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Acht Jugendliche bei Protestaktion festgenommen

Von Julia Kramer

Faslane - Acht Jugendliche aus Deutschland, Wales und Belgien wurden gestern morgen während der Blockade des Haupttors der Atomwaffenbasis Faslane festgenommen. Sie protestierten gegen die geplante Erneuerung des britischen Atomwaffensystems "Trident". Aus vielen Ländern, von Wales bis Deutschland, von den USA bis Japan waren junge Leute angereist und begleiteten die Blockade mit einem lebendigen und abwechslungsreichen Programm. Diese ist ein Teil der ein Jahr andauernden Blockadeaktion von "Faslane 365", die Anzahl der Festnahmen der Aktion steigt damit auf 900 an.

Die Gruppe entschied sich für die gewaltfreie Aktion, nachdem sie sich zuvor in Glasgow zu einer Aktionsakademie getroffen hatten, bei der sie sich mit dem Thema "Trident" in Bezug auf Europa und den Rest der Welt auseinandersetzten.

Großbritannien besitzt vier Atom-U-Boote, die mit dem Atomwaffensystem "Trident" ausgestattet sind. Dieses System soll nach einer Abstimmung im britischen Parlament von Anfang des Jahres erneuert werden.

Die Jugendlichen sind der Meinung, dass die "Trident"-Erneuerung jedoch nicht nur Großbritannien betrifft, sondern auch eine Gefahr für die Welt und zukünftige Generationen darstellt.

Sie hakten sich auf der Strasse zum Nordtor der Basis ein und klebten ihre Hände mit speziellem Haftkleber zusammen, um es für die Polizei so schwierig wie möglich zu machen, sie voneinander zu trennen.

Unterstützung bekamen die Blockierenden von einer internationalen Clownsarmee, einer Teddyblockade, Tanz- und Musikeinlagen von japanischen Studenten und einer berührenden Rede eines Hibakusha, eines Überlebenden von Hiroshima. Einige der Protestierenden widmeten die Aktion Ilya, dem 21jährigen russischen Anti-Atom-Aktivisten, der am 21.Juli bei einem Angriff von Rechtsradikalen auf ein Protestcamp am Baikalsee getötet wurde.

Unter den Blockierenden waren zwei Jugendliche aus Deutschland, Stefan Hittmeyer (21) und Tobias Bollinger (22), ein Belgier, Andy Vermaut (30) und fünf Waliser, Hannah Chester (15), Naomi Proszynska (15), Georgia Coles-Riley (16) Alexander Ferraro (19) und Craig Wilkinson (18).

Naomi Proszynska aus Wales berichtet: "Die Blockade hat meine Sichtweise auf viele Dinge verändert. Der Grund, warum viele Jugendliche bei diesen Themen nicht aktiv sind, ist nicht dass es ihnen egal ist, sondern, dass sie zuwenig darüber wissen."

Die Jugendlichen wollen mit ihrer Aktion so viel Aufmerksamkeit wie möglich erzeugen, da Atomwaffen eine Gefahr für alle darstellen. Sie planen daher auch eine umfangreiche Medienkampagne, einen europäischen Postkartenwettbewerb und betreiben einen Internetblog auf www.bang-europe.org . Dieser wird von fünf Mädchen weitergeführt, die mit dem "Peace Boat" nach New York weiterreisen werden.

Das "Peace Boat", von dem auch die amerikanischen und japanischen Aktionsteilnehmer bereist mit 900 Teilnehmern verschiedene Länder und setzt sich für Frieden und die Abschaffung von Atomwaffen ein.

Zusammen mit den europäischen Jugendlichen des Jugendnetzwerks BANg (Ban All Nukes generation) setzten sie somit auch in Faslane ein Zeichen dafür, dass die zukünftigen Generationen das Erbe der Atomwaffen nicht antreten wollen.

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Veröffentlicht am

29. Juli 2007

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