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Ärzteorganisation fordert Rückkehr zur Waffenruhe

Eskalation in Aleppo - UN-Forderung nach Feuerpause

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW unterstützt die Forderungen des Internationalen Roten Kreuzes an alle beteiligten Kriegsparteien in Syrien, die Zerstörung und das Töten im umkämpften Aleppo zu beenden. Ein erster Schritt dahin könnte die von der UN vorgeschlagene wöchentliche 48-stündige Feuerpause sein. Die humanitäre Situation in der belagerten Stadt Aleppo ist katastrophal. Nach Angaben von Unicef sind zwei Millionen Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten, die medizinische Infrastruktur ist weitgehend zerstört. Allein im Juli hat es laut Weltgesundheitsorganisation zehn Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen gegeben. Dies ist völlig inakzeptabel - Krankenhäuser sind keine Zielscheiben.

Die Einmischung der verschiedenen Kriegsparteien - seien es Russland, die USA, der Iran, Saudi-Arabien, Katar oder die Türkei - birgt das gefährliche Potential einer internationalen Eskalation des Syrienkrieges. An dem Krieg sind mittlerweile mehrere Atomwaffenstaaten beteiligt. Jüngst hat die US-Denkfabrik Stimson Center Sorge um die Sicherheit der auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei stationierten US-Atomwaffen geäußert. Die unweit der Grenze zu Syrien gelagerten Waffen könnten in die Hände von "Terroristen oder anderen feindlichen Kräften" gelangen. Die Bundesregierung hat die Türkei zudem in einer vertraulichen Stellungnahme als "zentrale Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen" bezeichnet. Die Unterstützung militärischer Gruppierungen im eigenen Machtinteresse und ohne Rücksicht auf menschenrechtliche Bedenken, wie sie auch von sämtlichen anderen externen Akteuren betrieben wird, ist ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu Lösungen im Konflikt.

Laut Medienberichten operieren zudem mindestens 2.000 ausländische Spezialkräfte aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich im Norden des Landes. Alle Staaten, die direkt oder indirekt am Bürgerkrieg in Syrien beteiligt sind, müssen jegliche Form von militärischer Unterstützung, Angriffsflügen, Waffenlieferungen oder logistischer Unterstützung einzelner Kriegsparteien einstellen, um eine Rückkehr zum Friedensprozess zu ermöglichen. "Die Probleme der Menschen in Syrien und der Geflüchteten lassen sich nur angehen, wenn die Konflikte nicht militärisch ausgetragen werden. Daher muss die Bundesregierung ihre direkte und indirekte Unterstützung von Kampfhandlungen sofort beenden. Stattdessen braucht es noch deutlich mehr Engagement für Verhandlungen auf allen Ebenen und mit allen Konfliktparteien", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Susanne Grabenhorst.

Die IPPNW fordert eine Rückkehr zu der im Februar verhandelten Waffenruhe. Jegliche kriegerischen Handlungen müssen sofort gestoppt werden und die Genfer Konventionen eingehalten werden.

  • Am 1. September, dem Antikriegstag, startet die neue Kampagne "MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien". Weitere Informationen unter www.macht-frieden.de

Quelle:  IPPNW - Pressemitteilung vom 19.08.2016.

Veröffentlicht am

19. August 2016

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