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Fischer sollen Flüchtlinge ins Meer gestoßen haben

Vor der italienischen Insel Lampedusa sollen Flüchtlinge beim Versuch gestorben sein, sich auf einen Fischkutter zu retten - offenbar wurden die Flüchtlinge zurück ins Meer gestoßen.

Mehreren Medienberichten zufolge erreichten am Wochenende mehr als 900 Flüchtlinge die italienische Insel Lampedusa. Am Sonntag sollen mehr als 250 Flüchtlinge gerettet worden sein, deren Boote bei der Überfahrt über das Mittelmeer in Seenot geraten waren. Am Samstag rettete die italienische Küstenwache nach Medienangaben insgesamt rund 690 Flüchtlinge aus seeuntüchtigen Booten. Die Flüchtlinge stammen offenbar aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und anderen Staaten.

Rund hundert in Seenot geratene Flüchtlinge klammerten sich an einen Thunfischbehälter, den ein tunesischer Kutter hinter sich herzog. Berichten zufolge schilderten Überlebende, dass mindestens sieben der Flüchtlinge starben. Einige seien ins Meer gefallen, nachdem die Besatzung des Fischerbootes die Taue gekappt hatte, die das Boot mit dem Thunfischnährbecken verbanden. Einige sollen versucht haben, an Bord des Bootes zu gelangen, seien aber gewaltsam ins Meer gestoßen worden. Die 95 Überlebenden wurden von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht.

Obwohl Schiffsbesatzungen nach internationalem Recht verpflichtet sind, Schiffbrüchige zu retten, drohen Seeleuten, die Flüchtlinge retten und an Land bringen, harte Sanktionen. In der Vergangenheit wurden unter anderen zwei tunesische Fischer, die Flüchtlinge gerettet hatten, in Italien zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Die strafrechtliche Verfolgung von Schiffsbesatzungen, die Flüchtlinge retten, führt immer wieder dazu, dass Seeleute in Seenot geratene Flüchtlinge ignorieren und sie dem Tod überlassen.

Quelle: PRO ASYL Bundesweite Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge e.V., 17.06.2013.

Veröffentlicht am

18. Juni 2013

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