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Roland Rottenfußer: 2016

Dieses Gedicht hat Roland Rottenfußer Ende 2011 unter dem Titel "2012" veröffentlicht - das ominöse Jahr, von dem in Esoterikerkreisen damals Wunder erwartet worden waren. Es hat auch welche gegeben, alles ist super gelaufen - allerdings nur für die Rüstungsindustrie, den Rechtspopulismus in Deutschland und all die Terrorpanikmacher und Überwachungsverschärfer. Wie auch immer: "Wir hoffen immer, und in allen Dingen ist besser hoffen als verzweifeln." (Goethe: Torquato Tasso)

Von Roland Rottenfußer

2016

Spürst du es auch? Es ist kein Drang, eher ein Sog,
Der uns die Zukunft wieder weit zu öffnen scheint.
Wir ahnen jetzt, wie beispiellos man uns betrog
Und schreien heraus, was schon so lange in uns weint.

Sie wollten Wachstum, doch was wuchs, waren Geschwüre,
Sie nahmen Zinsen und bemäntelten den Raub.
Dies ist gewiss der letzte Tango der Vampire.
Beim Licht der Wahrheit zerfällt ihre Macht zu Staub.

Dahin der Glanz, in dem sich Kleptomanen sonnten.
Der Kehraus naht, unter den Masken schwitzt man Blut.
Niemand versteht mehr, wie wir denen glauben konnten.
Zuerst ist Scham da, dann auf einmal sehr viel Wut.

Und die Verzagten, sie versetzen plötzlich Berge.
Was sie bedrohte, war nur Holoprojektion.
Und all die Scheinriesen im Anzug sind nur Zwerge,
Sie prellen keinen mehr um den verdienten Lohn.

Der neue Mensch macht sich nicht länger klein.
Er ist zu freiheitsliebend, um noch liberal zu sein.
Lass uns zusammen träumen ohne Scheu.
Im Jahr 2016 wird alles neu.

Und an der Wall Street sieht man Mauerspechte hacken,
In ein paar Tagen ist die Räuberhöhle Schutt.
Man sieht die Händler hektisch Geld in Koffer packen.
Doch wohin fliehen? Wo sie auch hingehen, wächst die Wut.

Und aus den Chefetagen fliehen nackte Kaiser.
Der Papst tritt ab, sein Petersplatz bleibt immer leer.
Und die Befehlshaber sind schon vom Brüllen heiser -
Es ist umsonst, denn es gehorcht jetzt keiner mehr.

Der Drache schnaubt, um seine Höhle toben Stürme.
Noch deckt sein Wanst den Schatz, doch bald schon ist es aus.
Und die Missbrauchten strömen in die Bankentürme
Und säen auf den Dächern Krokussamen aus.

In den Ruinen eines Kerkers tanzen Menschen
Froh um ein Feuer, wo man Aktien verbrennt.
Und niemand darbt mehr, weil sich alle alles schenken,
In einer Welt, die keine Schuldscheine mehr kennt.

Kein Herrscher mehr, weil jeder König ist.
Von der Befreiung trennt uns nur noch eine kurze Frist.
Und alle Masken fallen, ihr werdet sehen.
Im Jahr 2016 wird’s geschehen.

Und kein Versklavter übertüncht mehr seine Ketten.
Man sieht Versteinerte, die wiederauferstehen.
Und all die Großsprecher, es waren Marionetten.
Man kann die Fäden jetzt nur allzu deutlich sehen.

Über das Pflaster weht der Wind vergilbte Lügen
Und eine Überwachungskamera zerschellt.
Man hat es satt, sich Unerträglichem zu fügen,
Und schlägt die Zelte auf in dieser Zwischenwelt.

Vielleicht sind Aliens unterwegs, um uns zu retten,
Kosmische Strahlen aus der Tiefe unseres Raums.
Jedoch, ich würde mich nicht trauen, darauf zu wetten,
Es wäre schön, aber wahrscheinlich ist es kaum.

Propheten sagen, diese Welt geht demnächst unter,
Doch ich verspreche, eine neue Welt entsteht
Wenn wir zusammenstehen, erschaffen wir ein Wunder,
Bevor die Menschheit ganz real zugrunde geht.

Wir dürfen hoffen, aber noch nicht ruhen,
Wenn es geschehen soll, dann müssen wir es selber tun.
Was keines Menschen Auge je gesehen,
Im Jahr 2016 wird’s geschehen.

Quelle: Hinter den Schlagzeilen - 31.12.2015. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Roland Rottenfußer.

Veröffentlicht am

01. Januar 2016

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