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3800 Kilometer neue Stromtrassen sind nicht alternativlos

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist der heute von den Netzbetreibern vorgestellte "Netzentwicklungsplan 2012" (NEP) nicht alternativlos. Der Ruf nach dem Neubau von 3800 Kilometern neuer Stromautobahnen berücksichtige nicht die künftigen Entwicklungen im deutschen Strommarkt. Diese hätten Auswirkungen auf den Netzbedarf und müssten deshalb in die Planungen einbezogen werden, sagte der BUND-Energieexperte Werner Neumann.

Die Minderung des Stromverbrauchs und ein beschleunigter Ausbau der Windenergie im Süden Deutschlands könnten einen Großteil der geplanten Leitungen überflüssig machen. "Jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht oder die direkt vor Ort erzeugt wird, muss nicht quer durch Deutschland transportiert werden. Und das ist die Zukunft der Energieversorgung", sagte Neumann.

Der BUND forderte die Bundesnetzagentur auf, im Rahmen der vorgeschriebenen strategischen Umweltprüfung (SUP) sämtliche Alternativen zu den vorgeschlagenen Netzausbauvorhaben zu prüfen. Dabei müsse es darum gehen, die Auswirkungen neuer Stromtrassen auf Natur und Anwohner zu minimieren.

"Wenn es Alternativen gibt, die den Ausbaubedarf verringern, dann müssen sie ebenfalls geprüft werden und im Zweifel Vorrang erhalten", sagte der BUND-Experte. "Nicht eintreten darf, dass jetzt der Neubau möglichst vieler Trassen forciert wird. Viele davon könnten sich schon in wenigen Jahren als Fehlplanungen erweisen", so Neumann.

Der BUND-Experte lobte hingegen, dass im Netzentwicklungsplan ein wesentlicher Teil der neuen Leitungen als HGÜ-Gleichstromkabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) vorgesehen sei. Gleichstromkabel entlasteten die Anwohner von den negativen Auswirkungen elektromagnetischer Felder.

Quelle:  BUND - Presseerklärung vom 30.05.2012.

Veröffentlicht am

30. Mai 2012

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