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30 Sekunden näher am Weltuntergang

Weltuntergangsuhr vorgestellt

Nach der Wahl von Donald Trump als neuem US-Präsident haben die Wissenschaftler der "Bulletin of Atomic Scientists" (BAS) entschieden: Die Gefahr eines Weltuntergangs ist gestiegen, vor allem aufgrund von Atomwaffen und dem Klimawandel. Seit Anfang 2015 stand die so genannte Weltuntergangsuhr (englisch: Doomsday Clock) bei drei Minuten vor Zwölf. Diese Uhr soll zeigen, wie nah die Welt am Abgrund steht. Nun wurde der Zeiger der Uhr auf 2 1/2 Minuten vor 12 vorgerückt. Das erste Mal seit 64 Jahren, dass die Uhr so nah an Mitternacht steht.

Die IPPNW teilt die Einschätzung, die Uhr vorzurücken, und äußert große Besorgnis, dass die globalen Bedrohungen weiter gestiegen sind. Die Ärzteorganisation fordert den neuen Außenminister Sigmar Gabriel auf, sich dringend für ein Atomwaffenverbot stark zu machen.

Als Begründung für ihre Entscheidung nennen die Wissenschaftler der Bulletin of Atomic Scientists, dass der neue US-Präsident aufgrund seiner Äußerungen über eine Aufrüstung, den Einsatz und die Verbreitung von Atomwaffen, eine bereits instabile Lage verschlimmert habe. Hinzu komme seine Ablehnung des wissenschaftlichen Konsenses zum Klimawandel. Zum anderen bewerten sie den weltweiten Aufstieg des Nationalismus im letzten Jahr als weitere Bedrohung.

Xanthe Hall, Abrüstungsexpertin der IPPNW erklärt: "Langsam wachen die Menschen aus ihrem Dornröschenschlaf auf und erkennen, dass die Atomwaffen uns nach wie vor bedrohen. Wenn jemand wie Donald Trump die Macht hat, 4.000 Atomwaffen einzusetzen, verunsichert dieses Wissen viele Menschen. Wir spüren eine neue Angst. Es ist jedoch nicht zu spät zu Handeln. Bereits im März beginnt die Mehrheit der Staaten weltweit Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot. Wir fordern Deutschland auf, diese Initiative zu unterstützen."

Die IPPNW sieht ein Atomwaffenverbot als einen wichtigen Schritt, um die Abrüstung wieder in Gang zu bringen. "Wie damals der Atomwaffensperrvertrag die Verbreitung von Atomwaffen stark eingegrenzt hat, so hoffe ich, dass ein Atomwaffenverbot als völkerrechtliche Norm eine neue Aufrüstungswelle verhindert. Rund 130 Staaten, die weltweit die Atomwaffen genauso ächten wollen, wie biologische und chemische Waffen, stehen 38 Staaten gegenüber, die sich weiterhin an diesen Waffen klammern - darunter auch die deutsche Bundesregierung. Ein Atomwaffenverbot würde einen globalen Paradigmenwechsel in der Sicherheitspolitik darstellen," so Hall weiter.

2017 wird die IPPNW mit der Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (kurz: ICAN) den Verbotsprozess, der am 27. März 2017 in New York beginnt, mit vielen Aktionen begleiten.

Quelle:  IPPNW - Pressemitteilung vom 27.01.2017.

Veröffentlicht am

27. Januar 2017

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