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Konstantin Wecker: Sehr bedenklich

Konstantin Wecker über einen offenen Brief ehemaliger Mitarbeiter von US-Geheimdiensten an Angela Merkel, der den meisten Medien und dem Kanzleramt verschlossen geblieben zu sein scheint.

Von Konstantin Wecker

Liebe Freunde,

in der Tat - ich hätte es deutlicher schreiben müssen: nicht die Waffenruhe zwischen Ukraine und Russland natürlich, sondern die zwischen der Ukraine und Russland verhandelte Waffenruhe. Tut mir leid, wenn meine etwas flüchtige Formulierung zu Missverständnissen führte.

Alle jenen, die immer noch alles glauben, was ihnen die veröffentlichte Meinung täglich einflüstert, sei zur kritischen Betrachtung dieses Interview ans Herz gelegt.

Ray McGovern, ehemaliger Analyst für den US-Auslandsgeheimdienst, hat in der vergangenen Woche, zusammen mit anderen Geheimdienstveteranen, einen offenen Brief an Angela Merkel verfasst. Siehe Ehemalige US-Geheimdienstler warnen Bundeskanzlerin Merkel vor "Geheimdiensterkenntnissen" über eine russische Invasion der Ukraine .

Dieser offene Brief scheint den meisten Medien und dem Kanzleramt verschlossen geblieben zu sein. Acht ehemalige Geheimdienstleute ziehen Parallelen zwischen dem gegenwärtigen Geschehen in der Ukraine und der US-Invasion im Irak, 2003, die auf gefälschten Geheimdienstinformationen beruhte.

"Was die jüngsten Ereignisse in der Ukraine betrifft und die angebliche ‘Invasion’ durch Russland, muss ich sagen, dass die vorgelegten diesbezüglichen Beweise in den Augen eines jeden professionellen Geheimdienstmitarbeiters nur als peinlich zu bewerten sind. Es ist schon als empörend zu bezeichnen, wenn mit den veröffentlichten unscharfen Satellitenbildern belegt werden soll, dass Russland Panzer und Artillerie in die Ukraine sendet. Wenn Russland das getan hätte, dann würden die USA und auch Deutschland über wesentlich bessere Beweise verfügen."

Eine meines Erachtens äußerst brisante Analyse betrifft den Rechten Sektor, die Swoboda, und die protofaschistischen Parteien, die an der Führung des Landes beteiligt sind.
McGovern sagt ausdrücklich, dass das im Westen "heruntergespielt wird".

Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Politiker und Journalisten, die sonst -zu Recht!!!- immer wieder auf unsere Verpflichtung gegenüber unserer Vergangenheit verweisen, nun, da es nicht ins Bild der ach so demokratischen Ukraine passt, genau diese faschistoiden Kräfte verharmlosen, oder einfach nicht erwähnen.

P.S:

Ein nicht uninteressantes Zitat eines deutschen Politikers, gesprochen auf der sogenannten Sicherheitskonferenz in München: "Die zentrale außenpolitische Zielsetzung lautet, Politik und Handeln anderer Nationen so zu beeinflussen, dass damit den Interessen und Werten der eigenen Nation gedient ist. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen von freundlichen Worten bis zu Marschflugkörpern."

Damals hat sie sich noch nicht in beredtes Schweigen gehüllt, wie heute so gerne, denn diese Worte stammen nicht von Bush, sondern von unserer Kanzlerin. 3.2.2006. Siehe
http://www.hintergrund.de/201409093233/globales/kriege/qwir-haben-keine-freie-presse-mehrq.html .

Quelle: Hinter den Schlagzeilen - 14.09.2014.

Fußnoten

Veröffentlicht am

15. September 2014

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