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Wochenlange Misshandlung in Flüchtlingsunterkunft in Burbach (NRW)

Pro Asyl: Flüchtlingsunterkünfte dürfen kein rechtsfreier Raum sein.

PRO ASYL ist entsetzt über die am Wochenende bekannt gewordenen Berichte über massive Misshandlungen in einer Flüchtlingsunterkunft in Burbach (NRW). Dort wurden Flüchtlinge von privatem Wachpersonal zwei Wochen lang misshandelt und gefoltert, ohne dass jemand eingeschritten ist. Die vorbestraften Wachleute des privaten Dienstleisteranbieter European Homecare unterlagen offenbar keinerlei Kontrolle. PRO ASYL fordert einen umfassende Aufklärung der Foltervorfälle in Burbach. Flüchtlingsunterkünfte dürfen kein rechtsfreier Raum sein!

"Wenn in Flüchtlingslagern zwei Wochen lang durch einen privaten Sicherheitsdienst gefoltert wird, dann stimmt etwas grundsätzlich nicht", sagte Günter Burkhardt von PRO ASYL. "Aus der Not der Flüchtlinge wird ein Geschäft gemacht und an Sozialarbeitern gespart."

Der Vorfall zeigt, dass bei der Unterbringung von Flüchtlingen offenbar gar keine Qualitätsstandards gelten. Die staatlichen Stellen vergeben Aufträge zum Betreiben von Unterkünften an den billigsten Anbieter. Ob dieser dann qualifiziertes und interkulturell geschultes Personal einstellt oder gewaltbereite Schläger, wird nicht kontrolliert.

PRO ASYL fordert mehr Kontrollen für Betreiber von Unterkünften. Es muss sichergestellt werden, dass eine adäquate Betreuung und Schutz für die betroffenen Asylsuchenden gewährleistet ist. Wenn Übergriffe stattfinden, muss klar sein, wohin sich die Betroffenen wenden können. Es bedarf einer Beschwerdeinstanz, die Fälle von Gewalt und Übergriffe unabhängig aufklärt.

Die Vorfälle zeigen ein menschenverachtendes Weltbild und in ihrer Brutalität erschreckenden Rassismus. Die Bestrafung der Täter alleine ist nicht ausreichend. Deutschland braucht ein an den Bedürfnissen der Flüchtlinge orientiertes Aufnahmekonzept. Dazu gehören u.a. Sozialarbeiter in Unterkünften, eine schnelle Vermittlung von Asylsuchenden in Wohnungen. Hilfestellungen bei Spracherwerb und Suche nach Arbeit.

Quelle: PRO ASYL Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e.V. - Pressemitteilung vom 29.09.2014.

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Veröffentlicht am

30. September 2014

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