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Bei der radioaktiven Niedrigstrahlung tappt die Strahlenschutzkommission im Dunkeln

Die Grenzwerte der bundesdeutschen Strahlenschutzverordnung basieren auf höchst unsicheren Modellen über die Ausbreitung der Abluft aus den Kaminen der Atomkraftwerke. Diese Tatsache bekommt gerade im Licht der Ergebnisse der im Dezember 2007 veröffentlichten Kinderkrebsstudie eine besondere Bedeutung. In der vom Mainzer Kinderkrebsregister und von Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlichten Studie “Kinderkrebs im Umkreis von Kernkraftwerken” (KiKK-Studie) war eine signifikante Erhöhung des Krebs- und Leukämierisikos festgestellt worden, je näher ein Kleinkind in der Nähe der 16 bundesdeutschen Atomreaktoren wohnt. Darauf angesprochen, äußerte sich der Leiter der bundesdeutschen Strahlenschutzkommission Herr Wolfgang-Ulrich Müller im aktuell erschienenen Greenpeace-Magazin 2.08: “Im Bereich der Niedrigstrahlung tappen wir tatsächlich etwas im Dunkeln.”

Zur Erinnerung

Im Jahr 2001 hatte die Ulmer Ärzteinitiative mit Hilfe einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne der IPPNW die KiKK-Studie auf den Weg gebracht. Das Bundesumweltministerium (BMU) hatte allerdings auf die besorgniserregenden Befunde der KiKK-Studie ausgesprochen zögerlich reagiert und die Ergebnisse erst einmal der Strahlenschutzkommission zur Beurteilung vorgelegt. Offizielle Ergebnisse dieser Beurteilung werden vom BMU nicht vor Ende 2008 erwartet.

Erste internationale Konsequenzen aus der KiKK-Studie

Die KiKK-Studienergebnisse und die Beweise dafür, dass ein Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und AKW-Nähe besteht, werden auf dem internationalen Parkett offensichtlich ernster genommen. Schon am 13.12.07 hatte die Krebsliga Schweiz angekündigt, dass sie als Reaktion auf die deutsche KiKK-Studienergebnisse plane, beim Schweizer Kinderkrebsregister eine Studie “Kernkraftwerke und Leukämie bei Kindern” in Auftrag geben zu wollen. Diese Ankündigung, die bisher nur in Form einer Medienmitteilung existierte ( Krebsliga Schweiz gibt Studie in Auftrag ), wird nun in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) konkretisiert. Im März 2008 beginnt das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) in Bern in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kinderkrebsregister mit einer eigenen Schweizer Studie, die laut Berner Zeitung vom 15.02.08 mit Kosten von 600.000 bis 800.000 Franken veranschlagt wird. Die Schweizer Kinderkrebsstudie soll laut Studienleiterin Claudia Kühni - in Anlehnung an die bundesdeutsche KiKK-Studie - ebenfalls aufwändig als Fallkontrollstudie angelegt werden und die Wohnortnähe zu den Schweizer Kernkraftwerken, aber auch zu Starkstromleitungen und anderen möglichen krebserregenden Quellen untersuchen. Geplant sei auch, die Studie dort auf das angrenzende Deutschland auszuweiten, wo Schweizer Atomkraftwerke grenznah betrieben würden.

Quelle: Ulmer Ärzteinitiative   - Pressemitteilung vom 24.02.08

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Veröffentlicht am

25. Februar 2008

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