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Weitgereister Fruchtjoghurt: VCD zeigt die Probleme des wachsenden Güterverkehrs

Von der Herstellung bis zum Verkauf legen viele Produkte auf dem globalen Markt immense Strecken zurück. Der Grund: Die Auslagerung von Produktionsschritten und der Transport einzelner Teile sind - kurzfristig betrachtet - oft günstiger als Lagerhaltungs- und Lohnkosten vor Ort. Ein Fruchtjoghurt kommt so auf dem Weg ins Kühlregal auf bis zu 8.000 Kilometer Transportstrecke, wenn man alle Komponenten vom Inhalt bis zum Deckel zusammenrechnet. Welchen ökologischen, ökonomischen und sozialen Preis wir alle für den globalen Güterverkehr bezahlen und welche politischen Konsequenzen daraus folgen müssen, zeigt der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in der aktuellen Ausgabe seiner Mitgliederzeitschrift fairkehr.

“Schmecken die Kiwis aus Neuseeland wirklich so gut, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Transport eines Kilos fünf Kilogramm Luftschadstoffe verursacht?”, fragt Gila Altmann, Mitglied des VCD-Bundesvorstands, in ihrem fairkehr-Beitrag und beschreibt die Zielrichtung des VCD: “Es geht darum, den Verkehr wieder auf seinen ursprünglichen Zweck zu reduzieren, nämlich zielgerichtet mobil zu sein. Das gilt für Menschen und Güter gleichermaßen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir als Verbraucher die Nachfrage steuern, die dieses irrsinnige Verkehrsaufkommen verursacht, besonders im Bereich der Verbrauchsgüter und Nahrungsmittel.”

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes wird sich der Straßengüterverkehr bis 2030 gegenüber 1990 mehr als verdoppeln und der Flugverkehr insgesamt sogar verfünffachen. Schon heute werden etwa vier Milliarden Tonnen Güter pro Jahr in Deutschland durchs Land gefahren. Statistisch gesehen sind das pro BundesbürgerIn etwa 150 Kilogramm Gütermenge pro Tag, die 87 Kilometer weit unterwegs sind. Den Löwenanteil nimmt dabei der Transport auf der Straße ein: Der Anteil des Lkw-Verkehrs an der Güterverkehrsleistung beträgt inzwischen rund 70 Prozent. Er hat sich damit gegenüber 1970 verdoppelt. Der Anteil der Eisenbahn ist dagegen im gleichen Zeitraum von rund 33 auf 16 Prozent zurückgedrängt worden.

“Zunehmende Lärm- und Abgasemissionen durch schwere Lkw sind die Folge dieser Entwicklung. Dadurch steigen die Gesundheitsgefahren, die Risiken des Klimawandels verschärfen sich”, erklärt Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD, und fordert: *Vorrangige Aufgabe der Politik muss es daher sein, unnötige Transporte zu vermeiden und den Güterverkehr auf die umweltschonenden Verkehrswege Schiene und Wasser zu verlagern.”

Alle Artikel zum Titelthema “Güterverkehr” sind zu lesen in der Ausgabe 05/2006 der fairkehr, dem Magazin für Umwelt, Verkehr und Reisen. Bei Interesse sendet der VCD das Heft gerne kostenfrei als Rezensionsexemplar zu. Weitere Informationen auch unter www.fairkehr.de .


Quelle: VCD   - Pressemitteilung vom 06.10.2006.

Veröffentlicht am

10. Oktober 2006

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