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Österreichs vergessener Visionär - Der Friedensnobelpreisträger Alfred Hermann Fried

Keine Reaktion des Kaisers, keine Presse. Als Jude und Freimaurer - aus einfachsten Verhältnissen stammend - blieb ihm gesellschaftliche Akzeptanz verwehrt. Seine Feinde wollten ihn vergessen machen. Das ist ihnen gelungen. Heute kennt kaum jemand den Namen dieses europäischen Visionärs: Alfred Hermann Fried.

Ein unbequemer Kämpfer für den Frieden

Der österreichische Pazifist Alfred Hermann Fried erhielt am 10. Dezember 1911 - also vor genau hundert Jahren -den Friedensnobelpreis.

Fried wurde 1864 in ärmlichsten Verhältnissen in Wien geboren. Er unterstützte Bertha von Suttner, die Friedensbewegung öffentlich zu machen. Bald schon erkannte er, dass die ArbeiterInnenbewegung internationalistisch und damit friedensschaffend ist und dass Demokratie die Gesellschaftsform der Zukunft sein muss. Sein "rationaler Pazifismus" wirkte bis in die Gründung des Völkerbundes, der UNO und der EU hinein. Wegen seiner pazifistischen Haltung wurde er im Ersten Weltkrieg als Hochverräter behandelt und auch nach dem Krieg als unbequem verachtet. Er starb1921 total verarmt in Wien.

Die Waffen nieder - der Titel der Zeitschrift, die er gemeinsam mit Suttner herausgegeben hat - ist auch heute sehr aktuell. Sein Ziel, einen weltweit organisierten Frieden zu schaffen, ist noch lange nicht erreicht. Es ist ein großer Fortschritt, dass heute Kriege zwischen Deutschland und Frankreich undenkbar sind. Aber von Frieds "Vereinigten Staaten von Europa" ist die heutige EU noch weit entfernt: die Militarisierung der Europäischen Union, EU-Staaten als größte Waffenexporteure und Atomwaffen in zwei EU-Staaten sind das genaue Gegenteil.

Fried war unbequem - auch heute muss die Friedensbewegung gegen Krieg und Rüstung sowie für Frieden und soziale Gerechtigkeit engagiert auftreten. Und wo alle vom Sparen reden, ist es höchste Zeit, bei den Ausgaben für Militär und Rüstung mit dem Sparen zu beginnen.

Hinweise:

Quelle: Friedensbüro Wien - Pressemitteilung vom 08.12.2011.

Veröffentlicht am

11. Dezember 2011

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