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UNO-Klimabericht zeichnet apokalyptische Zukunft

Mit den dramatischen Ergebnissen seines ersten Berichts, der im Februar in Paris vorgestellt wurde, hatte der Weltklimarat international Bestürzung ausgelöst. Der Bericht sagt einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von bis zu 6,4 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts vorher. Nach einer Woche zäher Verhandlungen ist heute Morgen in Brüssel der zweite Teil des vierten Klimasachstandsberichtes der Vereinten Nationen verabschiedet worden. In diesem zweiten Teil werden nun die Regionen vorgestellt, die in den kommenden Jahrzehnten besonders unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden werden. Befürchtet werden Dürren, Überschwemmungen und zunehmender Mangel an Trinkwasser in jetzt schon heißen Regionen, die stärkere Verbreitung von Krankheiten und das Aussterben diverser Tier- und Pflanzenarten.

Der Bericht des Weltklimarates (IPCC) ist die wichtigste Studie über die Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedene Weltregionen seit 2001. In die Studie fließen die Erkenntnisse von 2500 Wissenschaftlern ein. Nachfolgend die ersten Reaktionen von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Greenpeace auf die Veröffentlichung des zweiten Teils des UNO-Berichts.

Klimawandel trifft zuerst Arme / Industriestaaten müssen vorangehen bei Minderung der Treibhausgase

Der zweite Teil des IPCC-Klimaberichts rufe erneut nach Sofortmaßnahmen zur Minderung der Treibhausgase, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Da die ärmeren Regionen der Welt schon jetzt am stärksten unter dem Klimawandel litten, müssten die Industriestaaten umso dringlicher handeln, forderte der Verband. Die Industriestaaten seien für 80 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre verantwortlich. Deshalb müssten sie die wenig entwickelten Länder in die Lage versetzen, Energie effizient und umweltfreundlich zu erzeugen. Dringend erforderlich seien auch Anpassungshilfen an den Klimawandel. Zur Finanzierung könne eine europaweite Kerosinsteuer eingeführt werden. Bei einem Aufschlag von 50 Cent pro Liter Kerosin ließen sich jährliche Einnahmen in Höhe von rund 30 Milliarden Euro erzielen.

BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm: “Ein Durchschnittsdeutscher pumpt pro Jahr zehn Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre, ein Afrikaner eine Tonne. Extreme Dürreperioden in der Sahel-Zone, die Wüstenausbreitung in China, das Auftauen des sibirischen Permafrostbodens, Erdrutsche in Südamerika oder Überschwemmungen in Südostasien sind die extremen Folgen der Klimaerwärmung in den armen Regionen. Der Klimawandel hinterlässt dort die tiefsten Spuren, wo sich die Menschen am wenigsten schützen können. Weil die Industrieländer sich auch auf Kosten der armen Länder entwickelt haben, stehen sie jetzt in der Pflicht, zu helfen.”

Die Europäische Union müsse ihre Treibhausgase bis 2020 im Vergleich zu 1990 um ein Drittel verringern, ohne dies von Zusagen seitens Chinas oder den USA abhängig zu machen. Für Deutschland bedeute dies im gleichen Zeitraum eine Verminderung um 40 Prozent. In Bali bei der nächsten Weltklimakonferenz im Dezember müssten schließlich die Weichen für den entschlossenen Ausbau erneuerbarer Energien und globale Energiesparprogramme gestellt werden.

Timm: “Kommt die Hilfe bleiben wir, kommt sie nicht dann kommen wir - entsprechend diesem abgewandelten Motto machen immer mehr Umweltflüchtlinge schon jetzt darauf aufmerksam, dass in der Hauptsache die Industriestaaten die Erderwärmung verschuldet aber zuwenig zum Abtragen dieser Schuld getan haben. Auch die Wissenschaftler des IPCC sind sich weitgehend einig, dass mit einer ehrgeizigen Klimapolitik die Folgen des Klimawandels abgemildert werden können. Die Welt muss auf den Weckruf der Klimaforscher hören und der Erderwärmung die Stirn bieten.”

Greenpeace: Energierevolution für den Klimaschutz notwendig. Noch ist unser Klima zu retten

Nach einer Woche zäher Verhandlungen ist am Freitagmorgen in Brüssel der zweite Teil des vierten Klimasachstandsberichtes der Vereinten Nationen verabschiedet worden. Wissenschaftler und Regierungsvertreter haben eine Woche in Brüssel an der Fertigstellung dieses Berichts gearbeitet. Er dokumentiert die weitreichenden Folgen, die steigende Temperaturen bereits auf unser Ökosystem. Zudem schätzt er die durch den Menschen verursachten Folgen des Klimawandels in diesem Jahrhundert ab.

“Dieser Bericht zeichnet ein Bild von einer apokalyptischen Zukunft und es muss sofort gehandelt werden”, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Dr. Gabriela von Goerne. “Er ist eine gellende Mahnung, wie dramatisch sich die Welt verändern wird, wenn der Mensch die Klimazerstörung nicht in den Griff bekommt. Machen wir weiter wie bisher, gibt es bald keinen Ort mehr, an dem wir vor den Auswirkungen der Klimazerstörung noch sicher sind.”

Der Klimawandel betrifft bereits heute Millionen von Menschen in allen Regionen dieser Welt. Wenn nicht sofort Maßnahmen zur Verringerung der Treibausgasemissionen eingeleitet werden, wird der Klimawandel noch größere Schäden verursachen: Dürren nehmen zu, der Meeresspiegel steigt, Sturmfluten, Hochwasser, und Hungersnöte treten durch den Rückgang der Nahrungsmittelproduktion besonders in den ärmsten Ländern der Welt auf. Dazu kommt ein Massensterben von Arten und Milliarden Menschen werden unter Trinkwasserknappheit leiden.

“Jeder, der auch nur ein bisschen an dieser Welt hängt, sollte jetzt aufstehen und von den Regierungen eine massive Reduktion der Treibhausgase verlangen. Die Menschheit kann die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels noch aufhalten. Die technischen Lösungen sind alle da. Es fehlt allein an politischem Willen”, kritisiert von Goerne.

Noch bleibt uns die Möglichkeit zum Handlen und es ist noch Zeit für eine Energiewende. Wir können und müssen unser Energiesystem umstellen und eine CO2-freie Wirtschaft aufbauen, die Treibhausgasemissionen massiv reduziert.

Die Politik muss mehr als dringend handeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel muss die Bevorzugung klimaschädlicher Braunkohle im Emisisonshandel beenden. Sie darf einer Energiewende nicht länger im Wege stehen. Der G8-Gipfel muss zu einem Klimakrisengipfel umgewidmet werden auf dem die Bundeskanzlerin offensiv mit dem Angebot in die internationalen Klimaverhandlungen geht, dass Deutschland seine Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 reduziert - ohne dies an zusagen anderer Staaten zu koppeln.

Quelle:  BUND   und Greenpeace   - Pressemitteilungen vom 06.04.2007.

Veröffentlicht am

06. April 2007

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