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Für den Nutzen der Solarenergie streiten - wir haben so viele gute Argumente!

Von Raimund Kamm

Einige Politiker, die gegenwärtig so gar keine Erfolge haben, können die Erfolge von Solar- und Windenergie offenbar nicht ertragen. Und so prügeln sie auf die Zukunftsenergien ein.

Martin Unfried, der Ökosex-Autor, hat gerade in der taz einen scharfen Vergleich angestellt:

"Man stelle sich vor, der deutsche Wirtschaftsminister fordere, wegen der sprudelnden Gewinne der Automobilkonzerne staatliche Hilfen einzustellen: etwa die steuerlichen Abschreibemöglichkeiten großer Dienstwagen oder die staatlichen Hilfen beim Aufbau der Elektromobilität. Zur Begründung bemüht er ein soziales Argument: Der Bezieher mittlerer Einkommen in Gelsenkirchen solle doch nicht über seine Steuern den Porsche Cayenne des schwäbischen Zahnarztes mitfinanzieren." Attacke von rechts. Kommentar von Martin Unfried , taz vom 24.01.2012.

Wie wahr das ist, zeigt, was ich vor Jahren las, dass weit über die Hälfte aller in Deutschland verkauften Porsche, 7-BMW, S-Klasse und Audi-Panzer steuerlich absetzbare "Geschäftswagen" sind. Wir Normalbürger zahlen also mehr Steuern, dass viele Hunderttausende in dieser Gesellschaft steuerbefreit Autos für über 60.000 Euro kaufen und mit denen dann - auch wieder steuerlich absetzbar - mehr als 10 l/100 km verbrauchen und somit rund 30 kg CO2 pro 100 km produzieren.

Wir brauchen gar nicht defensiv die Solar- und Windenergie zu verteidigen. Wir können stattdessen stolz über die Fortschritte sprechen:

4 %— 23 % — 47 % — 100 %

4 %. Anfang der 1990er Jahre sagten die Stromkonzerne, dass auch auf längere Sicht die Erneuerbaren Energien höchstens 4 % unseres Stromverbrauchs decken würden.

23 %. Heute decken Sonne, Wasser, Wind, Biomasse aber schon 23 % unseres Stromverbrauchs

47 %. Vor zwei Jahren prognostizierte der Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE), dass wir im Jahr 2020 schon 47 % EE-Strom-Anteil haben können.

100 %. Und ab dem Jahr 2030/40 nähern wir uns langsam der Versorgung mit 100 EE-Strom.

Atom-, Öl-, Gas- und Kohlestrom wurde all die Jahre teurer. Denn sie gehören Monopolisten und sie verbrauchen begrenzte Rohstoffe, die knapp werden und deswegen im Preis steigen.

Die Erneuerbaren Energien hingegen nutzen fast kostenlosen Rohstoff. Dafür muss man viel für die Umwandlungsmaschinen, also die Kraftwerke investieren. Aber bei dieser jungen Technik gibt es noch viele Entwicklungsfortschritte und folglich sinkende Preise. Bei der Solarenergie sind die Preise geradezu gepurzelt. In den letzten fünf Jahren wurde der Preis für neue Solaranlagen mehr als halbiert. Kostete im Sommer 2006 jedes installierte Kilowatt PV noch fast 5.000 Euro, so lag im Sommer 2011 dieser Preis bei etwa 2.200 Euro. Jetzt zu Beginn des Jahres kosten neue PV-Anlagen 1.600 bis 2.000 Euro. Dementsprechend konnten auch für neue Anlagen die Vergütungen pro Kilowattstunde Solarstrom etwa halbiert werden. Von 2006 im Schnitt 50 Cent auf 2011 rund 25 Cent. Dementsprechend sanken auch die Einspeisevergütungen.

Jetzt zu Beginn des Jahres 2012 bekommt man bei großen Anlagen für 20 Jahre einen Einspeisepreis von 17.94 ct/kWh zugesagt. Es gibt keinen Inflationsausgleich. Kleinere Anlagen bekommen 22 - 24,5 ct/kWh vergütet.

Klar, dass da RWE, EON, EnBW und Vattenfall als Besitzer von Atom und Kohle ihre Politiker jetzt gegen den Solarstrom wüten lassen. Immer dabei auch das RWI, dass nicht zufällig wie RWE klingt.

Wir hingegen sind mit den Erneuerbaren Energien auf dem Weg zu einer umwelt- und gesundheitsfreundlichen Versorgung. Und wir wissen, bald werden die Erneuerbaren Energien auch billiger als Atom, Kohle & Co sein. Bei Berücksichtigung der Folgekosten sind sie es heute schon.

Fußnoten

Veröffentlicht am

28. Januar 2012

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