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Energiepolitische Bilanz des ersten Halbjahrs 2014

Welt weit verliert die Atomkraft und die Photovoltaik beschleunigt ihren Siegeszug. In Deutschland ist bei neuen Anlagen der PV-Strom jetzt preiswerter als der Strom aus neuen Atom- und Kohlekraftwerken.

Von Raimund Kamm

Atomkraft verliert langsam

Laut Zahlen der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) wurde weltweit im ersten Halbjahr 2014 ein Großreaktor in China in Betrieb genommen und mit dem Bau eines Kleinreaktors in Argentinien begonnen. Offiziell sind gegenwärtig noch 438 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 373 Gigawatt (GW) in Betrieb. Also weniger Reaktoren als im Jahr 2000.

Wie viele Atomreaktoren weltweit den Betrieb oder Bau beginnen oder beenden

  2000 2005 2007 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Betriebsbeginn 6 4 3 2 5 7 3 4 1
Baubeginn 7 3 8 12 16 4 7 10 1
Betriebsende 3 2 1 3 1 13 3 6  
In Betrieb 444 446 442 439 443 437 437 437 438

Quelle IAEA. Teilweise wurden Baustellen abgebrochen und alte AKW reaktiviert.

Wenn man berücksichtigt, dass in Japan offiziell noch 48 Atomreaktoren in Betrieb sind, aber gegenwärtig kaum einer von diesen läuft, wird sichtbar, wie die Atomkraft verliert.

Weltweite Ausbauerfolge bei Photovoltaik

Marktforscher berichten, dass wir im ersten Halbjahr 2014 weltweit eine Stromerzeugungskapazität bei den Solaranlagen von 150 Gigawatt erreicht haben. Im Jahr 2005 waren es erst 5 GW. Für Ende des Jahres 2014 halten die Marktforscher schon das Erreichen von 200 GW für möglich. Der Solarausbau boomt insbesondere in China, Indien, Japan und Großbritannien, Es ist abzusehen, dass in wenigen Jahren die installierte Photovoltaik mehr Kapazität haben wird als die Atomkraft. Dieser Erfolg wurde insbesondere auch durch technische und politische Entwicklungen in Deutschland ermöglicht. In Deutschland selber ist durch immer mehr gesetzliche Hindernisse der Solarausbau auf ein Drittel zusammengebrochen.

PV-Vergütung brach in Deutschland die 9 ct/kWh Grenze

Jetzt im Juli neu ans Netz gehende Großanlagen bekommen in Deutschland für 20 Jahre fest je Kilowattstunde 8,92 Cent vergütet. Kleine Dachanlagen 12,88 Cent. Strom aus neuen Gas- und Kohlekraftwerken kostet mehr. Und da Gas wie Kohle begrenzte Rohstoffe sind und deswegen teurer werden, wird der Preis je Kilowattstunde anders als bei den PV-Anlagen in den nächsten 20 Jahren steigen. Also Gas- und Kohlestrom wird noch teurer werden und der PV-Strom bleibt 20 Jahre lang bei den erreichten niedrigen Kosten. Phantastisch!

Schon 31 Prozent unseres Stroms aus Erneuerbaren Energien erzeugt

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme hat Stromzahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Insbesondere günstiges Wetter hat dazu geführt, dass Biomasse, Solar, Wasser und Wind schon 31 Prozent unserer Stromerzeugung ausgemacht haben. Da Strom aus Erneuerbaren Energien noch Einspeisevorrang hat, mussten die Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke gedrosselt werden. Zugleich erzielten wir einen neuen Rekord beim Stromexport.

Der Gegenschlag von EON, RWE und ihren Politikern wird härter

Doch jede Solar- und jede Windanlage nimmt den Atom- und Kohlekraftwerken Umsatz und Gewinn. Und das führt Energiekonzerne wie EON und RWE, die den Wechsel zu den Erneuerbaren Energien bekämpft und verweigert haben, Richtung Untergang. Ihnen verbundene Politiker wie S. Gabriel, H. Kraft, A. Merkel und H. Seehofer tuen viel, um die Energiewende abzubremsen, so dass EON und RWE weiter machen können. Sie haben die Vergütungen für den PV-Strom zu schnell gesenkt und sie schikanieren die Landwindkraft. Die Folgen sind mehr Atommüll, mehr Klimaschaden und bald hunderttausend vernichtete Arbeitsplätze in der Branche der Erneuerbaren Energie. Und Deutschland verliert die Führung bei diesen Zukunftstechnologien.

Quelle:  FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. - Pressemitteilung vom 03.07.2014.

Veröffentlicht am

04. Juli 2014

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