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Nach dem Einsatz von Atomwaffen können Ärzte nicht helfen

IPPNW-Ärzte und Ärztinnen aus Bremen halten Mahnwache in Büchel

Ärztinnen und Ärzte der Friedensorganisation IPPNW veranstalten heute eine Mahnwache vor dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel, der letzte Atomwaffenstandort Deutschlands. Drei Bremer MedizinerInnen sitzen seit 7.30 Uhr in weißen Kitteln vor dem Zaun vor dem Haupttor zum Fliegerhorst, den die Polizei dort kurz nach Beginn der Blockade-Aktion "Büchel 65" errichtet hat. Sie protestieren gegen die dort stationierten US-Atomwaffen, die im Ernstfall von deutschen Piloten abgeworfen werden. Und sie machen aufmerksam auf die Ende April in New York beginnnende Atomwaffensperrvertrags-Konferenz. Eine IPPNW-Delegation wird sich dort für die Aufnahme von Verhandlungen über eine Ächtung von Atomwaffen einsetzen.

Die IPPNW mahnt: Atomwaffen sind in ihrem Zerstörungspotenzial einzigartig. Eine einzige Atombombe, abgeworfen über einer großen Stadt, kann Millionen Menschen töten. Im Falle eines atomaren Angriffs wäre die medizinische Infrastruktur zerstört und effektive humanitäre Hilfe unmöglich. In einem atomaren Konflikt, wird Büchel nicht nur Ausgangsort für den Massentod sein, sondern auch Ziel.

In diesem Jahr jährt sich der Atomwaffenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal. Binnen Sekunden wurden in Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 mehr als 200.000 Menschen getötet, unzählige schwer verletzt. Bis heute sind die nachfolgenden Generationen durch genetische Schäden belastet.

Im Dezember 2014 hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz auf einer Staatenkonferenz in Wien die katastrophalen humanitären Konsequenzen eines Atomwaffeneinsatzes erneut eindringlich betont. Der Einsatz von Atomwaffen durch die USA oder Russland würde das Überleben der Menschheit in Gefahr bringen.

Statt abzurüsten, investieren alle Atomwaffenstaaten - angeführt von den USA und Russland - Milliarden in die Modernisierung ihrer nuklearen Arsenale. Das betrifft auch die US-Atombomben des Typs B-61, die in Büchel gelagert werden und deren Abwurf unter NATO-Befehl von deutschen Kampfjetpiloten geübt wird. Der vom Bundestag 2010 beschlossene Wunsch nach einem Abzug dieser Atombomben wird laut Außenminister Steinmeier wegen der Krise in der Ukraine nicht mehr verfolgt.

Vom 27. April bis 22. Mai 2015 findet in New York die Überprüfungskonferenz zum nuklearen Nichtverbreitungsvertrag statt. Die IPPNW setzt sich auf der Konferenz für einen völkerrechtlichen Verbotsvertrag ein. Deutschland gehört noch nicht zu den 155 Staaten, die sich in einer UN-Erklärung für die Ächtung des Einsatzes von Atomwaffen "unter allen Umständen" ausgesprochen haben. Ebenso wenig gehört Deutschland zu den rund 70 Staaten, die - mit Österreich als Vorreiter - ein Verbot von Atomwaffen vorantreiben wollen.

Quelle:  IPPNW - Pressemitteilung vom 15.04.2015.

Veröffentlicht am

16. April 2015

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