Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Das Wunder vom Checkpoint Charlie: Martin Luther Kings Ost-Berlin-Besuch vor 50 Jahren

Von Georg Meusel

Mit der Kreditkarte durch die Berliner Mauer

"Am 13.9.1964 gegen 19.40 Uhr erscheint der Negertheologe Dr. Martin Luther King … zur Einreise mit einem VW Bus BZX 27 an unserem KPP", so dokumentiert es Oberst Engelbrecht von den DDR-Grenztruppen gegenüber der Hauptabteilung Passkontrolle und Fahndung des Ministeriums für Staatssicherheit an dem Kontrollpunkt, der im Westen Checkpoint Charlie genannt wird. "In seiner Begleitung befinden sich zwei USA-Bürger … Diese beiden Bürger geben am Schalter an, dass ihr Kollege, sie nannten keinen Namen, den Reisepass in Westberlin vergessen hat".

Nun, er hatte ihn nicht vergessen. Das US State Department wollte nicht, dass King, der in den USA von seinen Gegnern als "Kommunist" verschrien war, zu den "Kommunisten" reist, und hatte seinen Pass eingezogen. So sein Begleiter und Dolmetscher Ralph Zorn, Pfarrer für die in West-Berlin stationierten US-Truppen.

Wenige Tage vor seinem Berlin-Besuch hatte sich Martin Luther King gegen die Präsidentschaftskandidatur des konservativen Hardliners der Republikaner Barry Goldwater ausgesprochen, der die Bürgerrechtsgesetze zurückschrauben wollte und zur US-Außenpolitik erklärte, mit der Atombombe könne man "prima den vietnamesischen Dschungel entlauben". Dafür wurde King im Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), dem NEUEN DEUTSCHLAND, hoch gelobt.

Doch so nah, dass er in Ost-Berlin predigte, wollte die SED-Führung mit ihrer Ideologie der bewaffneten Revolution und des Befreiungskrieges den afroamerikanischen Bürgerrechtskämpfer mit seiner Gewaltlosigkeit nun auch wieder nicht haben, zumal Parallelen der politisch-ideologische Diskriminierung in der DDR zur rassischen Diskriminierung in den USA vielen ihrer Bürger längst aufgefallen waren.

Wenige Tage zuvor, am 1. September, war das Bausoldatengesetz zur Entkriminalisierung, aber auch zur Kanalisierung der Wehrdienstverweigerer in der DDR, in Kraft getreten und daher das Thema Gewalt und Gewaltfreiheit in vieler Munde.

Keine Zeitung, kein Rundfunksender der DDR meldete Kings Ost-Berlin-Besuch. Doch die Mund-zu-Mund-Propaganda in den Kirchgemeinden funktionierte und der West-Berlin-amerikanische Sender RIAS half ein wenig nach.

Rund 3.000 Menschen standen nichtsahnend vor dem Portal der Marienkirche am Alexanderplatz, wo sich der Neptunbrunnen befindet, als Martin Luther King am Checkpoint Charlie gerade Richtung Westen umkehren wollte.

"Sie wollen jetzt zur Marienkirche zur Predigt", schrieb der DDR-Grenzoffizier weiter in seinen Bericht an die Stasi. "Da der bis dahin noch nicht bekannte Dr. King sich nicht ausweisen konnte, sagten wir ihm, dass er ohne Pass nicht ins demokratische Berlin einreisen kann. Als alle drei Bürger nach West-Berlin zurückgehen wollten, erkannte der Unterleutnant Lindemann den Dr. King."

Und nun folgt das Wunder vom Checkpoint Charlie mit Hilfe eines Engels, der den Engel im Namen führte, aber die Uniform eines Offiziers der DDR-Grenztruppen trug:

"Er hielt die drei Personen auf und verständigte den Unterzeichnenden. Danach befragt, ob der Dr. King irgend einen anderen Pass bei sich trage, wies er einen Scheckausweis der USA vor … Der Ausweis ist gesiegelt und vom Dr. King unterschrieben …"

Mit der Kreditkarte, ohne Pass und Visum, ließ DDR-Oberst Engelbrecht King nach Ost-Berlin einreisen.

Schüsse in den "stillen Straßen jenseits der Mauer"

Am 12. September 1964 war Martin Luther King der Einladung des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin, Willy Brandt, zu einer Gedenkveranstaltung für den vor rund einem Jahr ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy gefolgt, der kurz zuvor im Westen der geteilten Stadt unter dem Jubel der Massen seinen zur Legende gewordenen Ausspruch "Ich bin ein Berliner" getan hatte.

Am Vormittag des dicht gefüllten Programms am 13. September widmete King sich zur Eröffnung der Berliner Festwochen, zugleich Gründungsimpuls der Berliner Jazztage, in der Philharmonie dem Andenken an Kennedy.

Zum "Tag der Kirche" predigte King vor rund 20.000 Zuhörern in der Waldbühne, trug sich in das Ehrenbuch der Stadt ein und besichtigte am Nachmittag die Mauer. Die Kirchliche Hochschule verlieh ihm den Ehrendoktortitel.

Willy Brandt sprach die Bedeutung Kings auch für die Menschen jenseits der Mauer an:

"Ich begrüße Herrn Dr. Martin Luther King, der mit Mut und Maß sein Leben dieser großen Aufgabe gewidmet hat, der Freiheit und seinem Land zu helfen, indem er für die Gerechtigkeit seiner Brüder kämpft. … Ich wäre froh, wenn von diesem Ort eine Botschaft des Selbstvertrauens und der Hoffnung ausgehen würde zu vielen Völkern, aber auch in ‚den stillen Straßen jenseits der Mauer’, von denen Kennedy sprach. Zu allen Menschen, die über die zuweilen engen Fragestellungen der Politik hinweg einem Leben in Frieden und Freiheit und Würde entgegenstreben."

Fast zeitgleich hallen Schüsse durch die "stillen Straßen jenseits der Mauer". Der Flüchtling Michael Meyer wird von fünf Kugeln verletzt und von einem US-Sergeanten mit einem Seil über die Mauer gezogen. Der "Apostel der Gewaltlosigkeit" eilt mit seinen Begleitern zum Ort des Geschehens, wo Einschusslöcher an einer Hauswand zu sehen sind. Der Mauerflüchtling erklärt später, King habe ihn im Krankenhaus besucht. Doch darauf findet sich weder bei King selbst noch bei Zeitzeugen ein Hinweis.

Eine verwaiste Kirche mitten in Berlin

Wer ihn denn nach Ost-Berlin eingeladen habe, wurde Martin Luther King am Vortag bei seiner Ankunft gemeinsam mit seinem besten Freund und Mitstreiter Reverend Ralph Abernathy von Reportern gefragt. King bezog sich auf Propst Heinrich Grüber, bekannt geworden durch sein Büro in Berlin, in dem er während des Nationalsozialismus mit gefälschten Pässen Juden zur Ausreise verholfen hatte. Dafür wurde er in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau inhaftiert. Nach dem Krieg sagte er als einziger Zeuge, der Christ war, im Eichmann-Prozess aus. Er wurde Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche bei der DDR-Regierung, bis diese ihm 1958 die Akkreditierung entzog. Nach dem Mauerbau 1961 erfolgte ein Willkürakt, der selbst der Verfassung der DDR widersprach. Grüber als Propst der Ost-Berliner Stadtkirche St. Marien wurde, wie auch der für ganz Berlin zuständige Präses Kurt Scharf, aus der DDR ausgebürgert, 15 Jahre, bevor dies dem Liedermacher Wolf Biermann widerfuhr.

Einer der beiden Pfarrer der Marienkirche war im Gefängnis, weil er Menschen zur Flucht in den Westen verholfen hatte, der andere war in den Westen übergesiedelt, so dass keiner der drei Geistlichen der gastgebenden Kirchgemeinde anwesend war, als Martin Luther King eine Gasse durch die wartende Menge vor dem Portal gebahnt wurde. Der gerade neu ins Amt gekommene Superintendent Gerhard Schmitt übernahm aus Verlegenheit die Begrüßung des Gastes aus den Vereinigten Staaten.

"Aus dem Fels der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung hauen"

Von den wartenden 3.000 konnte nur die Hälfte in das Gotteshaus am Neptunbrunnen gegenüber dem Roten Rathaus eingelassen werden. Doch spontan wurde zu nächtlicher Stunde noch ein zweiter Gottesdienst mit dem schwarzen Bürgerrechtskämpfer angesetzt. Nachdem der Chor des "Paulinums", kirchliche "Schmalspur"-Ausbildungsstätte für Theologen, die nicht an den Universitäten der DDR studieren durften, Gospels gesungen hatte, trat atemlose Stille ein, als Martin Luther King auf der Schlüter-Kanzel der seit Jahrhunderten renommiertesten Kirche Berlins seine fast prophetische Predigt begann:

"Meine lieben christlichen Freunde in Ost-Berlin … Zu beiden Seiten der Mauer leben Gottes Kinder und keine von Menschenhand errichtete Grenze kann diese Tatsache auslöschen".

Dann berichtete er von der schwarzen Näherin Rosa Parks, die sich 1955 in Montgomery/Alabama eines Tages geweigert hatte, im Bus ihren Sitzplatz einem Weißen frei zu machen, Auslöser für den 361 Tage währenden Busboykott von Montgomery, der die Rassendiskriminierung in den USA in Zeitungen und die ersten Fernsehbildschirme in aller Welt öffentlich machte. Kings weißer Amtskollege aus West-Berlin, der sonst den GIs predigte, übersetzt in holprigem Deutsch. King spricht von dem gemeinsamen Glauben und wagt Worte, die für die DDR, wo christlicher Glaube hinter Kirchenmauern verbannt wurde, unerhört sind:

"Das ist der Glaube, den ich euch anbefehle, … ein lebendiger, aktiver, großer, öffentlicher Glaube, der uns den Sieg Jesu Christi bezeugt in der Welt, ob es eine östliche oder westliche Welt sei. In diesem Glauben werden wir aus dem Fels der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung hauen. … In diesem Glauben werden wir miteinander arbeiten, miteinander beten, miteinander kämpfen, miteinander leiden, miteinander für die Freiheit aufstehen in der Gewissheit, eines Tages frei zu sein."

Gebannte Stille, geklatscht hat zu dieser Zeit noch niemand in einer deutschen Kirche. Als Kings Nachfolger Ralph Abernathy 1974 in Ost-Berlin von einer Kanzel sprach, brach er seine Predigt frustriert ab, als niemand aus dem Kirchenschiff "O yes Lord" oder "Hallelujah" rief.

Doch was in Köpfen und Herzen von DDR-Bürgern geschah, die King im September 1964 erlebten, ist kaum zu ermessen. Eine damals junge Frau erklärte 40 Jahre später: "Ich habe nicht alles verstanden, was Martin Luther King sagte, aber dieser Mann mit seiner Predigt hat mein Leben verändert."

"In dieser Situation über Hoffnung zu reden, war elektrisierend"

Dieter Hildebrandt, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schrieb am 15. September 1964:

"Bei den Besuchern war der Wunsch spürbar, einem Mann zu begegnen, der Revolution und Menschlichkeit verbindet, einem Führer, der auf Gewalt wie auf Ideologie verzichtet, einem Menschen von legendärem Ruf. Einem Amerikaner, der es sich erlauben kann, seine Predigt mit einem zweifachen Hallelujah zu beenden, ohne sich dem Verdacht des Überschwenglichen, gar des Lächerlichen auszusetzen. Dieses Hallelujah in seiner trockenen Fröhlichkeit, in seiner hochgestimmten Heiterkeit klang noch in unseren Ohren, als wir beim Kontrollpunkt Heinrich-Heine-Straße auf eine Senkgrube dirigiert wurden, damit das Fahrzeug genau geprüft werden könne." (FAZ, 15.09.1964)

Martin Luther Kings zweite Dolmetscherin während seines Berlin-Aufenthalts war damals Alcyone Scott. 45 Jahre danach, im Jahr von Kings 80. Geburtstag, erklärte sie rückschauend in einem Interview:

"Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. … Und die ganze Zeit, während Dr. King spricht, hätte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören können. Keiner hustete, niemand nieste … Diese Leute sind in einer Art Gefängnis, das sie sich nicht selbst ausgesucht haben. Sie haben keine Freiheit, die sie einklagen können. Und er redet zu ihnen über passiven Widerstand. Mit anderen Worten, er gibt zu: ‚Ihr seid in einer Situation, gegen die man sich widersetzen muss’. Und das an sich war radikal. Die Kirche war wahrscheinlich der einzige Ort, in dem er im Osten hatte sprechen und das sagen können. Er hält genau dieselbe Rede die im Westen und irgendwann singt der Chor ‚Go down Moses’. Und das war eine unglaubliche Aufführung. Aber das Lied endet mit ‚Let my people go!’. Und es war auf einmal so still, als ob dies ein Gebet gewesen wäre, das jeder im Raum mitfühlen konnte. Alle in der Kirche waren ganz und gar eingenommen von jemandem, dessen Geschichte man kannte, und der die Schande Amerikas und seine Unterdrückung repräsentierte, und der den Mut hatte, sich dagegen zur Wehr zu setzen und andere fragte, sich in ihrer Situation ebenfalls zu widersetzen. Es war klar, dass darin die Kraft seiner Botschaft lag, die in klarer, christlicher Terminologie formuliert war. Dies war ein Mann des Glaubens mit einem tiefen Vertrauen in die Menschlichkeit und in die Versöhnung. Er glaubte daran und das merkte man. Und es war besonders klar für diejenigen, die absolut keine Zukunft für sich sahen. Der kalte Krieg war heiß und keiner konnte sich vorstellen, dass er jemals zu Ende gehen würde. Dass Dr. King in dieser Situation über Hoffnung redete, war elektrisierend. Ich glaube nicht, dass ich jemals in einer Situation war, in der all die Dinge, an die man glauben möchte und auf deren Erfüllung man verzweifelt hofft, Ausdruck verliehen wurden mit einer solchen Resonanz. Für die Ost-Berliner in dieser Kirche war genau das jedoch der Fall in diesem Moment. Ich bin niemals wieder in meinem ganzen Leben in einer ähnlichen Situation gewesen wie damals in Ost-Berlin."(Interview vom 08.06.2009)

Eine seit 35 Jahren erloschenen Stimme wird lebendig

Was Martin Luther King 1964 in Ost-Berlin, wenn auch ähnlich der Rede in der West-Berliner Waldbühne, genau gesagt hat, wäre längst verloren, hätte es nicht ein zweites Wunder wie das vom Checkpoint Charlie gegeben. 39 Jahre nach der Predigt, 35 Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Protagonisten der Gewaltfreiheit, wurde nach Recherchen des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage Werdau in Sachsen in einem Tresor im Keller der Marienkirche Berlin eine alte Orwo-Tonbandspule mit einem Mitschnitt der King-Predigt gefunden. Archivwissenschaftler meinten, die Haltbarkeit eines solchen Magnetbandes betrage höchstens 25 Jahre, wenn das Band jedes Jahr mindestens einmal umgespult wird, damit nicht die ständig aufeinanderliegenden gleichen Magnetschichten sich gegenseitig löschen, was allerdings niemals gemacht worden war.

Tontechniker Falk Menke in Dresden ließ das Band anlaufen. Es rauschte, knackte, brummte, und Menke sagte: "Da ist nur noch das Eigenrauschen des Bandes drauf". Dann wendete er die Spule. Es rauschte, knackte und brummte. Und aus dem Rauschen heraus erwachte, dumpf, aber verständlich und fast vollständig restaurierbar, die Stimme des seit 35 Jahren toten Martin Luther King noch einmal zum Leben: "Meine lieben christlichen Freunde in Ost-Berlin …"

Eine Segensspur durch die DDR

Martin Luther Kings damalige Predigt und das, was auf andere Weise, durch Bücher von ihm und über ihn, durch Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen West und Ost, durch Vorträge und Ausstellungen von seinem Gedankengut in Kirchgemeinden, Friedens- und Bürgerrechtsgruppen in die DDR einfloss, hinterließ eine Segensspur und schuf viele Multiplikatoren seiner Ideen und seiner Praxis der Gewaltfreiheit als gesellschaftsverändernder Faktor.

Zahlreiche Bildende Künstler in der DDR griffen Martin Luther King in Bild, Plastik und Textgrafik auf. Eberhard Tacke aus Berlin verbreitete zu Tausenden illegal gedruckte Grafikpostkarten mit einem King-Porträt und dem Zitat "Die Macht des Schwertes kann die Macht des Geistes nicht überwinden". Es wurden Songs und zwei Oratorien über King geschaffen.

Ein 80seitiges philatelistisches Exponat "Martin Luther King - gewaltloser Kampf gegen Unterdrückung und Krieg" tourte seit 1970 durch die DDR. Es wurde 1973 in Poznan und 1988 in Prag auf Weltausstellungen gezeigt, 1978 in Wolgograd, und erreichte in einem ideologischen Umfeld, in dem die bewaffnete Revolution propagiert wurde, mit seiner Botschaft der gewaltfreien Konfliktlösung in der Gesellschaft Hunderttausende Ausstellungsbesucher.

Im Jahr 1987 gelang es nach vierjährigen Bemühungen, zum Teil unter abenteuerlichen Bedingungen, wie dem Schmuggel von DDR-Sammlerbriefmarken, das West-Geld für die Anschaffung zusammenzubekommen, um den großen Martin-Luther-King-Dokumentarfilm "… dann war mein Leben nicht umsonst", in die DDR zu bringen. Unter den argwöhnischen Augen der Staatssicherheit, die den Film aber nicht behinderte, wurde er vom Evangelischen Jungmännerwerk Magdeburg bis zur Friedlichen Revolution im Herbst 1989 in 138 Vorführungen vor 10.535 Zuschauern gezeigt.

In einem der drei Friedensgebete in den größten Kirchen Leipzigs am 9. Oktober 1989, in der Reformierten Kirche, war die Predigt von Pfarrer Hans-Jürgen Sievers unter einem Transparent mit King-Zitat ausschließlich Martin Luther King und seinem Gedankengut der Gewaltfreiheit gewidmet, bevor der Aufruf der "Leipziger Sechs": "Keine Gewalt", verlesen wurde und die tausende Zuhörer sich dem Demonstrationszug der mehr als 70.000 anschlossen, der die Wende zur Gewaltfreiheit erreichte und die Bürgerproteste des 1989er Herbstes zur Friedlichen Revolution werden ließen.

"… dann war mein Leben nicht umsonst" - Martin Luther Kings Leben, nicht umsonst auch für die Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik.

Georg Meusel war 1998 Gründungsinitiator des Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. Werdau/Sachsen, neben Atlanta, Havanna und Lausanne eines von vier King-Zentren weltweit. Bis 2011 war er Vorstandsvorsitzender und ist seitdem Ehrenvorsitzender. Seine Tradition liegt in der DDR-Bürger- und Friedensbewegung. Er hat sich schon seit den 1960er Jahren intensiv mit King beschäftigt und sein Gedankengut über Ausstellungen, Vorträge und in der kirchlichen Presse unter die Leute gebracht. Seit Anfang 1990 arbeitet er freiberuflich als Journalist, u.a. für Kirchenzeitungen und für die Freie Presse Werdau/Zwickauer Land/Chemnitz und gelegentlich für andere Zeitungen und Zeitschriften.

Quelle:  Martin-Luther-King-Zentrums für Gewaltfreiheit und Zivilcourage e.V. .

Veröffentlicht am

04. Oktober 2014

Artikel ausdrucken

Weitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von