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Israel: Kriegsdienstverweigerer erneut inhaftiert, zum 5. und 9. Mal

Heute wurde der israelische Kriegsdienstverweigerer Udi Segal zum fünften Mal zu einer Haftstrafe verurteilt, dieses Mal zu 10 Tagen. Bereits am 20. Oktober war Uriel Ferera zum neunten Mal wegen seiner Kriegsdienstverweigerung zu einer Haftstrafe verurteilt worden, von 20 Tagen. Connection e.V. protestierte bei der deutschen Botschaft in Berlin gegen die fortgesetzte Verfolgung der Kriegsdienstverweigerer.

Udi Segal tritt in Hungerstreik

Udi Segal wurde zum 5. Mal verurteilt, zu einer Haftstrafe von 10 Tagen. Bei ihm summiert sich die Haft auf nun insgesamt 60 Tage. Als Protest gegen seine erneute Inhaftierung trat Udi Segal in Hungerstreik, um eine sofortige Freilassung zu erreichen.

Im Juli 2014 hatte er erklärt: "Das Ziel meiner Kriegsdienstverweigerung ist das Ende der Besetzung. Aber in der gegenwärtigen Lage zählt vor allem, dass die israelischen BürgerInnen ihre Augen öffnen, dass sie über den Sinn der Besatzung nachdenken und darüber, was es bedeutet, in der Armee zu dienen - und dass darüber besonders Heranwachsende nachdenken, die sich dem wehrpflichtigen Alter nähern. Was die laufende Militäroperation in Gaza anbetrifft, so rufe ich die SoldatInnen und die ReservistInnen dazu auf, Befehle zu verweigern und nicht am Massaker teilzunehmen."

Der 18-jährige hatte im Sommer 2013 im Rahmen der Aktion "Ferien vom Krieg" des Komitees für Grundrechte und Demokratie an einem Dialogseminar zwischen jungen Menschen aus Israel und Palästina (Westbank) in Deutschland teilgenommen. In verschiedenen Interviews machte er deutlich, dass der dabei entstandene unmittelbare Kontakt mit den vorgeblichen Feinden und die in den Seminaren gemachten Erfahrungen ihn darin bestärkt habe, den Kriegsdienst zu verweigern.

Uriel Ferera zum 9. Mal verurteilt

Mit der neunten, diesmal zwanzigtägigen, Haft summiert sich Uriel Fereras gesamte Haftstrafe auf 160 Tage. Der in Beer Sheva lebende orthodoxe Jude hatte in einer Stellungnahme im Juli betont: "Die Armee verletzt in den besetzten Gebieten die Menschenrechte, tötet und erniedrigt die palästinensische Bevölkerung. Für mich als gläubige Person steht das in Widerspruch dazu, das Gott uns nach seinem Bild erschaffen hat und dass wir kein Recht dazu haben, Menschen Schaden zuzufügen. Im Moment gibt es in Gaza einen Einsatz. Die Armee greift Ziele an, an denen es unschuldige Menschen gibt, Frauen und Kinder. Ich hoffe, dass dieser Einsatz beendet wird, dass die Besatzung beendet wird, dass wir alle gemeinsam in Frieden leben können. Ich bin stolz auf mich selbst, nicht an den Kriegsverbrechen teilzunehmen, sondern stattdessen ins Gefängnis zu gehen."

Der 18-jährige hatte vor der ersten Inhaftierung einen Antrag an den Prüfungsausschuss für Kriegsdienstverweigerer gestellt, der jedoch abgelehnt wurde.

Bitte um Protestschreiben

Connection e.V. bittet um Protestschreiben an die israelische Regierung und den israelischen Botschafter in Berlin. Schreiben können online verschickt werden über die Website

Quelle:  Connection e.V. - 29.10.2014.

Veröffentlicht am

30. Oktober 2014

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