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Verfahren in der Türkei eröffnet: Familie, Freund*innen und Kolleg*innen fordern Freilassung des deutschen Seminarleiters und Fotografen Peter Steudtner

Die Familie, Freund*innen und Kolleg*innen des Seminarleiters, Coachs und Fotografen Peter Steudtner verurteilen die Aufnahme eines Verfahrens gegen ihn wegen Verdachts auf Unterstützung einer bewaffneten Terrorgruppe und fordern seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Steudtner wurde zusammen mit seinem schwedischen Kollegen Ali Gharavi und acht weiteren bekannten türkischen Menschenrechtler*innen am 5.7. während eines Workshops in der Türkei festgenommen, darunter die Direktorin von Amnesty International Türkei, Idil Eser. Für sechs von ihnen wurde am Morgen des 18.07.2017 die Untersuchungshaft angeordnet, darunter Steudtner, Gharavi und Eser.

Peter Steudtner war Referent eines für fünf Tage geplanten Seminars zum Thema Informationsmanagement und Umgang mit Stress und Trauma, unterstützt von der internationalen Entwicklungsorganisation HIVOS. Das Seminar endete am vierten Seminartag abrupt mit der Verhaftung aller Anwesenden am 5. Juli. Nach einer zweiwöchigen Frist der Haft ohne Anklage, wurden Steudtner und Gharavi heute Morgen in Untersuchungshaft überführt. Die Unterdrückung von menschenrechtlichem Engagement durch die türkische Regierung erreicht damit einen neuen Höhepunkt.

"Wir sind schockiert, dass das gewaltfreie Engagement von Peter Steudtner für friedliche Menschenrechtler*innen dazu geführt hat, dass er jetzt im Gefängnis ist. Es ist abwegig, ihm die Unterstützung einer bewaffneten Terrorgruppe zu unterstellen. Seminare wie dieses sind gängige Weiterbildungen für Menschenrechtsorganisationen, damit sie vertrauliche Daten verwalten können, wie Zeugenaussagen zu Menschenrechtsverletzungen oder vertrauliche persönliche Informationen von Betroffenen. Wir fordern die unverzügliche Freilassung aller Menschenrechtler*innen und die Einstellung der Verfahren", so Daniel Ó Cluanaigh, Menschenrechtsberater aus Berlin und Sprecher für die Angehörigen in Deutschland.

Peter Steudtner lebt mit seiner Partnerin und zwei Kindern in Berlin. Seine Partnerin Magdalena Freudenschuss sagt: "Nicht zu wissen, wann Peter entlassen wird, macht uns Angst, aber auch wütend. Peter fehlt, uns im Alltag und vielen mit seiner Arbeit für eine gerechtere, friedlichere Welt."

Der 45-jährige Deutsche widmet sich seit Jahrzehnten beruflich und privat der Friedensarbeit. Dazu gehört die Beratung und Fortbildung von Fachkräften und Organisationen im Bereich ziviler gewaltfreier Konflikttransformation, u.a. im Rahmen des Programmes "Ziviler Friedensdienst", in Ländern wie Nepal, Kenia, Mosambik und Palästina/Israel.

Die Festnahme wurde von Mitgliedern des Bundestags verschiedener Parteien verurteilt, so auch von Dr. Bärbel Kofler (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe am 7.7.: "Die fortdauernde Strafverfolgung von engagierten Menschenrechtsverteidigern, von Journalisten und Oppositionellen droht gerade jene Kräfte zu ersticken, die für jede demokratische Gesellschaft schlichtweg unabdingbar sind."

Bitte unterstützen Sie folgende Petitionen:

Quelle:  Kurve Wustrow - Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion , 18.07.2017.

Veröffentlicht am

18. Juli 2017

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