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Göttinger Friedenspreis 2013: Andreas Buro geehrt

Der Bürgerrechtler und Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Andreas Buro ist mit dem Göttinger Friedenspreis ausgezeichnet worden. Mit dem Preis werde sein jahrzehntelanges, außergewöhnliches Wirken für Frieden und die Verwirklichung der Menschenrechte gewürdigt, teilte die Stiftung Dr. Roland Röhl in Göttingen mit.

Buro (geb. 15. August 1928 in Berlin) sei ein konsequenter Pazifist und unermüdlicher politischer Aktivist. Er habe die Geschichte der Deutschen Friedensbewegung entscheidend geprägt. Sein wohl wichtigster Beitrag zur Friedensforschung sei die Entwicklung der Zivilen Konfliktbearbeitung als Alternative zu Militäreinsätzen. Andreas Buro habe sich nicht nur gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen, sondern immer auch mit konstruktiven Vorschlägen für Frieden und Menschenwürde, für die Zivilisierung der Verhältnisse und Verhaltensweisen eingesetzt. Ihm gelinge der oft schwierige Balance-Akt zwischen auf Versöhnung zielender Friedensarbeit und dem streitbaren Menschenrechtskampf. Als Mitbegründer und friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte habe er einer wichtigen Strömung der linken Opposition in Deutschland Gehör und Gesicht verliehen.

Professorin Dr. Hanne-Margret Birckenbach verglich in ihrer Laudatio Andreas Buro mit "Sisyphos, der von weniger intelligenten Göttern auf Ewigkeit dazu verdammt wurde, einen schweren Stein aus Marmor einen Berg hinaufzubringen, von wo er wieder nach unten rollt". Viele Jahre der Vorbereitung lägen hinter dem neuen Projekt, in dem Andreas Buro nach praktischen Antworten auf die Frage suche, wie Konflikte mit friedlichen, zivilen Methoden bearbeitet und gelöst werden können. Buro ermahne und ermutige dazu, Schritt für Schritt und fallbezogen das Konzept der Zivilen Konfliktbearbeitung zu denken, zu erproben und durchzusetzen, um dem Krieg eine seiner Grundlagen zu entziehen - nämlich den Glauben, es gäbe keine Alternative. "Die im Rahmen dieses Projektes veröffentlichten Dossiers zum Irankonflikt, zum kurdisch-türkischen Konflikt, zum Konflikt in Israel und Palästina, Syrien und Afghanistan zeigen, wie durch ziviles Handeln, die Konflikte für Problemlösungen geöffnet werden können und was in diesen Fällen im Interesse einer friedlichen Entwicklung hier und heute zu tun ist.

Andreas Buro ging in seiner Rede auch auf den vom Bundestag in der vergangenen Woche beschlossenen Mali-Einsatz der Bundeswehr ein. "Noch immer oder wieder greifen die Legitimationsideologien vom Gerechten Krieg und der Humanitären Intervention. Sie haben eine hohe Bedeutung für die Zustimmung zu militärgestützter Politik in der Gesellschaft, weil sie diese als human darstellen und damit der Kritik entziehen. Deshalb erscheint die Gewaltanwendung mit ihren zynisch als Kollateralschäden bezeichneten Leiden und Zerstörungen gerechtfertigt und alternativlos. Im geschichtlichen Rückblick fällt es bei genauerem Hinsehen schwer, auch nur einen Krieg zu erkennen, der den Kriterien des "gerechten Krieges" entsprochen hätte."

Quelle:  Göttinger Friedenspreis Stiftung Dr. Roland Röhl - Pressemitteilung vom 09.03.2013.

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Veröffentlicht am

25. März 2013

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