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50 Jahre Ostermärsche: Aktionen gegen Kriegseinsätze und Atomwaffen

Friedensgruppen propagieren Alternativen für Zivile Konfliktbearbeitung

von Manfred Stenner

Die Ostermärsche der Friedensbewegung wenden sich gegen den Militäreinsatz in Afghanistan sowie den inzwischen fünfjährigen Krieg im Irak und fordern eine Wende in der Nahost-Politik für eine Friedenslösung zwischen Palästinensern und Israelis.

Das Netzwerk Friedenskooperative erinnert an die nunmehr 50jährige Geschichte der Ostermarsch-Aktionen, die im April 1958 mit dem von Bertrand Russell inspirierten Marsch der englischen Atomwaffengegner von London zum Atomwaffenlaboratorium Aldermaston begann und bald von deutschen pazifistischen Gruppen übernommen wurde. Die damals völlig neue ungewöhnliche Aktionsform führte in der Bundesrepublik zur ersten “neuen sozialen Bewegung” und außerparlamentarischen Opposition und ist bis heute lebendige Tradition für viele der aktiven Friedensinitiativen - seit den neunziger Jahren gerade auch in den neuen Bundesländern.

Auch in diesem Jahr spielt das ursprüngliche Thema “Atomwaffen” eine große Rolle. Die Gruppen der Friedensbewegung fordern die vollständige Abrüstung der Atomwaffen durch eine Nuklearwaffenkonvention in Anlehnung an das Verbot von B- und C- Waffen. In Deutschland soll das letzte Atomwaffenlager im Fliegerhorst Büchel geschlossen und die “nukleare Teilhabe” der Bundesrepublik beendet werden.

Die mehr als 60 Ostermärsche von Friedensgruppen wenden sich gegen Kriegsbeteiligung und z.B. auch gegen die geplante Erweiterung des Afghanistan-Einsatzes durch die Aufstellung einer deutschen “Quick Reaction Force” im Norden des Landes. Zu Ostern starten viele Friedensorganisationen gemeinsam eine erneute Unterschriftensammlung für eine Petition an den Bundestag, den Bundeswehreinsatz zu beenden.

Zum kurdischen Newroz-Fest am 20./21. März mahnen Friedensgruppen und kurdische Organisationen nach dem (vorläufigen) Ende des türkischen Einmarsches im Nordirak auch dringend eine politische Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts an.

Alternativen zum Krieg sind möglich!

Sowohl für Irak und Afghanistan als auch beim Schlüsselkonflikt Israel/Palästina wie dem insgesamt verfehlten und gescheiterten Konzept des “Kriegs gegen den Terror” verweisen die Organisationen der Friedensbewegung aber auch auf umfangreiche Alternativ-Vorschläge für Zivile Konfliktbearbeitung, die aus der militärischen Sackgasse immer weiterer Eskalation hinausführen könnten.

Zu Afghanistan gibt es eine intensive auf verschiedenen Konferenzen vorangebrachte Debatte zu Friedenslösungen. Zum Irankonflikt, dem türkisch-kurdischen Konflikt und zum Konflikt Israel/Palästina hat die Dachorganisation “Kooperation für den Frieden” umfangreiche Dossiers mit alternativen Lösungsvorschlägen herausgegeben.

Dabei führt jeweils kein Weg an der konstruktiven Einbindung aller Konfliktparteien in einen Dialog vorbei. Das Netzwerk Friedenskooperative fordert dies gerade auch angesichts des jüngsten Anschlags gegen eine Religionsschule in Jerusalem. Die Abriegelung des Westjordanlandes drohe eher eine weitere Eskalation zu provozieren.

Die Friedenskooperative erinnert auch an die katastrophale Lage der im Gazastreifen gefangenen Menschen: “Ohne eine Einbeziehung der Hamas und Ermöglichung eines erträglichen Lebens auch in von ihr dominierten Gebieten gibt es keinen Weg aus der Spirale der Gewalt”.

Friedensorganisationen befürworten seit langem eine Konferenz für Frieden im Nahen und Mittleren Osten, in der die miteinander verschränkten Konflikte in der Gesamtregion behandelt werden. Dabei müssten u.a. auch “die Schurken” Hamas, Hisbollah, Syrien und Iran eingebunden sein.

Manfred Stenner ist Geschäftsführer des Netzwerk Friedenskooperative

Quelle: Netzwerk Friedenskooperative   - Pressemitteilung vom 07.03.2008


Hinweis zu den erwähnten Dokumenten im Web:

Veröffentlicht am

08. März 2008

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