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AKW Philippsburg: Seit 32 Jahren illegal am Netz

Atomkraftgegner fordern, den Reaktor endgültig abzuschalten

Laut dem baden-württembergischen Umweltministerium ist das AKW Philippsburg 2 seit Jahrzehnten nicht gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze gesichert. Im Bauplan des AKW war ein Fehler, der im Falle eines Falles zum Ausfall der Notkühlung führen könnte. Die Folge wäre eine Kernschmelze. Sowohl der Betreiber EnBW als auch die Atomaufsicht gingen über drei Jahrzehnte von völlig falschen Sicherheitsvoraussetzungen aus. So wie das Kraftwerk gebaut wurde, hätte es nie genehmigt werden dürfen.

Der Leiter der Atomaufsicht, Gerrit Niehaus, erklärte im SWR: "Wir müssen feststellen, dass das Kernkraftwerk Philippsburg II 30 Jahre lang nicht so sicher war, wie wir das bei Genehmigungserteilung angenommen haben. Der Störfall eines Erdbebens oder eines Flugzeugabsturz wäre nicht sicher beherrscht worden."

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

"Das AKW Philippsburg darf nie wieder ans Netz gehen. Selbst wenn sich der jetzt erkannte Fehler durch Nachrüstungen beheben lässt, ist davon auszugehen, dass es weitere Sicherheitsmängel gibt, die bis heute einfach noch niemand entdeckt hat. Es ist ja offensichtlich möglich, dass ein AKW Jahrzehnte lang betrieben werden kann, ohne den Sicherheitsbestimmungen zu entsprechen. Es war auch jetzt mehr oder weniger Zufall, dass die Mängel überhaupt entdeckt wurden.

Die noch laufenden acht Atomkraftwerke in Deutschland werden für die Stromversorgung nicht mehr benötigt. Es ist absolut fahrlässig, die meisten davon noch bis 2022 am Netz zu lassen. Ein Ausstiegs-Beschluss vermindert nicht das Risiko, sondern erst das tatsächliche Abschalten der Reaktoren."

Quelle: .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie - Pressemitteilung vom 24.02.2017.

Veröffentlicht am

24. Februar 2017

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