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Verknappung von Energieressourcen verstärken weltweite Konflikte

Von Hans-Josef-Fell

Die Verknappung von Öl und anderen fossilen Ressourcen führt zu immer mehr Konflikten. Allein in der letzten Woche gab es wieder mehrere Konflikte, die von der Verknappung der fossilen Ressourcen noch zusätzlich befeuert werden.

So hatte der Südsudan vor einigen Wochen Truppen zum zwischen dem Südsudan und dem Sudan umstrittenen Ölfeld Heglig geschickt und das Ölfeld besetzt. Als Reaktion bombardierten sudanesische Bomber den Süden und eroberten das Ölfeld in den letzten Tagen zurück. Sudan und Südsudan stehen nun am Rande eines Krieges. Nach der Unabhängigkeit des Südsudans im Juli letzten Jahres, war der Grenzverlauf besonders in den ölreichen Regionen umstritten geblieben.

In Argentinien enteignete die Präsidentin Kirchner Teile des spanischen Ölkonzerns Repsol. Die spanische Regierung und Repsol protestierten heftig. Als Begründung gab sie an, dass das Tochterunternehmen von Repsol YPF zu wenig in die Förderung investiert hätte. Argentinien musste bedingt durch den hohen Ölpreis m letzten Jahr 9,4 Milliarden Dollar für Erdölimporte bezahlen und damit mehr als doppelt soviel wie 2010. Eine direkte Folge der Ressourcenverknappung.

Auch zwischen Israel und Ägypten gibt es einen Konflikt um Ressourcen. Ägypten hat nun offiziell seine Gaslieferung nach Israel eingestellt. Bisher deckte das ägyptische Erdgas etwa 40 Prozent des israelischen Konsums. Neben der Verschlechterung des israelisch-ägyptischen Verhältnisses seit dem Sturz Mubaraks und der prekären Sicherheitslage im Nordsinai, wo die Gaspipeline zwischen den beiden Staaten allein im letzten Jahr über 10 mal durch Bombenanschläge beschädigt wurde, leidet Ägypten inzwischen auch unter den hohen Energiepreisen. Die staatlichen Energiesubventionen machen mittlerweile einen Anteil von über 25 Prozent am ägyptischen Staatshaushalt aus. Der Eigenbedarf Ägyptens ist möglicherweise der tiefere Grund für die Ägypter, ihr Erdgas nicht mehr an den Nachbarn zu liefern.

Auch in Europa führt die Ressourcenverknappung zu Verwerfungen. Unter der Federführung von MdEP Sven Giegold hat die Fraktion der Grünen im Europaparlament ein umfangreichen Arbeitspapier vorgelegt, welche den wachsenden Einfluss der steigenden fossilen Energiepreise auf die Schuldenkrise der EU-Staaten aufgezeigt. So hat die Importabhängigkeit die 27 EU-Länder zwischen Oktober 2010 und September 2011 408 Milliarden Euro gekostet. Das Leistungsbilanzdefizit betrug im selben Zeitraum dagegen nur 119 Milliarden Euro.

Quelle: Hans-Josef Fell - Infobrief 9/12.

Veröffentlicht am

30. April 2012

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