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Gewaltfreiheit im Irak auf dem Vormarsch - Irakischer Aktivist auf Rundreise durch Deutschland

Vor drei Jahren gründeten 16 Personen das irakische Netzwerk "La Onf" (keine Gewalt). Jetzt beteiligten sich schon 180 Organisationen und 300 Aktivisten aus allen irakischen Provinzen an der dritten Woche der Gewaltfreiheit. Diese gute Nachricht brachte Haider Jaseb Al-Behadili den Besucherinnen und Besuchern einer vom Bund für Soziale Verteidigung organisierten Veranstaltungsreihe.

Al-Behadili betonte, dass man sich für die aktive Gewaltfreiheit entschieden habe, weil es der einzige Weg sei, die amerikanische Besatzung des Iraks zu beenden. Die Bevölkerung sei des Kämpfens müde und wolle endlich Frieden. Auch viele der bewaffneten Gruppen und Milizen, die vor drei Jahren die Amerikaner mit Gewalt bekämpften, hätten inzwischen eingesehen, dass Gewalt immer nur mehr Gewalt und Leiden erzeugt und deshalb Friedensvereinbarungen mit den US-Soldaten getroffen. In diesem Klima erhält das Netzwerk La Onf im Irak viel Zustimmung und viele Gruppen und Freiwillige beteiligen sich an den Aktionen zur Verbreitung der Gewaltfreiheit.

Das ehrenamtlich arbeitende Netzwerk besteht aus einer Vielzahl unabhängiger Organisationen, meistens Menschenrechts- Frauen- und Demokratiegruppen, und umfasst Menschen aller Religionen und Ethnien. Inzwischen konnten Koordinierungsräte in allen 18 irakischen Provinzen gewählt werden, so dass La Onf landesweite Aktionen organisieren kann. In den meisten Fällen suchen die Aktivistinnen und Aktivisten das direkte Gespräch in der Öffentlichkeit oder verteilen Poster mit Aufrufen gegen Gewalt. Darüber hinaus arbeiten sie viel an Schulen, Kindergärten und Universitäten. Schließlich, so Al-Behadili, seien die Kinder mit Gewalt und Krieg groß geworden und haben oft traumatische Erfahrungen hinter sich. Heute sollen sie nun lernen, wie man Konflikte ohne Gewalt lösen kann.

Mit der aktuellen Woche der Gewaltfreiheit bekämpft La Onf die Gewalt gegen Frauen. Die Gewalt gegen Frauen ist besonders groß, weil diese nicht nur unter Krieg und Terror leiden, sondern oft auch von den eigenen Männern und Familien unter Druck gesetzt werden. Daher bewertete Al-Behadili es als einen großen Erfolg, dass bei den letzten Kommunalwahlen deutlich mehr Frauen kandidiert haben und auch zur Wahl gegangen seien. Unter den Aktiven bei La Onf seien ungefähr 30% Frauen.

Der Bund für Soziale Verteidigung, ein Fachverband der Friedensbewegung, hatte Haider Al-Behadili nach Deutschland eingeladen, weil "wir üblicherweise nur die schlechten Nachrichten aus dem Irak mitbekommen." Geschäftsführer Björn Kunter meint dazu: "Der Bericht aus dem Irak ist ein Zeichen, dass Hoffnung macht. Nun muss der von Obama angekündigte Rückzug schnell vollzogen werden, damit die Iraker ihren Frieden schaffen können. Anstatt immer nur auf das Militär zu starren, sollte die Bundesregierung endlich auch gewaltfreien Akteure wahrnehmen und stärker unterstützen."

Quelle:  Bund für Soziale Verteidigung e.V. - Pressemitteilung vom 06.04.2009.

Veröffentlicht am

07. April 2009

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