Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

Ihre Spende ermöglicht unser Engagement

Spendenkonto:
Bank: GLS Bank eG
IBAN:
DE36 4306 0967 8023 3348 00
BIC: GENODEM1GLS



Suche in www.lebenshaus-alb.de
 

Versorgungssicherheit: “Viel Lärm um Nichts”

Nutzung eines österreichischen Gaskraftwerks im Dezember hatte rein ökonomische Gründe. Versorgungssicherheit war nicht gefährdet

Zur Berichterstattung über die kurzfristige Nutzung eines Kaltreserve-Kraftwerkes aus Österreich erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

"Viel Lärm um Nichts: Wer die kurzfristige Nutzung eines 150-MW-Kraftwerks in Österreich am 8 und 9. Dezember 2011 zum Menetekel für die Versorgungssicherheit in Deutschland stilisiert, der spielt mit falschen Karten. Gegner eines umfassenden Atomausstiegs versuchen auf diese Weise die Bevölkerung zu verunsichern, obwohl dazu kein Anlass besteht. Die Nutzung des österreichischen Kraftwerks hatte ausschließlich ökonomische Gründe. Dies zeigt der genauere Blick auf die Situation im Dezember:

1. Die sechs in Deutschland als Kaltreserve zur Netzstabilisierung
vorgehaltenen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von etwa 1.000 MW mussten nicht in Anspruch genommen werden, obwohl dies möglich gewesen wäre.

2. Es gab am 8. und 9. Dezember 2011 keine Versorgungsengpässe in
Süddeutschland. Denn auch an diesen Tagen wurde Windstrom aus Norddeutschland durch das süddeutsche Netz nach Italien und Österreich exportiert. Diese Stromlieferungen hätten vom Netzbetreiber Tennet im Notfall gestoppt werden können. Dies war aber nicht nötig.

Der Rückgriff auf das österreichische Kraftwerk erfolgte also nicht aus einer Notlage heraus, sondern weil es größere Gewinne versprach, Windstrom aus dem Norden nach Südeuropa zu verkaufen und gleichzeitig kurzfristig geringe Mengen Strom aus Österreich einzukaufen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass unser Nachbar Frankreich, der weiter voll auf Atomkraft setzt, immer wieder Probleme mit der Stromnetzstabilität hat und sich dann Unterstützung aus dem Ausland holt. Die französischen AKW müssen in heißen Sommern heruntergefahren werden, weil die Flüsse nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung stellen. Und in kalten Wintern ist das französische Netz besonders belastet, weil ein Drittel der Haushalte mit Strom heizt. An manchen Tagen werden deshalb einzelne stromintensive Industrieanlagen heruntergefahren. Die französische Wirtschaft kann das verkraften.

Auch die japanische Wirtschaft kommt damit klar, dass teilweise nur noch eine Handvoll der ursprünglich 54 Atomkraftwerke am Netz ist. Nur in Deutschland glauben manche gleich an den Weltuntergang, wenn ein Netzbetreiber aus ökonomischen Gründen nicht die eigenen Reservekraftwerke anfährt, sondern eines aus Österreich nutzt."

Quelle:  .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie - Pressemitteilung vom 06.01.2012.

Veröffentlicht am

08. Januar 2012

Artikel ausdrucken

Weitere Artikel auf der Lebenshaus-WebSite zum Thema bzw. von