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Zur Staatstrauer um die “gefallenen Soldaten”

Von Ullrich Hahn

1.

Der Tod eines Menschen wird für seine nächsten Angehörigen und Freunde immer Grund für Trauer sein, egal ob er oder sie zuvor recht oder unrecht gehandelt hatten.

2.

Als Gesellschaft haben wir aber eher Grund, darüber zu trauern und dagegen zu protestieren, dass die in unserem Namen bewaffneten und weltweit auftretenden Soldaten bereit sind, zu töten und dies in zunehmendem Maße auch tun.

3.

Getötet werden ist für das Opfer schlimm, jedoch in der Regel nicht mit eigener Schuld verbunden.

Das 5. der 10 Gebote lautet nicht: "du sollst dich nicht töten lassen", sondern: "du sollst nicht töten!"

4.

Wer mit der Waffe auszieht und bereit ist, auf andere zu schießen, wird nach seiner eigenen Regel damit zu rechnen haben, auch selbst getroffen zu werden.

Auch sein Tod tut uns leid, aber mehr noch der Weg der Gewalt, den er/sie gegangen ist auf Geheiß von Politikern und mit dem Segen von Kirchenvertretern, die für seinen/ihren Tod Mitverantwortung tragen und eher Reue als Trauer nötig hätten.

5.

Wirkliche Trauer empfinde ich für all die Menschen, die selbst unbewaffnet Opfer von Bewaffneten wurden, Zivilisten und zivile Helfer, denen der angeblich militärische Schutz zur Falle und zum Verhängnis wurde.

6.

Die offizielle Sinngebung für die "Gefallenen" mit Ehrenmalen und Staatsgottesdiensten macht aus deren Tod eine Aufforderung zum Weitermachen, wo Umkehr angesagt wäre.

Vorgebliche Trauer wird damit zur Heuchelei; die ehrliche Trauer von Angehörigen wird in solchen Veranstaltungen für eine unmoralische Politik missbraucht.

Veröffentlicht am

25. Juni 2010

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