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Windkraftausbau kommt in Süddeutschland kaum voran - Zahlen für das erste Halbjahr 2012 veröffentlicht

Von Raimund Kamm

Die am 1.8.2012 vorgelegten Zahlen zum Windkraftausbau in Deutschland zeigen: Baden-Württemberg miserabel, Bayern schlecht und Rheinland-Pfalz Spitze. Wenn die Länder Bayern und Baden-Württemberg so gut wären wie Rheinland-Pfalz, würden wir viel weniger Atommüll und CO2 erzeugen.

Am 1.8.2012 wurden vom Bundesverband Windenergie die Zahlen zum Ausbau der Windkraft im 1. Halbjahr 2012 veröffentlicht. Interessant ist ein Vergleich der drei südlichen Binnenländer Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Alle drei sind küstenfern und hügelig. Baden-Württemberg ist am dichtesten besiedelt, dann folgt Rheinland-Pfalz und in Bayern leben je Quadratkilometer die wenigsten Menschen.

Kennziffern zum Windkraft-Vergleich

Hessen - Rheinland-Pfalz - Baden-Württemberg - Bayern 30.6.2012

  EW Mio Fläche
qkm
EW /
qkm   

WKA-Zubau
1. Halbjahr
2012

Bestand
30.6.12
qkm/
WKA  
  Hessen     6,093   21.115    289             21        674     31
  Rh-Pf.     3,999   19.853    201             47     1.212     16
  BaWü   10,789   35.751    302              6        379     94
  Bayern   12,596   70.552    179             39        518   136


Spitze ist Rheinland-Pfalz. Im ersten Halbjahr 2012 hat das Land mit 47 neuen Windenergieanlagen (WEA) am meisten getan. Und weitere Tausend WEA sollen entsprechend der Pläne der Landesregierung in den nächsten Jahren gebaut werden.

Miserabel schneidet Baden-Württemberg ab. Nur sechs neue WEA begannen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Stromerzeugung. In Bayern waren es immerhin 39 neue WEA. Bayern hat aber auch den größten Nachholbedarf aller deutschen Flächenländer.

Aufschlussreiches zeigt ein Vergleich der Dichte der WEA. In Rheinland-Pfalz steht im Durchschnitt alle 16 Quadratkilometer eine WEA. Im dichter besiedelten Baden-Württemberg nur alle 94 Quadratkilometer. Und im am dünnsten besiedelten Bayern gar nur alle 136 Quadratkilometer.

Stünden auf die Fläche bezogen gleich viel WEA in Bayern wie in Rheinland-Pfalz, erzeugten schon 4.400 WEA in Bayern Strom.

Damit könnte dann etwa ein Drittel des Stromverbrauchs Bayerns gedeckt werden. Und zwar für Herstellungskosten von rund 9 Cent je Kilowattstunde. Zusammen mit den anderen Erneuerbaren Energien und mit überfälligen Effizienzsteigerungen bei der Stromnutzung könnten wir sehr schnell auf die tödliche Atomkraft verzichten. Für wenige Übergangsjahre würden Gas- und Kohlekraftwerke vermehrt laufen, aber die Fortschritte bei der Solar- und Windenergie würden deren Einsatz kontinuierlich ersetzen. Zusätzlich brauchen wir intelligentes Lastmanagement - also die Steuerung flexibler Stromverbraucher (Kühlhäuser, Metallschmelzen, Futtermühlen …) nach Anfall von EE-Strom, den Umbau unseres bisher auf Groß-AKW zugeschnittenen Stromnetzes und Stromspeicher (PSKW, lokale Akkus, power to gas, …). So können wir auch in Süddeutschland eine gesundheits- und umweltfreundliche und zugleich immer preiswertere Stromversorgung aufbauen.

Raimund Kamm ist Vorstand von FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Quelle:  FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. - Pressemitteilung vom 01.08.2012.

Veröffentlicht am

02. August 2012

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