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Atomkraftgegner haben 45 Stunden Zwischenlager blockiert - “Schwarz-Gelbe Energiepolitik ist nicht durchsetzbar”

Nachdem der Castor das Zwischenlager in Gorleben erreicht hat, werten die Initiative X-tausendmal quer und die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt die rund 45-stündige Blockade des Zwischenlagers und die Proteste der vergangenen Tage als einen wichtigen politischen Erfolg. Sie kündigen der Bundesregierung an, dass ein Endlager in Gorleben ebenso wie die schwarz-gelbe Energiepolitik nicht durchsetzbar sei.

Die Initiative X-tausendmal quer wertet die knapp 45-stündige Blockade des Zwischenlagers und die Proteste der vergangenen Tage als wichtigen politischen Erfolg. "Der entschlossene massenhafte Protest der letzten Tage ist ein starkes politisches Signal: Die Endlagerfrage ist ungelöst, Gorleben kein geeigneter Standort und die Verlängerung von AKW-Laufzeiten lebensfeindlich", erklärte Luise Neumann-Cosel, Sprecherin von X-tausendmal quer. "Die schwarz-gelbe Energiepolitik ist unverantwortlich und nicht durchsetzbar. Die Polizei konnte die Straße räumen, doch die Regierung kann den Konflikt nicht ausräumen."

Sie sagte weiter: "Am Samstag haben wir mit 50.000 Menschen die bisher größte Demonstration im Wendland gegen Atomkraft erlebt. Tausende sind nach der Demo hier geblieben und haben sich mutig an gewaltfreien Aktionen beteiligt." Von Sonntag auf Montag blockierten in der Aktion "Widersetzen" 5.000 Menschen das Castor-Gleis und ließen sich von Polizeigewalt nicht provozieren. Am Dienstag ließen sich 4.000 Menschen von der Straße vor dem Zwischenlager tragen. 1.000 von ihnen hatten zwei Nächte auf der Straße geschlafen, vor der klirrenden Kälte geschützt durch Stroh, Schlafsäcke und Rettungsdecken. Tagsüber bereiteten sie sich mit Trainings in gewaltfreiem Handeln auf die Räumung vor und hielten sich mit Tee, Suppe und Bewegung warm.

"Ich bin beeindruckt von dieser entschlossenen Gewaltfreiheit", sagte Julian Bank, Sprecher der Initiative X-tausendmal quer. "Wir blockieren nicht nur den Castor, wir blockieren die unverantwortliche Energiepolitik der Bundesregierung. Bundeskanzlerin Merkel wird merken, dass auch Atommüll-Transporte nach Russland und der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken auf entschlossenen Widerstand stoßen werden, denn die schwarz-gelbe Energiepolitik zerstört eine lebenswerte Zukunft."

Die Initiative X-tausendmal quer hatte die 45-stündige gewaltfreie Straßenblockade organisiert. Am Sonntag waren mehr als 1.000 Blockierer um 11 Uhr auf die Straße gelangt. Montagabend gegen 21.30 Uhr hatte die Polizei die Räumung angekündigt, musste den Plan dann aber aufgeben, weil ihre Einsatzkräfte nicht an Trecker-Blockaden vorbei kamen. Erst Dienstagmorgen um 3.17 Uhr begann die Räumung. Die Blockierer wurden einzeln aus der Blockade getragen und konnten sich zunächst anschließend wieder auf die Straße setzen. Nach viereinhalb Stunden wurde die Polizei deutlich ruppiger und schleifte Demonstranten von der Straße. Um 7.25 Uhr wurde die Letzte von der Straße getragen.

"Demonstranten zeigen mehr politische Verantwortung als die Regierenden in Berlin"

Nachdem der Castor das Zwischenlager erreicht hat, erklärte Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: "Obwohl die Räumung jetzt abgeschlossen ist, ist das hier keine Niederlage, sondern ein Erfolg! 1979 musste der damalige Ministerpräsident Albrecht einräumen: "Eine Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben ist politisch nicht durchsetzbar" - jetzt warten wir auf ein ähnliches Bekenntnis aus Berlin. Auch ein Endlager in Gorleben ist nicht durchsetzbar.

Die Demonstranten hier in Wendland haben in den letzten Tagen mehr politische Verantwortung bewiesen als die Regierenden in Berlin. Während sich Merkel und Röttgen hinter leeren Politparolen und Tausenden von Polizisten verschanzt haben, haben wir hier deutlich Position bezogen. Jetzt muss die Regierung reagieren. Unsere Proteste werden weiter gehen!"

Quelle: X-tausendmal quer und ausgestrahlt - Gemeinsam gegen Atomenergie - Pressemitteilungen vom 09.11.2010.

Weblinks:

Veröffentlicht am

09. November 2010

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