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Konstantin Wecker: Wie, glauben Sie, wird eines Tages die Geschichte über Sie richten?

Immer wieder belästigen Flüchtlinge vernünftige Mittel- und Nordeuropäer, indem sie aufdringlich auf die Tränendrüse drücken: mit Bildern von Elend und Not, weinenden Kindern usw. Man kennt das ja. Manche schrecken nicht mal davor zurück, sich tot auf einen Strand zu legen, um europäische Politiker emotional zu erpressen. Das lassen die sich aber nicht mehr länger gefallen. Die österreichische Innenministerin Mikl-Leitner geht mit gutem Beispiel voran und zeigt längst überfällige Härte gegen die Zudringlichen. Hier Konstantin Weckers Kommentar.

Von Konstantin Wecker

Liebe Freunde,

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bleibt nach der faktisch vollständigen Schließung der sogenannten Balkanroute für Flüchtlinge hart. "Das Schließen der Balkanroute verläuft planmäßig, und diese Uhr wird nicht zurückgedreht", sagte sie der Zeitung "Welt". Zugleich lobte sie das abgestimmte Vorgehen der Innenbehörden der Länder entlang der Route. "Diese Allianz der Vernunft hat bisher den entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Stabilität und Ordnung für die Menschen in Europa zu wahren."

Haben Sie die Bilder der Not gesehen, Frau Mikl-Leitner, oder sehen Sie einfach weg? Haben Sie gesehen wie Idomeni im Schlamm versinkt? Unter katastrophalen hygienischen Zuständen leiden, darben und verrecken Menschen, die Sie mit auf dem Gewissen haben, Frau Mikl-Leitner.

Die Allianz der Vernunft nennen Sie das? Es ist die Allianz des arroganten Terrors einer behäbigen, satten und ängstlichen, ja feigen Gesellschaft, die Sie zu bewahren suchen.

Wir haben am Heldenplatz mit 160.000 ÖsterreicherInnen die Willkommenskultur gefeiert. Was für eine empathische Nacht. Ist diese "Allianz der Vernunft" nun die perverse Antwort auf dieses Fest der Menschlichkeit?

Wer bezahlt Sie, Frau Mikl-Leitner, für Ihr populistisches und restlos unvernünftiges und unrealistisches Handeln? Wie, glauben Sie, wird eines Tages die Geschichte über Sie richten?

Warum fahren Sie nicht mal selbst in eines dieser Lager und sehen sich das Elend an, anstatt dumm von einer "Allianz der Vernunft" zu schwätzen. Der Anblick könnte Ihr Leben verändern, Frau Mikl-Leitner.

Erich Fenninger von der Volkshilfe Österreich schreibt: "Das Schließen der Grenzen ohne Begleitmaßnahmen hat eine Humanitäre Katastrophe produziert. Eine empathielose Politik, die sich ausschließlich an empathiebefreite Menschen richtet." Und Alexis Tsipras sagt: "Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich. Im Ägäischen Meer werden nicht nur tote Kinder, sondern die gesamte Zivilisation Europas angespült."

Irgendein Rassist von der AfD soll gesagt haben "wir dürfen uns von weinenden Kindern nicht erpressen lassen". Wissen Sie wer sich nicht von weinenden Kindern erpressen lässt, Frau Mikl-Leitner? Ausschließlich schwer geschädigte Psychopathen.

Quelle: Hinter den Schlagzeilen - 11.03.2016.

Veröffentlicht am

12. März 2016

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