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Start des größten Atommülllagers in Deutschland am 25. August 2006

Der Widerstand gegen das Atommülllager bleibt bestehen, die Klage gegen den Betrieb wird weiter geführt.

Niemand garantiert, dass der Müll, wie versprochen in 40 Jahren dort abgeholt wird.

Von Reinhold Thiel - Sprecher der Ulmer Ärzteinitiative

Nach Information der Betreiber des Atomkraftwerkes Gundremmingen (EON und RWS) wird ab 25.08.06 das Atommülllager am Standort Gundremmingen bei Ulm “offiziell für 40 Jahre in Betrieb” genommen. Zunächst werden drei mit Atommüll beladene Behälter vom Typ CASTOR V/52 in das Lager gebracht. Bis zum Jahresende 2006 ist geplant, insgesamt 11 Behälter einzufahren. Danach sollen Jahr für Jahr 6 CASTOREN folgen, bis die genehmigte Lagerkapazität mit 192 Stellplätzen erreicht ist.

Zur Erinnerung: Schon in einem einzelnen CASTOR wird so viel hochradioaktives Inventar aufbewahrt, wie vergleichsweise bei dem Reaktorunfall von Tschernobyl insgesamt frei gesetzt wurde. Auf der ganzen Welt existiert noch kein Endlager, in dem hochradioaktiver Müll über Jahrtausende hinweg wirklich sicher - für Mensch, Tier und Pflanze abgeschirmt - gelagert werden kann. Trotzdem dürfen auch heute noch die Betreiber von Atomkraftwerken Tag für Tag neuen für uns noch unbeherrschbaren Atommüll produzieren. Niemand weiss wirklich, wohin damit. Die einzige Lösung heisst bisher, den Müll “zwischen”- zu lagern.

Auch wenn die Bayerische Staatsregierung offiziell die Betriebsbereitschaft des Lagers festgestellt hat, bleibt festzuhalten, dass die Gefahren, die von dem Betrieb des Lager ausgehen, wie z. B. durch Terroranschläge, Selbstmordattentate, Flugzeugabstürze, u.v.m. nicht gebannt sind.

Die Ulmer Ärzteinitiative, Regionalgruppe der IPPNW unterstützt weiterhin die aktive Bürgerinitiative vor Ort, die als FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik zusammen mit 5 klagenden Nachbarn entschlossen ein Rechtsverfahren gegen den Betrieb dieses Lagers führt. Der Klageverfahren wird derzeit beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und notfalls anschließend beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe geführt. Es geht dabei um die Fragen, wieviel Gefahren die Betreiber der Atomkraftwerke und die staatlichen Ausführungsbehörden uns Bürgern zumuten dürfen, obwohl dadurch unsere Grundrechte auf Leben, Gesundheit und Eigentum beschnitten werden.

Die Ulmer Ärzteinitiative bittet darum, diese Grundsatzklage, die exemplarisch für alle Bürger in Deutschland geführt wird, weiter zu unterstützen.

Quelle: Ulmer Ärzteinitiative   - Regionalgruppe der IPPNW - Mitteilung vom 25.08.06

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Veröffentlicht am

26. August 2006

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