Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V.

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Solidarität nach Hausdurchsuchung bei Lebenshaus Schwäbische Alb e.V.

Nach einer Hausdurchsuchung beim Verein "Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie" in Gammertingen (Kreis Sigmaringen) gingen zwischenzeitlich zahlreiche Solidaritätsbekundungen ein. Darüber freuen wir uns sehr. So viel Solidarität und Mitgefühl tut gut! Ebenso die Empörung über den ungeheuerlichen Vorgang der Hausdurchsuchung.

Am frühen Morgen des 10. März 2011 war der Verein "Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie" durch eine Durchsuchung des vereinseigenen Gebäudes in Gammertingen (Kreis Sigmaringen) und die Beschlagnahme von PCs und Schriftstücken überrascht worden. Gesucht wurden Beweismittel, die im Zusammenhang mit einem fingierten "Rathaus-Brief" vom August 2010 stehen sollen. Offensichtlich wird "Lebenshaus Schwäbische Alb" alleine deshalb verdächtigt, verantwortlich für diese Aktion zu sein, weil der Verein gegen eine "Bundeswehrpatenschaft" der Stadt Gammertingen protestiert. (siehe Artikel Hausdurchsuchung bei Lebenshaus Schwäbische Alb e.V. nach Protest gegen "Bundeswehrpatenschaft" ) Siehe auch die umfassende Artikelsammlung zum Protest gegen die "Bundeswehrpatenschaft". Die Übersicht zu den Artikeln findet sich hier:  Protest gegen Unterstützung des Afghanistan-Krieges und andere Auslandseinsätze der Bundeswehr durch "Patenschaften" .

In diesem massiven Vorgehen der Staatsmacht wird bei "Lebenshaus Schwäbische Alb" der Versuch gesehen, seinen Protest gegen "Bundeswehrpatenschaft" und Afghanistan-Krieg zu kriminalisieren.

Nachfolgend veröffentlichen wir einige der eingegangenen Solidaritätsschreiben bzw. Stellungnahmen. Über weitere freuen wir uns (bitte am besten per E-Mail an: info@lebenshaus-alb.de).

Michael Schmid

Solidaritätsschreiben

Dr. Wolfgang Sternstein (Stuttgart)

Lieber Michael, liebe Katrin,

es ist erschütternd zu lesen, wie in Gammertingen offensichtlich Rufmord betrieben wird. Ich kann nur bewundern, wie Ihr diesem Druck standhaltet. Wenn wir in irgendeiner Weise helfen können, teilt es uns bitte mit.

Liebe Grüße von Gise und Wolfgang

Peter Bürger (Düsseldorf)

Repressionen gegen Antimilitaristen und Pazifisten treffen uns Alle!

Dass auf bloße Phantasien hin die Räume des auf gewaltfreie Prinzipien verpflichteten Lebenshaus Alb e.V. durchsucht und Computer, die u.a. die Kontakte der sozial-, umwelt- und friedenspolitischen Arbeit enthalten, in Gewahrsam genommen werden, ist traurig und erschreckend.

Als einer der vielen Autoren, die beim "Lebenshaus" publizieren und sich mit dessen Zielen identifizieren, fühle ich mich auch persönlich getroffen. - Allerdings kann ich nicht sagen, dass mich dieser Skandal erstaunt. Mein Vertrauen in die Verfassungstreue der "Staatsgewalten" hat im letzten Jahrzehnt erhebliche Desillusionierungen erfahren. Ich rechne angesichts der grundgesetzwidrigen Militärdoktrinen der Politik und der immer offensiveren Militarisierung in Kultur, Bildung und anderen gesellschaftlichen Bereichen vielmehr mit einer noch ansteigenden und verschärften Repression gegen Antimilitaristen und Pazifisten. Deshalb müssen wir solidarisch, ja herzlich zusammenhalten.

Keine Angst! Wir lassen uns nicht kleinmütig machen beim Einsatz für die zentralen Säulen des Grundgesetzes, beim Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und das Leben auf dem Planeten. Wir wissen auch: die Verfassungsfeinde sind heute in den Reihen der vermeintlich "Staatstreuen" zu finden.

shalom-salam-pace

Peter Bürger, Düsseldorf
katholischer Theologe & Publizist

Sonnhild und Ulli Thiel (Karlsruhe)

Liebe Katrin, lieber Michael,

empört, aber nicht verwundert, sind wir darüber, dass im Lebenshaus eine Hausdurchsuchung stattfand und so wichtige Arbeitsmittel wie Computer mitgenommen wurden. Hoffentlich ist alles wieder unbeschädigt zurückgekommen. Nicht verwundert deshalb, weil Pazifisten von den Herrschenden gerne diffamiert werden. Sie passen einfach nicht ins Bild. Und damit dieser Bazillus "Pazifismus" sich nicht weiterverbreitet, muss rechtzeitig diffamiert und kriminalisiert werden. Ihr seid mit dem Lebenshaus schon eine enorme Herausforderung für eine stockkonservative Umgebung.

Gut finden wir, dass es den durchsuchenden Polizisten offensichtlich peinlich war, diesen Befehl auszuführen. Vielleicht führt das intern zu Diskussionen - das ist immer gut.
Wir hoffen, dass die Hausdurchsuchung euch nicht zu sehr durcheinandergebracht und aufgewühlt hat. Ärgerlich ist immer, dass so etwas Zeit und Kraft bindet, die für anderes dringend gebraucht würden.

Seid herzlich umarmt
von Sonnhild und Ulli

Werner Dierlamm (Schorndorf)

Danke, lieber Michael, wir haben über diese Sache schon gesprochen und ich leite Deinen Artikel an die Mitglieder unseres Montagsgebets weiter. Bleibe gelassen und mache weiter wie bisher.

Dein Werner Dierlamm

Christoph Besemer (Freiburg, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden)

Lieber Michael,

offensichtlich ist eure Aktion tatsächlich ein "Stachel im Fleisch", sonst würden sie nicht so heftig reagieren. Da ich eure gewaltfreie Arbeit sehr schätze, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass sie bei der Hausdurchsuchung irgendetwas Verwerfliches gefunden haben. Wenn sie Informationen über die Friedensarbeit haben wollen, könnten sie doch auch höflich anfragen und würden dann sicherlich ausführlich aufgeklärt…

Ich hoffe, dass diese Polizeiaktion euch nicht zu viel Unruhe und Chaos gebracht hat! Und dass ihr sie gut nutzen könnt, um eurem Anliegen in der Öffentlichkeit noch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen!

Herzliche Grüße!
Christoph

Ernst-Ludwig Iskenius (Villingen-Schwenningen)

Lieber Michael, wie Du schon schreibst, kann man bei solchen hilflosen Kriminalisierungsaktionen eigentlich belustigend dabei stehen und sich noch freuen, wie wichtig Eure antimilitaristische Arbeit genommen wird.

Auf der anderen Seite wirft es auch ein Schlaglicht auf den Zustand unserer "Demokratie", die offensichtlich solche ernstzunehmenden Proteste gegen militaristische Aktivitäten nicht zulassen (kann). Ich möchte Euch Mut machen und danke für Euren Einsatz an vorderster Front.

Auch wenn Ihr räumlich und geographisch etwas abseits liegt, seid Ihr in unserem Geiste und unserem gemeinsamen Anliegen sehr nah und genießt unsere uneingeschränkte Solidarität und Unterstützung im Kampf gegen die Kriminalisierung. Am Ende, so hoffe ich, wird alles eine "Fußnote der Geschichte" werden, über die man letztlich nur noch lächeln kann. Auf jeden Fall wünsche ich Euch viel Kraft und Energie und bleibt vor allem Euch treu. Das inkriminierte Flugblatt, auch wenn es von Euch nicht geschrieben und verbreitet wurde, fand ich eine geniale politische Aktion und stehe auch weiterhin hinter einer solchen Aktion, auch wenn ich weiß, dass sie nicht von Euch ausgegangen ist. Auch diesen Verfassern danke ich an dieser Stelle recht herzlich, obwohl ich persönlich auch wie Ihr offene gewaltfreie Aktionen eher befürworte.

Mit herzlichen Grüßen

Ernst-Ludwig Iskenius

Erika Bosch (Düsseldorf)

Guten Tag, lieber Michael,

das mag ich ja kaum glauben! Es ist empörend, welche Vorgehensweise der Staat gegen legitime Proteste ergreift. Sind wir denn in Libyen?

Habe weiterhin Wut und Mut!

Lieben Gruß
Erika

Christa Sensberg (Zossen)

Hallo Michael !

Mon Dieu - was habt Ihr für einen fiesen Bürgermeister !
Ich bin empört !

Lieben Gruß von Christa

Bernd Dücke (Münster, Redaktion Graswurzelrevolution )

Lieber Michael, liebe Freundinnen und Freunde vom Lebenshaus Schwäbische Alb,

solidarische Grüße! Wir werden Eure Presseerklärung natürlich in der Graswurzelrevolution abdrucken.

Alles Liebe,
Bernd

Hans Harald Willberg (Burgthann, Ökumenisches Netz Bayern)

Liebe LebenshäuslerInnen!

Das ist ja schon ein starkes Stück, die Hausdurchsuchung! Vielen Dank für Euern Bericht!

Als regelmäßiger Leser Eurer Mitteilungen möchte ich Euch sagen:
1. Unsere Solidarität habt Ihr gewiss! Es ist schon schlimm, wie unser Staat mit seinen Bürgern umgeht.
2. Kann ich Euern Bericht in unsere Website stellen (www.oenb.de)?

Shalom -
Hans Harald Willberg
Geschäftsführer Ökumenisches Netz Bayern (ÖNB)

Wolfgang Strasser (Balingen, Friedensnetzwerk Balingen)

lieber michael,

bei unserem letzten treffen des friedensnetzwerkes sprachen wir auch gegen die polizeiaktion gegen das lebenshaus. wir wollen dir unsere betroffenheit uebermitteln und solidaritaet zusichern.

falls ihr eine aktion dazu plant, lasst es uns rechtzeitig wissen.

friedliche gruesse aus balingen

Wolfgang

Für das Friedensnetzwerk Balingen

Heinz Peter Vetten (Erkelenz)

Das ist ja wohl die letzte Sauerei, Euch an der Arbeit zu hindern, sagt aber alles über unsere Bananenrepublik aus!!!! Macht die Aktion doch in der Bewegung - auch über den Rundbrief hinaus - öffentlich.

Schalom und solidarische Grüße, Euer Heinz Peter

Jürgen Gottschalk (Dresden)

Liebe Leute,

seit längerem verfolge ich sporadisch Eure Beiträge im Netz zu den verschiedensten Belangen und Problemen unserer Zeit in unserer Gesellschaft und habe, da einem ja auch ab und an die Ohnmacht über die Dummheit der Welt überkommt, auch aus Euren Seiten mir Mut und Kraft geholt.

Gerade Eure kritische Haltung gegenüber der zunehmenden Militarisierung unseres Landes (z.B. Bundeswehrveranstaltungen in Schulen etc.), die mich an unsere damaligen Aktivitäten in den Siebzigern in DDR erinnerten, fand ich wichtig und lobenswert.

Mit Empörung habe ich nun von der stattgefunden Polizeimaßnahme gelesen und will Euch ganz spontan meine Solidarität bekunden. Auch wenn sehr wahrscheinlich sich alles als "Irrtum" oder eine behördliche "Überreaktion" heraus stellen sollte - es bleibt für mich ein repressiver Akt der Einschüchterung und der Versuch, missliebige Aktivisten zu Kontrollieren und zu Reglementieren. Und dies sollte mit äußerster Skepsis beobachtet werden, damit es nicht (wieder) zur Gewohnheit einer macht besessenen Hierarchie wird.

Mit freundlichen Grüßen aus Dresden

Jürgen Gottschalk

Wolfgang Kuhlmann (Düsseldorf, FriedensTreiberAgentur - FTA )

Lebenshaus Schwäbische Alb gehört nicht zu den umstürzlerischen Institutionen der BRD. Aber es ist eine feste Bastion der Friedensbewegung. Jetzt ist es unter Beschuss der Staatsorgane geraten und hatte eine staatliche Heimsuchung - im Sinne des Wortes, weil
neben Büros auch Wohnungen betroffen waren - zu ertragen. Es geht dabei um die Einsickerungsversuche der Bundeswehr in das zivile Leben.

Nicht nur das Lebenshaus Schwäbische Alb setzt dem zivilen Widerstand entgegen, dieser staatliche Durchsuchungsangriff gilt letztlich uns allen, kann sich jederzeit an jedem Ort wiederholen. Nur die Begründungen werden wechseln.

Die Solidarität von FTA gilt dem Lebenshaus Schwäbische Alb und den Menschen, die dort arbeiten. Sie gilt auch denen, die dabei in ihrem privaten Lebensbereich verletzt worden sind.

Wolfgang Kuhlmann, in: FTA Nr. 076/2011 vom 19.03.2011

 Hinweise:

 

Fußnoten

Veröffentlicht am

05. April 2011

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