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Aufruf: Rechte statt Mitleid für Ostafrika

Schriftsteller fordern politisches Umdenken

Mit dem gemeinsamen Aufruf "Rechte statt Mitleid für Ostafrika" fordern 35 Schriftsteller vor allem aus Afrika und Europa solidarisches Handeln und strukturelle Veränderungen, um Hungerkatastrophen künftig zu verhindern.

Maßgeblich verfasst wurde der Aufruf von dem bedeutenden somalischen Romanautor Nuruddin Farah und dem deutschsprachigen Schriftsteller und Journalisten Ilija Trojanow in Kooperation mit der sozialmedizinischen Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international. "In der Hungersnot in Ostafrika zeigen sich die katastrophalen sozialen Folgen, vor denen uns Klimaforscher seit Jahren warnen", erläutert Ilija Trojanow, der den Klimawandel in seinem neuen Roman thematisiert.

Zu den Autoren gehören auch die diesjährige Caine Prize Trägerin NoViolet Bulawayo, der bekannteste kenianische Schriftsteller Meja Mwangi und der mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete ungarische Romancier Péter Esterházy. Sie fordern die aktive Bekämpfung des Klimawandels, den Aufbau einer nachhaltigen Landwirtschaft, ein Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln und des modernen Landraubs. Gerade in Äthiopien sind riesige fruchtbare Gebiete an ausländische Investoren verkauft worden, die dort Lebensmittel für den Export oder die Biospritproduktion anbauen.

"Die Menschen sterben nicht nur an einer unglückseligen Dürre, sondern auch an weitreichenden, systemimmanenten Missständen: an den Folgen des Klimawandels, der neoliberalen Ideologien, militaristischen Interventionen und instabilen Getreidemärkten. Und an der Unwilligkeit der Staatenwelt, die verschiedenen Warlords, die seit 20 Jahren Somalia zerstören, international zu ächten und zu verfolgen", heißt es in dem Aufruf der Schriftsteller, die in ihren jeweiligen Ländern von Elfenbeinküste über Somalia und Kenia bis Südafrika, Irak, Indien und Europa für eine gerechte Gesellschaft aktiv sind.

medico international unterstützt eine lokale Organisation bei der Bekämpfung des Hungers in Ostkenia und fordert zugleich ein politisches Umdenken. "Hilfe in der Not und strukturelle Veränderungen zur Beseitigung der Ursachen von Hunger sind kein Akt des guten Willens, sondern eine völkerrechtlich bindende Pflicht. Wir brauchen keine Politik des Mitleids, sondern eine der politischen Verantwortung. Um den Druck auf die Regierungen zu erhöhen, haben wir uns mit Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus vielen Teilen der Welt vernetzt", erklärt Anne Jung, Afrika-Referentin von medico international.

Quelle: medico international - Pressemitteilung vom 23.08.2011.

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Veröffentlicht am

23. August 2011

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