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Umweltschützer empört: Die besonders gefährlichen Gundremminger Siedewasserreaktoren sollen bis Ende 2021 weiterlaufen

Von Raimund Kamm

Nach den am 1. Juni 2011 von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin veröffentlichten Berechnungen sollen entsprechend der Pläne von CDU/CSU/FDP die gefährlichen Gundremminger Siedewasserreaktoren bis Ende 2021 weiter laufen. Siehe Folgt auf das Atommoratorium das Ausstiegs-Moratorium? - Hintergrundpapier der DUH vom 01.06.2011.

Die zwei Atommeiler in Gundremmingen, die vom veralteten Siedewassertyp sind und als gefährlichste in Deutschland noch laufende Reaktoren gelten, wurden 1984 in Betrieb genommen, sind seit Anfang der 2000er Jahre abgeschrieben und sollen jetzt nach dem Willen von CSU.CDU.FDP bis Ende 2021 weiterlaufen.

Infolge Berichtsverweigerung der Augsburger Allgemeinen wissen bisher wenige Bürgerinnen und Bürger in Schwaben, wie gefährlich das Gundremminger AKW wirklich ist. Dort laufen und drohen die letzten Siedewasserreaktoren Deutschlands. Sie haben nur einen Hauptkreislauf und die zwei brisanten Abklingbecken liegen außerhalb des Sicherheitsbehälters. Diese beiden Abklingbecken mit Kompaktlagerung sind jeweils mit mehr als 2000 verbrauchten und extrem strahlenden Spaltelementen überfüllt. Das ist der Atommüll von je über 12 Reaktorjahren. Hinzu kommt noch das Zwischenlager, in dem bereits über 30 Castoren stehen. Nirgendwo sonst in Deutschland lagert so viel Radioaktivität.

Selbst die fadenscheinigen Stresstests der RSK räumten ein, dass das AKW Gundremmingen beim Anprall eines großen Flugzeugs nicht ausreichend geschützt ist. Zudem werden nirgendwo sonst auf unserer Erde in Siedewasserreaktoren so viele brisante MOX- und WAU-Spaltelemente, in denen gebrauchtes Plutonium und Uran verwandt wird, eingesetzt wie in Gundremmingen. Dieser Spaltstoff stammt zum Teil aus Russland, das nach der Tschernobylkatastrophe als besonders unsicher bezeichnet wurde. RWE/LEW verweigert über die Herkunft der Spaltelemente sachgerechte Informationen.

Zu Recht wird der 1983 in Betrieb genommene Siedewasserreaktor in Krümmel, der sogar etwas leistungsstärker als die Gundremminger Reaktoren ist und bisher 210 Terawattstunden (TWh) erzeugt hat, nicht mehr eingeschaltet. Unverantwortlich, dass die Gundremminger Siedewasserreaktoren, die 1984 in Betrieb gingen und schon jeweils über 250 TWh erzeugt haben, bis Ende 2021 weiter laufen sollen!

Die auf 800 Mitglieder angewachsene Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. fordert das schnellstmögliche Abschalten dieses Schwaben, Süddeutschland und die Nachbarländer bedrohenden Atomkraftwerks Gundremmingen. Die jetzt von CDU/CSU/FDP geplante Laufzeitverlängerung bis 2021 lehnt sie entschieden ab.

Quelle: FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. - Pressemitteilung vom 01.06.2011.

 

Fußnoten

Veröffentlicht am

02. Juni 2011

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