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Chico Whitaker warnt vor “nuklearer Zweiklassengesellschaft”

Seit Monaten prüft die Deutsche Bundesregierung die Bewilligung einer Hermes-Bürgschaft für den Bau des brasilianischen Atomreaktors Angra 3. Chico Whitaker, Träger des "Alternativen Nobelpreises" (2006), appelliert an die Bundesregierung, auf weitere Prüfungen zu verzichten: "Die Bundesregierung soll nicht auf weitere Tests und Prüfungen warten, sondern dem folgen, was sie nach Fukushima verkündet hat: den deutschen Ausstieg aus der Atomkraft. Dieser deutsche Ausstieg aus der Atomkraft heißt auch ein Ausstieg aus der Förderung der internationalen Atomkraft. Alles andere führt zu einer nuklearen Zweiklassengesellschaft."

Angra 3 läge zwischen den beiden am dichtesten bevölkerten Städten Brasiliens - Rio de Janeiro und Sao Paolo - in einer erdrutschgefährdeten Region, so Whitaker: "Der Mindestevakuierungsabstand in Fukushima war doppelt so hoch wie der Abstand zwischen dem geplanten Atomkraftwerk und der Stadt Angra dos Reis."

Bereits im Februar hatten mehr als 50 Preisträger und Mitglieder des World Future Council die Bundesregierung aufgefordert, keine Hermes-Bürgschaften für den Bau von Angra 3 zu gewähren. http://www.rightlivelihood.org/2587.html

Ole von Uexküll, Geschäftsführer des Right Livelihood Award ("Alternativer Nobelpreis") unterstützt den Appell der Preisträger: "Deutschland hat sich mit seinem Entschluss zum Atomausstieg viel Ansehen verschafft und eine internationale Vorreiterrolle eingenommen. Sollten Hermes-Bürgschaften für Angra 3 oder andere Atomkraftwerke wie Jaitapur in Indien übernommen werden, hätte die deutsche Energiewende international jede Glaubwürdigkeit verloren."

Chico Whitaker hofft auf ein Einlenken der Bundesregierung - und auf den Druck der deutschen Öffentlichkeit: "Wir hoffen auf die Solidarität der Menschen in Deutschland, um uns von den Gefahren durch Angra 3 zu befreien".

Hintergrund Über das AKW Angra 3

Eine Grundsatzzusage für eine Bürgschaft über 1,3 Milliarden Euro wurde bereits im Februar 2010 von der Bundesregierung erteilt, jedoch noch nicht in eine endgültige Bürgschaft umgewandelt. Im September 2011 wurde die Grundsatzzusage verlängert unter der Voraussetzung, dass geprüft wird, wie Brasilien auf die Erkenntnisse aus der Katastrophe in Fukushima reagiert. Die entsprechende Studie sollte im Februar 2012 vorgelegt werden. Bis heute konnten jedoch keine unbedenklichen Sicherheitsprüfungsergebnisse präsentiert werden. Auch französische Banken, die finanzieren sollen, haben weitere Sicherheitsanalysen gefordert.

Neben der Bürgschaft für Angra 3 prüft die Bundesregierung weitere Atombürgschaften, unter anderem auch für das indische Kraftwerk Jaitapur.

Neben einem Ende von Hermes-Bürgschaften hatte eine Allianz von Trägern des "Alternativen Nobelpreises" bereits 2011 den globalen Ausstieg aus der Atomkraft gefordert. http://www.rightlivelihood.org/2318.html

Quelle:  The Rightlivelihood Award - Pressemitteilung vom 17.08.2012.

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Fußnoten

Veröffentlicht am

18. August 2012

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