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Atomkraftgegner fordern von Energiegipfel: Erneuerbare Energien statt Atomkraft!

Für Montag, den 3. April hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Chefs der großen Stromkonzerne zum Energiegipfel ins Kanzleramt geladen, um mit ihnen über die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland zu diskutieren. Die Energieversorger drängen auf Zusagen für Laufzeitverlängerungen für die ältesten AKW. Damit es dazu nicht kommt und die Öffentlichkeit wahrnimmt, dass es in diesem Land auch viele Menschen gibt, die für einen wirklichen Atomausstieg eintreten, versammeln sich VertreterInnen verschiedener Umweltverbände, Initiativen und viele unorganisierte AtomkraftgegnerInnen am 3. April ab 17:30 Uhr vor dem Kanzleramt.
Wir veröffentlichen zwei Presseerklärungen, in denen AktivistInnen aus dem Umweltbereich Stellung zum Energiegipfel beziehen.

ROBIN WOOD-Plädoyer zum Energiegipfel: Erneuerbare Energien statt Kohle und Atom

Vier ROBIN WOOD-AktivistInnen sind am 30.03.2006 auf das Brandenburger Tor in Berlin geklettert, um für eine konsequente Energiewende in Deutschland zu demonstrieren. Sie spannten unterhalb der Quadriga ein über 20 Meter langes Transparent auf mit dem Slogan "Kohle killt Klima. Die Zukunft ist erneuerbar". Anlass ist der Energiegipfel, der kommenden Montag im Kanzleramt stattfinden wird. ROBIN WOOD fordert von der Bundesregierung, sofort aus der Atomenergie auszusteigen, den Bau neuer Kohlekraftwerke nicht zu unterstützen und Erneuerbare Energien sowie eine effizientere Energienutzung stärker zu fördern. Dies ist nicht nur machbar und bezahlbar, sondern auch erforderlich, um Klima und Umwelt nicht noch stärker zu belasten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Vorstandschefs der Energiekonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall sowie Vertreter der regenerativen Energienbranche für den 3. April ins Kanzleramt geladen, um mit ihnen über die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland zu diskutieren. Wichtige Weichenstellungen stehen an. Denn zirka ein Drittel der Steinkohlekraftwerke, 45 Prozent der Braunkohlekraftwerke und über 40 Prozent der Gaskraftwerke sind veraltet. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wird es 2010 einen Bedarf von nahezu 10.000 Megawatt neu installierter Kraftwerksleistung geben.

Zurzeit verursacht die Stromerzeugung 44 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen. Besonders schädlich für das Klima sind Braun- und Steinkohlekraftwerke, sie blasen fast dreimal so viel CO2 pro Kilowattstunde in die Atmosphäre wie moderne Gas- und Dampf-Kraftwerke. Dennoch haben die Energiekonzerne, allen voran Vattenfall und RWE, bereits den Bau weiterer Braunkohlekraftwerke angekündigt. Ob sich diese Investitionen langfristig für sie auszahlen, ist u.a. von der weiteren Ausgestaltung des Nationalen Allokationsplans für die Handelsperiode 2008 bis 2012 abhängig. Spätestens Ende Juni muss Bundesumweltminister Gabriel den Plan für die Zuteilung der Verschmutzungsrechte der EU vorlegen. ROBIN WOOD fordert die Bundesregierung auf, bei der nächsten Zuteilung der Emissionshandels-Zertifikate Stein- und Braunkohlekraftwerke deutlich schlechter zu stellen als etwa effiziente Gaskraftwerke.

"Wenn die Bundesregierung die Energiekonzerne auch weiterhin mit kostenlosen Verschmutzungsrechten für ihre ineffizienten und dreckigen Kohlekraftwerke ausstattet, vertut sie die Chance auf eine Wende in der Energiepolitik und verabschiedet sich von den selbst gesteckten Klimaschutzzielen", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Auch Atomstrom ist keine Alternative. AKWs dienen weder dem Klimaschutz noch der Versorgungssicherheit. Sie haben einen enorm schlechten Wirkungsgrad. Jeder Betriebstag erhöht zudem die Menge an radioaktivem Müll, für den es keine sichere Endlagerung gibt.

Die Zukunft gehört einer effizienten, dezentralen und flexiblen Energieversorgung in Deutschland -ohne neue Kohlekraftwerke und Atomstrom, dafür aber mit mehr Erneuerbaren Energien. Das Potenzial der Erneuerbaren Energien ist bei weitem nicht ausgeschöpft; das Bundesumweltministerium schätzt, dass 554 Terrawattstunden pro Jahr mit regenerativen Energien erzeugt werden könnten; das wäre etwa neunmal soviel wie heute. Durch Energiesparen könnte ein Viertel des gesamten gegenwärtigen Strombedarfs gespart werden. Allein durch das Abschalten der Stand-by-Geräte könnten zwei Atomkraftwerke vom Netz genommen werden. Durch den Bau dezentraler Blockheizkraftwerke sowie von Gas- und Dampf-Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung lässt sich Strom wesentlich effizienter und somit klimafreundlicher produzieren. Die Energiewende ist machbar. Entscheidend ist der politische Wille.

Quelle: ROBIN WOOD - Presseerklärung vom 30.03.2006


Atomkraftgegner fordern von Energiegipfel bei Merkel: Erneuerbare Energien statt Atomkraft!

In einer gemeinsamen Presseerklärung fordern die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und dem Wendland von Bundeskanzlerin Merkel und der Bundesregierung auf dem Berliner Energiegipfel am Montag die Weichen für einen sofortigen Atomausstieg zu stellen. "Atomkraft ist eine gefährliche Energie von gestern. Sie ist nicht beherrschbar und die Entsorgung des Atommülls ist völlig ungelöst", so Francis Althoff von der BI Lüchow-Dannenberg. "20 Jahre nach Tschernobyl ist die Uhr für die Atomkraft endgültig abgelaufen", ergänzte Felix Ruwe von der BI "Kein Atommüll in Ahaus."

Die Initiativen kritisieren scharf die Versuche aus Politik und Wirtschaft die Atomkraft gesundzubeten. Genau wie Kohle und Gas sind die Uranvorräte nur begrenzt. Dafür sind die Gefahren der Atomenergie immens groß. Schon im Normalbetrieb strahlen Atomkraftwerke und können Gesundheitsschäden verursachen. Die Atomkraft kann deshalb keine Alternative zu den klimaschädlichen fossilen Energieträgern darstellen.

Nur die Energieunternehmen verdienen an der Atomenergie Milliarden von Euro. Die Rechnung für die mehrere 10 000 Jahre notwendige sichere Lagerung des Atommülls werden jedoch kommende Generationen zahlen müssen - finanziell und gesundheitlich.

Dazu kommt die ständige Gefahr eines Super-GAUs. Auch in Deutschland kann sich jeden Tag eine Kernschmelze wie in Tschernobyl ereignen. Schon 1997 kam eine internationale Studie der OECD zu dem Ergebnis, dass z. B. das AKW Biblis B zu den gefährlichsten Atomanlagen der Welt gehört. Nach dem heutigen Stand von Forschung und Technik müssten in Deutschland fünf AKW sofort wegen gravierender Sicherheitsprobleme abgeschaltet werden. Dies verschweigt die Atomlobby in ihrer derzeitigen Propagandakampagne gerne.

Wir erwarten von der Bundesregierung und dem Energiegipfel die Weichenstellung für eine langfristige und verantwortungsvolle Energiepolitik. Dies kann nur bedeuten, sofort dem Ausbau der erneuerbaren Energien absolute Priorität einzuräumen. Nur so kann sowohl das Klima geschützt wie ein Super-GAU vermieden werden. Wir benötigen eine Energiepolitik, die sich nicht an den kurzfristigen Profitinteressen einiger weniger Energieriesen orientiert, sondern eine nachhaltige Perspektive für das 21. Jahrhundert und für nachkommende Generationen eröffnet.

Aus diesem Grund werden zum 20. Tschernobyl-Jahrestag in ganz Deutschland zahlreiche Kundgebungen und Demonstrationen stattfinden. Am 29. April findet in Ahaus eine Großdemonstration für den sofortigen Atomausstieg und für den Ausbau erneuerbarer Energien statt (Infos: www.bi-ahaus.de ). Wir werden uns jeder "Renaissance" der Atomenergie entschieden in den Weg stellen.

Quelle: BI "Kein Atommüll in Ahaus - Presseerklärung vom 02.04.2006


Ausgewählte Weblinks zum Thema:

Veröffentlicht am

02. April 2006

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