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Dokumentarfilm: Martin Luther King - Dann war mein Leben nicht umsonst …

Von Ulli Thiel

… als dieser Film am 4. April 1970, dem 2. Todestag von King, gleichzeitig in 300 Kinos in den USA uraufgeführt wurde, war ich gerade zu Besuch bei meiner Schwester und ihrer Familie in der Nähe von New York. Meine Schwester und ich sahen uns den Dokumentarfilm in einem New Yorker Kino an und waren tief beeindruckt. In Erinnerung ist bei mir auch noch, dass die überwiegend farbigen Besucher/innen bei vielen Filmszenen sehr emotional reagierten. Sie applaudierten, buhten (z.B. als Nixon bei der Beerdigung Kings im Bild war) und kommentierten einzelne Szenen mit lauten Zwischenrufen.

Lange Zeit danach hörte ich dann nichts mehr von diesem Film. Zu meiner Freude wurde er dann ca. sieben bis acht Jahre danach in einer Sonntag-Matinee im ZDF gezeigt - inzwischen synchronisiert. Ich fand dann auch die Firma heraus, die die Rechte an diesem Film hatte und fragte bei ihr wegen des Kaufs einer Kopie an. Außerdem empfahl ich ihr, den Medienzentralen der Länder und Kirchen Kopien dieser Filme anzubieten. Es dauerte dann noch einige Zeit, bis der Verleih und Verkauf des Filmes in die Gänge kam.

Wir vom Landesverband Baden-Württemberg der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK), deren Geschäftsführer ich damals war, ließen uns den Kauf einer Filmkopie durch die bundesweite Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung für unsere Bildungsarbeit finanzieren.

In den Jahren danach haben wir von der DFG-VK den King-Film bei vielen Veranstaltungen eingesetzt - meistens auf Einladung von Friedensinitiativen oder kirchlichen Gruppen.
Oft haben wir den Film auch den Friedensgruppen, Zivildienstschulen oder anderen Organisationen zugeschickt, die dann die Vorführung selbst in die Hände nahmen.
Damals ließen wir ein Plakat drucken, mit dem vor Ort für diese Filmveranstaltungen geworben werden konnte. Wir schickten den Gruppen die gewünschte Anzahl vor der Aufführung zu.

Als ich Anfang der achtziger Jahre zum ersten Mal an einer Wochenendtagung des Friedensseminars Königswalde in der DDR teilnahm und Georg Meusel kennen lernte, erfuhr ich von seinen Initiativen und Projekten zu Martin Luther King. Er hatte natürlich auch großes Interesse an dem Dokumentarfilm "Dann war mein Leben nicht umsonst". Wir waren uns einig, dass Wege gefunden werden mussten, um eine Kopie dieses Filmes nach Werdau zu bekommen.

Zurück in der BRD fragte ich dann mehrere Aktive aus der Friedensbewegung, ob sie zu einer Spende für den Kauf des Filmes bereit wären. In relativ kurzer Zeit hatten wir dann die erforderlichen ca. 3000.-DM beisammen. Georg Meusel erreichte, dass ihm diese Filmkopie zugestellt wurde. Ich erfuhr später, bei wie vielen Veranstaltungen dieser Film in der DDR eingesetzt wurde und wie viele tausende Menschen ihn gesehen haben.

Heute wundern sich viele Leute darüber, dass die "Wende" in der DDR so friedlich verlief. Einen kleinen Beitrag dazu, dass diese Revolution absolut gewaltfrei war, haben sicherlich auch die vielen Informationen geleistet, die über M.L. King und die gewaltfreien Aktionen der USA-Bürgerrechtsbewegung erfolgt sind.

Ulli Thiel ist Sprecher der DFG-VK Gruppe Karlsruhe. Um obigen Text wurde er im Oktober 2010 durch das Martin-Luther-King Zentrum in Werdau/Sachsen gebeten, dessen Vorsitzender Georg Meusel ist.

Veröffentlicht am

12. November 2010

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