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Hermann Scheer: Zwei Drittel des Stroms regenerativ bis 2020

Von Franz Alt

Die Bundesregierung will bis 2020 “mindestens 20 Prozent des Stroms in Deutschland regenerativ gewinnen”. So ist es im Koalitionsvertrag festgelegt. Der Präsident von Eurosolar und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer, vertritt die Meinung, dass dieses Ziel schon 2012 erreicht sein und bis 2020 schon 50 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden könne.

Zum Beispiel so:

  • 20.000 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von je 4,5 MW könnten rund 200 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen (etwa ein Drittel des Bedarfs). Dann könnte ein Großteil der etwa 200.000 Hochspannungsmasten abgebaut werden - ein Gewinn für die Landschaft, wenn Großkraftwerke durch Windräder und andere Anlagen zur Erzeugung erneuerbaren Energien ersetzt werden. Freilich erfordert die Realisierung dieses Ziels den Abbau sinnloser bürokratischer Hemmnisse.
  • In Deutschland gibt es zur Zeit 6.000 Kleinwasserkraftwerke - vor 100 Jahren waren es 60.000. Mit 30.000 neuen Wasserkraftwerken ließen sich 10.000 MW Leistung installieren. So könnten 50 weitere Milliarden Kilowattstunden Strom gewonnen werden.
  • Bis 2020 können 4.000 MW Elektrizität durch Geothermie erzeugt werden. Damit könnten zugleich 25 Milliarden Kilowattstunden Wärme erzeugt werden.
  • Wenn die derzeitige Wachstumsdynamik der Photovoltaik bis 2020 anhält ist eine Gesamtkapazität von 20.000 MW möglich. Dies entspricht einer Kraftwerksersatzleistung von 5.000 Megawatt und einer Jahresproduktion von 20 Milliarden Kilowattstunden Strom.
  • Über Kraft-Wärme-Kopplung wird zur Zeit nur 10 Prozent des Stroms gewonnen. Dieser Anteil kann verdreifacht werden. Die Niederlande haben diesen Anteil schon heute. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen werden heute überwiegend mit fossilen Brennstoffen betrieben. Diese können aber weitgehend durch erneuerbaren Energien ersetzt werden. Außerdem kann Bioenergie in Hybridanlagen, die mit Windkraft gekoppelt sind, eingesetzt werden.

Damit könnten insgesamt sogar 80 Prozent des heutigen Stromverbrauchs gedeckt werden. Bei Berücksichtigung eines “Trägheitsmoments” von etwa einem Drittel - wäre dann doch die Hälfte des Stroms erneuerbar. Wenn wir aber jedes Jahr bis 2020 nur ein Prozent des Stroms durch Sparen und Effizienz weniger verbrauchen, stünden uns bis 2020 schon zwei Drittel des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung.

Das heißt: Bis 2020 können alle AKWs abgeschaltet und kein einziges konventionelles Kraftwerk muss neu errichtet werden.

Ein entscheidender Vorteil dieser Strategie für erneuerbaren Energien: Die Anlagen für erneuerbare Energien können gefahrlos in wenigen Wochen errichtet werden, während die Genehmigungsverfahren alter komplizierter Kraftwerke bis zu einem Jahrzehnt und länger dauern. Das umweltverträgliche, wirtschaftliche, friedliche und sichere Energiekonzept der Zukunft heißt: Die alten Energien auslaufen lassen und im selben Tempo auf erneuerbare Energien umsteigen. Das ist möglich und das ist nötig.

Quelle: Franz Alt - www.sonnenseite.com . Dieser Text wird hier mit freundlicher Genehmigung von Franz Alt veröffentlicht.

Veröffentlicht am

20. August 2006

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