobe

Heinrich Missalla: "Gott mit uns". Die deutsche katholische Kriegspredigt 1914-1918. [Neuauflage: edition pace & pax christi]. Nordestedt: BoD 2018. [Paperback; 132 Seiten; ISBN: 9783752815689; Preis: 5,60 Euro]
https://www.bod.de/buchshop/gott-mit-uns-heinrich-missalla-9783752815689

Heinrich Missalla (geb. 1926) beleuchtet in seiner Pionierstudie "Gott mit uns" den ersten Abgrund kirchlicher Kriegsassistenz im 20. Jahrhundert. Das erschlossene Material zur deutschen katholischen Kriegspredigt 1914-1918 kann in vielen Fällen nur als Blasphemie bezeichnet werden.

"Gott mit uns" lautete der Wahlspruch der preußischen Könige und des Kaiserreiches. "Gott mit uns" stand auch auf den Koppelschlössern der deutschen Soldaten, die zum Töten und Sterben in den Krieg geschickt wurden. "Gott mit uns" predigten schließlich Bischöfe, Weltpriester und Ordensgeistliche, die den Krieg als einen Weg der Erneuerung und als "heiligen Krieg" anpriesen.

Unter welchen Voraussetzungen konnte die katholische Kirche zum Werkzeug des staatlichen Kriegsapparates werden? Missalla sorgt in seiner Untersuchung von 1968 für Aufklärung: "Nationalistische Blickverengung, Blindheit für die Inanspruchnahme durch die Macht des Staates und ein auch heute noch naturhaftes, ungeschichtliches Denken sind die Ursachen für eine kritiklose Identifikation mit der jeweiligen politischen Wirklichkeit." (Umschlag der Erstausgabe, 1968) Demgegenüber ergibt sich für den Autor aus dem Glauben notwendig eine gesellschaftskritische Funktion der Kirche. Im Anhang der von pax christi - 2014 zunächst digital - vorgelegten Neuedition wird deutlich, dass er dieser Überzeugung in einem langen Leben bis heute treu geblieben ist.

[Leseprobe: III. Kapitel des Buches von Heinrich Missalla;
hier unter Wegfall der ausführlichen Quellenangaben und Anmerkungen.]

Die Religion im Dienst des Vaterlandes

1. Die Bedeutung der Priester

Aus apologetischen Gründen beschäftigten sich eine Anzahl Prediger damit, die Nützlichkeit der Religion und der Kirche für Deutschland und seinen gegenwärtigen Krieg nachzuweisen und ihre "Bedeutung für die Ermunterung der Soldaten zur treuesten Pflichterfüllung auf jedem Posten im Dienste des Vaterlandes" darzulegen. Dabei sei den "Priestern die Hebung der Volkskraft, die Erhaltung der Volksexistenz, die Bewahrung der Schlagkräftigkeit der Armee am Herzen gelegen, vor allem die Tugendbewahrung um Gotteswillen". Voller Genugtuung wird festgestellt, daß auch militärische Kreise das Wirken der Geistlichen anerkannt hätten, weil sie "durch ihr Wirken und durch ihre Ansprachen die Truppen in der Vaterlandsliebe bestärkten und in ihnen den Vorsatz befestigten, treu und fest bis zum Ende durchzuhalten". In den "Gedanken für eine Ansprache vor der Rekrutenvereidigung" schreibt ein ungenannter Verfasser, daß der Rekrut mit dem Schwur "die Sache des Vaterlandes zur Sache des Allmächtigen" mache und Gott selbst den verletzten Eid rächen werde. Gott wisse den zu finden, der Seinen heiligen Namen mißbraucht habe. Stolz auf das Ergebnis priesterlichen Wirkens äußert ein Verfasser: "An einem Volke, das wie die deutschen Katholiken sich in der Mobilmachung bewährt hat, wird aller Pessimismus zuschanden. Gott sei Dank: ganz umsonst haben wir Priester nicht gepredigt".

2. Die Rolle der kirchlichen Gnadenmittel

Die Hauptquellen für die Kraft der kämpfenden Truppe wie für die Heimat sehen die Prediger in den Sakramenten der Kirche wie im Gebet. Die Gnadenmittel der Kirche seien "Beruhigungsmittel", die die Todesgefahr ertragen ließen. Weil die Sakramente Frieden mit Gott schaffen, "kann man mutig selbst dem Tod ins Auge sehen". Wie man die Schlachtelefanten des Altertums durch das Zeigen von Taubenblut begeistert habe, "so begeistern sich christliche Helden zum Leidensmut, indem sie sich das Blut dessen vor Augen halten, der sich für uns auf die Kelter gelegt" hat. In einer Predigt "Das heiligste Sakrament gehört für den Krieg und erinnert an ihn" stellt ein Prediger noch 1917 die Frage: "Ob nicht auch das übernatürliche Brot des allerheiligsten Altarssakramentes seinen Anteil an den Erfolgen dieses blutigen Krieges hat?", und meint, daß die Tapferkeit der "bayerischen Löwen" nicht zuletzt in der "Nähe Gottes im Sakrament" ihren Grund habe. Aber auch das Fronleichnamsfest in der Heimat mit seinen "auf den Kriegston" gestimmten Gebeten und Gesängen sei "ein eigentlicher Kriegszug, eine Truppenbewegung der streitenden Kirche zur Unterstützung der kämpfenden Heere …".

Die Kommunion mache die "Krieger zu Helden" und lasse sie "Märtyrertaten" vollbringen. Die Engel kennten Wege und Bahnen der Kugeln und Granaten. Man solle zu ihnen beten, damit sie die Soldaten beim Herannahen der feindlichen Geschosse zur Seite nähmen. Doch die Engel sollen nicht nur schützen, es soll auch "mit diesen gewaltigen Streitern und Schützen voran gegen die Übermacht" gehen. "Mit den Engeln durch Kampf zum Sieg!". Der häufig zitierte Rosenkranz als "das ideale Kriegsgebet" von den Albigenserkriegen über Lepanto bis zu Andreas Hofer gehöre zum "Kriegsarsenal" und vervollständige "die Kriegsbereitschaft und Siegesbürgschaft". Er sei ein "Evangelium in der Westentasche …, das geistige Schwert Goliaths, das jeder handhaben und schwingen kann!".

3. Der Glaube als Quelle vaterländischer Tugenden

Der Sieg werde nicht garantiert durch Kanonen und Ausrüstung, sondern durch "die seelisch-sittliche Rüstung der Truppen". Die aber werde durch den Geist Jesu gegeben, der als "Heldengeist die stärkste Kriegshilfe" sei. "Der Glaube (ist) die beste und bewährteste Heldenschule …, aus welcher viele Millionen Märtyrer hervorgegangen sind". Ja, "ohne Gottesglauben ist die Treue bis in den Tod als sittliche Pflicht im Völkerleben überhaupt nicht zu begründen". So habe es auch der Kaiser gesehen und habe es ausgesprochen: "Nur ein guter Christ kann auch ein guter Soldat sein". Ganz im Geist der urpatriotischen Gesinnung Jesu, der nie die Grenzen seines Vaterlandes überschritten habe, sehe die Kirche im Dienst am Vaterland Gottesdienst. Sie "sichert wie keine andere Macht die Untertanentreue", weil sie selbst ganz auf Autorität gebaut sei. Die Erziehung zum Gehorsam gegen die Leitung der Kirche komme dem Staat zugute, weil der Katholik in ihm "Gottes Stellvertreter in weltlichen Dingen erkennt; … Darum auch die Erfahrung, daß staatsumstürzlerische Bewegungen nirgendwo einen schlechteren Nährboden finden als in gut katholischen Herzen, in denen wahrhaft der Glaube lebt". Weil die Kirche "mit aller Gewalt die Achtung vor der staatlichen Autorität gepredigt" habe, vereitelte sie die Hoffnung der Gegner auf inneren Zwiespalt und Umsturz. Trotz des Kulturkampfes seien die Katholiken in ihrer Staatstreue nie erschüttert worden. "Wegen der Erziehung zur Pflicht, zur Achtung vor der rechtmäßigen Autorität" gebühre heute der Kirche der Dank eines jeden echten Deutschen. Die Wurzeln für Gehorsam und Manneszucht ruhten im Glauben. Der Geist Jesu biete Heldengeist und sei darum die stärkste Kriegshilfe. Insbesondere die heilige Kommunion sei "dem Soldaten Kriegsschule soldatischen Opfergeistes". Durch die heilige Religion empfange der vaterländische Opfersinn seine höchste Weihe. In einer Neujahrspredigt spricht Bischof von Faulhaber von der Treue als einer sittlichen "Großmacht im deutschen Volkscharakter". Er erinnert an die Treue zur Heimat, zum Fahnen- und zum Firmeid und sagt: "Treue, das Mark der Tapferkeit, ist also Nachfolge Jesu!". An anderer Stelle nennt er die Treue Edelmannsart, Soldatenart, Germanenart und Gotteskinderart. "Erst durch die Glaubenslehre: Gott fordert die Wege der Treue, erhält die Fürsten- und Fahnentreue für das Volksgewissen die volle Majestät der Pflicht".

Auch Kardinal von Bettinger, Feldpropst der bayerischen Armee, sagt in einer Ansprache: "In dem Vorgesetzten, der in Erfüllung seiner amtlichen Pflichten befiehlt, erblickt der gläubige Christ den Stellvertreter Gottes in diesem Machtbereiche; die Erfüllung dieser Anordnungen gilt ihm darum als Erfüllung des göttlichen Willens". Der Benediktiner P. Restle kommentiert: "Wer als Soldat nicht gehorchen wollte, wäre ein Verräter, ein Verbrecher an der Kraft und an der Festigkeit und am Siege des deutschen Volkes und Heeres. Kameraden! Wahret diese heiligsten Güter des glorreichen deutschen Heeres, seid treu im Gehorsam! Jesus, unser Feldherr, lehre uns gehorchen!".

Ein altes Gottesgebot fordere, "die militärische Übermacht des Feindes nicht zu fürchten" (Dt. 20, 1-4). Die Furchtlosigkeit entspringe dem Glauben an die göttliche Vorsehung. "Sage mir niemand, es sei eine reine Frage des unglücklichen oder des glücklichen Zufalls, wen eine Kugel trifft und wen sie verschont… Die Kugeln, die uns umzischen, und die Granatsplitter, die uns umschmettern, sind nur Boten seines Willens, mögen sie treffen oder an uns vorübergehen". Napoleon habe um diese Kräfte des Glaubens gewußt; denn er sei "nicht in den Schulen der Aufklärung, sondern in der Kriegsschule von Brienne erzogen (worden) und die war geleitet von Franziskanermönchen". Begeisterung, Tapferkeit und Heldenmut auch zum Sterben lerne man nicht im höhnenden Materialismus, sondern im Christentum. Die Katholiken hätten nicht nur allzeit "zu den besten und treuesten Untertanen" gehört; es verankere nicht nur "die letzte Pflichterfüllung in der Treue gegen Gott"; es verleihe den Soldaten auch "die rechte Stimmung", sogar in den Tod zu gehen.

4. Beispiele zur Verwendung biblischer Texte

Weil das Evangelium "von unvergleichlicher Anpassungs- und Anwendungsfähigkeit" sei, biete es "Vorräte und Beiträge für alle Fälle und Lagen". Gerade die Prediger, die sich an der Heiligen Schrift orientieren wollen - so besonders die Bischöfe in dem von M. von Faulhaber herausgegebenen "Schwert des Geistes" -, benutzen die Texte im Stil der damaligen Zeit wie einen "Steinbruch". So wird das Weinberggleichnis auf den Soldatenberuf gedeutet, die Lesung von Septuagesima sei "eine markige Wirklichkeitspredigt und so recht eine Instruktion für Soldaten im Krieg"; das Bild auf dem Zinsgroschen wird zum Bild des Kaisers, "das im Herzen aller deutschen Soldaten lebt, teuer wie das Bild von Vater und Mutter, im verklärenden Schein deutscher Mannestreue", zum Bild "des friedfertigsten Herrschers des friedfertigsten Volkes". Und bei einer Predigt über den Guten Hirten werden aus den Schäflein-Soldaten Löwen, die den Kampf mit den Wölfen aufnehmen müssen, oder - je nach Bedarf - Hirten, die für die "Schäflein und Lämmlein daheim, für die Frauen und Kinder, für die Herde des ganzen Volkes" ihr Leben hingeben müssen. Die "Weisen aus dem Morgenlande" dienen als "Vorbilder im Aushalten und Durchhalten". A. Donders erkennt in Lk 2, 41-52 "ein Evangelium des Gehorsams", das er wie folgt anwendet: "Das Gesetz über alles! Dem Gesetze getreu! Kameraden! Wo das Gesetz spricht, ruft, gebietet, da sind auch wir zur Stelle". Die ganze Weltordnung ruhe auf dem Gehorsam. Der Gehorsam Jesu wird auf die Gegenwart gedeutet: "Kameraden! Diese schwere, ernste Zeit erfordert eine eiserne, militärische Disziplin", und der Prediger verheißt: "Im Gehorchen liegt der Sieg".

Bischof W. von Keppler münzt das Wort "Selig, wer sich an mir nicht ärgert", auf jene, die durch den Krieg zur zweifelnden Frage nach Gott und seinem Wirken kommen. "Und Schilfrohrnaturen und Weichlinge sind auch die Christen, die jetzt im Krieg sich an Gott und an Christus ärgern, weil nicht alles nach ihrem Willen geht, weichliche Naturen ohne Stahlgehalt und Erzgehalt". Zur dritten Versuchung Jesu durch den Satan schreibt von Keppler: "Ist nicht sie es, die unsere Feinde in den unseligen Krieg hineingehetzt hat, der Hunger nach noch mehr Geld, nach noch mehr Land, nach noch mehr Welt- und Meeresherrschaft?".

Ein anderer Autor gibt einer Osterpredigt den Titel: "Die erste Kunde vom Ostersieg. Eine Berichterstattung aus dem Lager des Feindes". "Der Krieg ist ein großer Lehrmeister und bringt deshalb nach dem Worte des Herrn ›Neues und Altes aus seinem Schatz‹ hervor (Mt 13, 3 2)".

5. Der Fall "Kriegsanleihe"

Ein besonderer Fall ist die Mahnung zur Zeichnung von Kriegsanleihen. Die Christen werden aufgefordert, "auch hierin in dieser schweren Zeit den Willen Gottes zu vollbringen". "Im Christentum ist es keine Frage mehr, sondern ein Gottesbefehl, Gut- und Blutsteuer für Kaiser und Reich zu zahlen". Es handle sich um eine Gewissenspflicht, die vom eigenen Seelenheil gefordert werde, vom vierten Gebot und auch vom Prediger unter Berufung auf Lk 14, 27 ff. (Ruf zum Alles-Verlassen und Parabel vom Turmbau und der Kostenberechnung des Königs). Da es "wohl keinen besseren Schuldner als den Staat, als das Reich" gebe, hätten auch die Bischöfe die Sicherstellung der Gelder als gewährleistet angesehen, so daß sie "selbst das heilige Gut der Kirche, der Armen und der Verstorbenen (Meßstiftungen)" darin anlegten. Allerdings sei die Sicherstellung der Anteile nur gewährleistet, wenn auf dem schon fest und unerschütterlichen Fundament des Sieges weitergebaut werde, denn bei einem verlorenen Krieg würden die Anteile mit dem Wohlstand des Staates durch die zu zahlenden Kriegsschulden und -entschädigungen vernichtet. Ohne die Geldmittel zur Fortsetzung des Krieges jedoch würden "die feindlichen Horden aus allen Zonen der Erde" Land und Existenz der Deutschen vernichten, "der wilde Strom der Kosaken und der Negersoldaten, der kirchenfeindlichen Franzosen und der papstfeindlichen Russen" würden das Land ausplündern. Ein Prediger schildert von der Waisenfürsorge bis zur Herstellung von Schrapnells, was zur Abwehr der Feinde getan werden müsse. Er malt Schreckensbilder dessen, was Deutschland nach einem verlorenen Krieg zu erwarten habe. Nach dem Willen der Feinde würde Deutschland "ein einziger großer Kirchhof" sein und dem Rest des deutschen Volkes ein "Frondienst nach Art der schlimmsten Sklaverei und Leibeigenschaft" bevorstehen.

Diese Aufrufe und Beschwörungen zur heiligen Kriegsanleihe sind wie ein letztes Aufbäumen auch der Prediger. Die hier zitierten Predigten zählen zu den wenigen, die im letzten Kriegsjahr noch gedruckt wurden.

6. Die Verklärung des Soldatentodes

Das "Süß und ehrenvoll …" des Altertums wird im Predigerpathos mit religiöser Terminologie ausgesagt und ideologisiert. Wie Jesus gehorsam war bis zum Tod, so hätten sich die Helden hingegeben, um Deutschland vor seinen Feinden zu retten. Das heilsgeschichtliche Muß des Leidens Christi nach Lk 24, 26 wird auf das Leiden und Sterben der christlichen Soldaten umgemünzt. Beim schönen Heldentod fürs Vaterland ohne Gottesliebe "fehlt dieser Hingabe die letzte Weihe, der tiefste Adel, das Stäubchen Ambra, das ihr vor der Ewigkeit Wert verleiht. Diese letzte Vollendung kann ihr nur die Religion Jesu geben". Weil der Soldat "im Rufe des Königs Gottes Ruf und im Kriegsdienst Gottesdienst erkennt", sei sein Tod auf dem Schlachtfeld ein Märtyrertod, der alle Sündenschuld sühne und "sogleich in den Himmel" führe. Darum sei der Krieg für diejenigen, die vom Schlachtfeld in den Himmel kommen, "das größte Glück".

N. Peters schreibt: "Dreimal selig zu preisen, wer sein Leben lassen dürfte als Streiter Gottes in diesem heiligen Kriege!". Die Bereitschaft "zur heiligsten Liturgie vaterländischer Opfergesinnung" habe zum "Opferhochamt des Kampfes" geführt. Beim Auszug der Soldaten hieß es: "Am Altarstein läßt sich so gut und scharf das Schwert schleifen; an der heiligsten Opferstätte legt sich so starke Kraft in die von den Vätern ererbte Wehr"; vom Ende der Gefallenen: "Das Sterben auf der Walstatt ist umflossen von einem strahlenden Schimmer seltener Schönheit und Würde, Weihe und Größe. Denn er ist eingefaßt und umrahmt von einem ganzen Kranz hoher, seelisch-sittlicher Offenbarungen, vor denen die Menschheit immer in stummer Verehrung sich beugt … umglänzt von der Gloriole der Heiligkeit!".

Bischof Bertram predigte: "O glücklicher Heldentod eines braven katholischen Soldaten! Auf solche braven Soldaten dürfen wir das Wort des heiligen Paulus anwenden: ›Ein Schauspiel sind wir geworden der Welt, den Engeln und den Menschen‹". Bischof von Faulhaber weiß von zwei befreundeten Tirolern zu berichten, die abends im Unterstand gemeinsam den Rosenkranz gebetet hatten. "Nachts um 11 Uhr durch eine Ekrasitgranate mitsammen tödlich verletzt, umarmten sie sich: ›Wir sterben mitsammen, gelt, wir sterben mitsammen. Für unsern Kaiservater in Wien sterben wir gern‹. Rosenkranz und Herz-Jesu-Bund hatten ihnen die Sterbensnot nicht ferngehalten, aber leichter gemacht".

Wenn man den Krieg zum heiligen Kampf erklärt, und wenn man Vaterland und Kaiser mit einer Gloriole umgibt, vermag man auch zu sagen: "Kriegertod ist kein Tod! Er ist umstrahlt vom Taborglanz der Unsterblichkeit und des ewigen Lebens".

Veröffentlicht am

19. April 2018

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