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Kein ausreichender Schutz für die Bevölkerung

Katastrophenschutzbehörden bestätigen Kritik der IPPNW

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestätigte gegenüber der Südwestpresse die Kritik der Ärzteorganisation IPPNW, wonach es bei einem Atomunfall mit Freisetzung von radioaktivem Spaltmaterial keinen ausreichenden Schutz für die Bevölkerung gibt: "Wir haben empfohlen, dass die bisherigen Planungen nach Fukushima kritisch überprüft und weiterentwickelt werden sollten", räumte eine Sprecherin der Bundesbehörde ein.

Dieser Empfehlung der Fachbehörde des Bundes sind die Innenminister und die Katastrophenschutzbehörden der Länder bislang aber nicht nachgekommen. Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Stuttgart sind die Rahmenbedingungen für den Katastrophenschutz seit 2009 nicht verändert worden. Das Innenministerium in München teilte der Südwestpresse mit, die bayerischen Katastrophenschutzpläne würden nach der Risikoeinschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz entwickelt. "Tatsächlich aber werden die Empfehlungen des Bundesamtes ignoriert und die dringend notwendigen Verbesserungen des Katastrophenschutzes auf die lange Bank geschoben", kritisiert der in der IPPNW engagierte Allgemeinarzt Reinhold Thiel.

Für die IPPNW ist die Untätigkeit der Innenminister ebenso erklärbar wie inakzeptabel: "Die Katastrophenschutzbehörden sind mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert. Schnelle und über hunderte von Kilometern großräumige Evakuierungen, die notwendig wären, sind in unserer dichtbesiedelten Gesellschaft einfach nicht machbar", so Thiel. Als einzig wirksamen Schutz bleibt für ihn daher nur die umgehende Abschaltung aller Atomkraftwerke mit Hilfe einer effektiven Energiewende.

Weitere Informationen:

 Quelle:  IPPNW - Pressemitteilung vom 07.06.2013.

Veröffentlicht am

12. Juni 2013

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