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Kolumbien: Soziale Organisationen fordern beidseitigen Waffenstillstand

Zunehmende militärische Bodenoffensiven gegen die FARC, die sich einseitig im Waffenstillstand befindet, gefährden die Friedensgespräche der Regierung mit dieser Guerilla. Diese Besorgnis äußert pax christi - Deutsche Sektion e.V. zusammen mit 130 Organisationen der internationalen Zivilgesellschaft in einem offenen Brief vom 19.11.2015. Wir fordern die kolumbianische Regierung auf zu deeskalierenden Maßnahmen und einem beidseitigen Waffenstillstand sowie zum Schutz der Zivilbevölkerung nach internationalem Humanitärem Völkerrecht.

Die pax christi-Kommission "Solidarität Eine Welt" steht im Kontakt mit dem kolumbianischen Sozialen Observatorium (Veeduría Social), zu dem mehrere große Friedensnetzwerke und Zusammenschlüsse sozialer Organisationen, u. a. die Sozialpastoral gehören. Diese beklagen, dass die zunehmenden Militärangriffe den seit Juli einseitigen Waffenstillstand der FARC bedrohen und im Widerspruch zu der in Havanna angekündigten Deeskalation des Krieges und der Beschleunigung des Friedensprozess stehen.

Auch das Wachsen paramilitärischer Strukturen in einigen Regionen des Landes, in denen die staatlichen Streitkräfte stark präsent sind, stelle eine Gefahr für die Zivilbevölkerung dar sowie für die Möglichkeit der späteren Umsetzung der Friedensabkommen. Statt einer Waffenruhe seien die Streitkräfte bisher nur bereit, Luftangriffe auszusetzen.

Die Unterzeichnenden forderten die Regierung auch auf, umgehend offizielle Friedensverhandlungen mit der Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN), der zweitgrößten Rebellenorganisation des Landes, aufzunehmen.

Der Wortlaut des Schreibens an die kolumbianische Regierung mit Angabe aller Unterzeichnenden auf Spanisch sowie in englischer Übersetzung kann hier heruntergeladen werden:

 

Quelle:  pax christi Deutschland - Pressemitteilung vom 25.11.2015.

Veröffentlicht am

25. November 2015

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